Durch wen Lohnfortzahlung nach Arbeitsunfall nach nur 3 Wochen Arbeit?

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8 Antworten

da die Beschäftigung noch keine 4 Wochen bestand, fällst du mit dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit sofort aus dem Lohnanspruch. du erhälst dann direkt Verletztengeld von der Berufsgenossenschaft.

dieses Verletztengeld zahlt dir aber die BG nicht direkt aus, sondern dieses erhälst du von deiner Krankenkasse. die Krankenkasse agiert als Zahlstelle der BG für das Verletztengeld.

die Kasse kann dies aber erst auszahlen, wenn

- der Krankenkasse die Krankmeldung rechtzeitig eingereicht wurde und
- der Arbeitgeber der BG den Arbeitsunfall gemeldet hat und
- der Arbeitgeber die Entgeltbescheinigung zur Berechnung übermittelt und
- der Arbeitgeber deines zuvor bestandenen Arbeitsverhältnisses die Entgeltbescheinigung zur Berechnung übermittelt hat und
- du als Versicherter dich mit deiner Krankenkasse in Verbindung gesetzt hast, um die Zahlungsmodalitäten abzuklären (Bankverbindung usw.)

Das Gehalt ist monatlich festgelegt, sollte also relativ einfach als Berechnungsgrundlage verwendet werden können. Alles weitere wird sich vermutlich morgen zumindest anfänglich klären.

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Bei einem Neujob ist für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall die Krankenkasse zuständig. Bei einem Arbeitsunfall dann wahrscheinlich die BG.

Nach sechs Wochen erhältst du auf jeden Fall ein Verletztengeld (in Höhe des Krankengeldes) von der BG. Du erhältst jedoch nicht mehr Geld als bei einem Privatunfall.

Sprich mit deinem behandelnden Arzt und ggf. mit der Sozialberatung der BG.

Den nächsten Termin mit meinem behandelnden Arzt habe ich erst am 01.07. Da ist in finanzieller Hinsicht das Kind schon fast in den Brunnen gefallen. Daher werde ich morgen früh erst einmal bei der Krankenkasse anrufen.

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In dem Fall ist das eigentlich egal. Wenn du Lohnfortzahlung bekommst, holt der Betrieb sich das Geld von der BG- Genau so wenn die Krankengeld von der Krankenkasse bekommst.

Der Unfall muss natürlich der BG ordnungsgemäß gemeldet werden.

Na Egal ist was anderes.

Krankengeldanspruch  durch den Arbeitgeber hat man erst nach mindestens 4 Wochen bestehendem Arbeitsverhältnis. In diesem Fall würde die Krankenkasse ab dem ersten Tag das Krankengeld zahlen. 70% vom Brutto höchstens 90% vom Netto. Die BG hingegen zahtl ab dem ersten Tag 80% vom Brutto jedoch nicht mehr als 100% vom Netto. Darüber hinaus ist die Versorung und ReHa über die BG deutlich besser als die einer gesetzlichen Krankenkasse. Auch endet das Krankengeld nach spätestens 78 Wochen, das Verletztengeld der BG wird bei Bedarf  gezahlt bis eine Umschulung abgeschlossen wurde oder der Arbeitnehmer ausgesteuert wurde.

Es gilt, wie bei einem Haftpflichtigen. Man ist während oder auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz verletzt worden. Man hätte sich nicht auf den Weg zur Arbeit gemacht wenn nicht das Ziel seinen Lebensunterhalt zu verdienen dazu geführt hätte. Dann hat auch die Berufsgenossenschaft dafür zu sorgen, dass man bei Unfall oder Berufskranklheit rundum versorgt ist. Der Arbeitnehmer soll durch die Berufsgenossenschaft so entschädigt werden als wäre der Unfall oder die Berufskrankheit nie eingetreten.

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@RudiRatlos67

"Egal" nur im Sinne von, "er bekommt sein Geld auf jeden Fall"

Er muss nur darauf drängen, dass der Unfall auch ordnungsgemäß gemeldet wird.

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@DerHans

Das ist zumindest beim Durchgangsarzt entsprechend geschehen und mein Chef hat dies sicher auch getan.

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Das ist ein Fall für die zuständige Berufsgenossenschaft. Dein Arbeitgeber wird den Fall melden, Du erhälst (meines Wissens) 80% vom Brutto. Also mach Dir keine Sorgen.

die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall tritt erst nach 4 Wochen Betriebszugehörigkeit ein. Das bedeutet, dass der AG dir bei  Unfällen innerhalb des ersten Monats keinen Lohn für die Krankheitstage bezahlen muss.

Bei "normaler" Krankheit musst du deinen Lohn bei deiner Krankenkasse einfordern.

Bei einem Arbeitsunfall ist es so, dass du erst einmal zum "Durchgangsarzt" musst, der dich dann zum richtigen Arzt schickt. Beim Durchgangsarzt wird der Arbeitsunfall bestätigt und an die Berufsgenossenschaft weitergeben, die dann für deinen Lohn zuständig ist.

Hast du denn beim Arzt gleich Bescheid gegeben dass es ein Unfall bei der Arbeit war? 

Hast du denn beim Arzt gleich Bescheid gegeben dass es ein Unfall bei der Arbeit war? 

Ja, und auch wann, wo und wie genau dieser geschehen ist.

Inzwischen habe ich mich auch etwas mehr belesen, wie an meinen Kommentaren zu den bisherigen Antworten zu erkennen ist. Da die Angelegenheit danach offenbar nicht ganz klar ist, werde ich mich am Montagmorgen wegen dieser Sache zunächst mit der Krankenversicherung und dann mit meinem Arbeitgeber und eventuell der Berufsgenossenschaft in Verbindung setzen. Mag sein, dass jemand in letzterem Fall meint, dass dies nicht notwendig sei, aber ich habe keine Lust am Ende unverschuldet mit nichts dazustehen.

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@JTKirk2000

da der Unfall der BG gemeldet wurde, wirst du am Ende nicht ohne da stehen. Auch der Betrieb muss sich zu dem Unfall äußern und auch du wirst noch ein Formular von der BG bekommen.

Da du die Firma und die Arbeit magst, rate ich dir, den Betrieb über deinen Krankheitsverlauf zu informieren und in Kontakt zu bleiben.

Gute Besserung

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@tapri

da der Unfall der BG gemeldet wurde, wirst du am Ende nicht ohne da stehen. Auch der Betrieb muss sich zu dem Unfall äußern und auch du wirst noch ein Formular von der BG bekommen.

Da der Arbeitsunfall während meiner Arbeitsausübung als Paketlieferant unterwegs geschehen ist, wäre eine Zeugenaussage durch den Chef oder Kollegen schwierig.

Da du die Firma und die Arbeit magst, rate ich dir, den Betrieb über deinen Krankheitsverlauf zu informieren und in Kontakt zu bleiben.

Das mache ich auch. So habe ich meinen Chef nach bisher beiden Arztbesuchen ´über das jeweilige Ergebnis informiert.

Gute Besserung

Vielen Dank. :) Ich hoffe, dass ich bald wieder arbeiten kann.

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@JTKirk2000

alles richtig gemacht! ;-))))  ich drücke dir die Daumen

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Bei einem arbeitsunfall leistet die Berufsgenossenschaft ab dem ersten Tag vollen lohnausfall und sorgt für schnellstmögliche Genesung und bestmögliche Rehabilitation

Nur weiß ich leider nicht welche oder ob eine Berufsgenossenschaft dafür in meinem Fall zuständig ist. Da es noch bis zur nächsten Gehaltsabrechnung fast zwei Wochen hin ist, möchte ich jetzt noch keine Pferde scheu machen, aber es ist vorsorglich besser, sich rechtzeitig zu informieren. Wie ich bereits in meinem ersten Kommentar zur Antwort von Informercial schrieb, werde ich am kommenden Montag erst einmal bei der Krankenkasse anrufen und dann im Zweifelsfall meinen Arbeitgeber, um Daten zur zuständigen Berufsgenossenschaft zu erhalten.

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@JTKirk2000

Wenn Du Arbeitnehmer bist, bist Du durch die BG versichert sobald Du das Haus in dem wohnst verlassen hast, auf dem direkten weg zur Arbeit, während der Arbeit und auf dem direkten weg zurück zu dem Haus in dem Du wohnst. Für alle Unfälle die in der Zwischenzeit passiren ist die BG zuständig. Das ist dem durchgansarzt oder dem unfallkrankenhaus auch bei der Aufnahme mitzuteilen und wird von da aus auch der BG gemeldet. Die kümmert sich, binnen weniger Tage um alles weitere. Deine Krankenkasse ist in dem Fall raus aus der Nummer und springt erst ein wenn sich herausszellt, dass es kein bg Unfall ist.

Die Leistungsunterschiede zwischen Krankenkasse und bg sind enorm. Während die Krankenkasse für alles leistet das nur unbedingt erforderlich ist (behandlung, Medikamente und anteiliges Krankengeld nach 6 Wochen bis längstens 78 Wochen 70% vom brutto höchstens 90% vom nettogehalt) leistet die BG für alles was erforderlich ist um dich so schnell wie möglich, so gut wie möglich wieder gesund zu machen und zahlt vollen lohnaushgleich ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit bis  Du entweder wieder gesund bist oder eine Umschulung abgeschlossen hast oder ausgesteuert wirst.

Deshalb unbedingt dem durchgansarzt oder Unfallkrankenhaus sofort die Info geben das es sich um einen arbeitsunfall handelt. Von da aus kümmert man sich um alles weitere.

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@JTKirk2000

JEDER Betrieb, der Mitarbeiter beschäftigt, ist verpflichtet, einer Berufsgenossenschaft anzugehören. Sonst wäre nur Schwarzarbeit denkbar. Du musst nur wirklich darauf drängen, dass dieser Unfall auch als Arbeitsunfall gemeldet wird.

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@DerHans

Du musst nur wirklich darauf drängen, dass dieser Unfall auch als Arbeitsunfall gemeldet wird.

Das ist ja auch geschehen.

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Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz)
§ 3 Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall


(1) Wird ein
Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne daß ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch nach Satz 1 für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn 1.er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder2.seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist.(2)
Als unverschuldete Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Absatzes 1 gilt auch eine Arbeitsverhinderung, die infolge einer nicht rechtswidrigen Sterilisation oder eines nicht rechtswidrigen Abbruchs der Schwangerschaft eintritt. Dasselbe gilt für einen Abbruch der Schwangerschaft, wenn die Schwangerschaft innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis durch einen Arzt abgebrochen wird, die schwangere Frau den Abbruch verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung nachgewiesen hat, daß sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff von
einer anerkannten Beratungsstelle hat beraten lassen.(3) Der Anspruch nach Absatz 1 entsteht nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses.




Das heißt; Lohnfortzahlungsanspruch besteht erst nach 4 Wochen Beschäftigungsdauer.

Bei Krankheit, die während dieser 4 Wochen eintritt, zahlt i.d.R. die Krankenkasse (sofern du versichert bist - wovon ich ausgehe).

Ab der 5. Woche zahlt dann der Arbeitgeber solange, bis du entweder genesen bist oder die 6 Wochen Entgeltfortzahlung erreicht sind.

Hier ein Beispiel: https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/15550/Datei/157859/Entgeltfortzahlung-im-Krankheitsfall.pdf

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@Infomercial

Eben das mit den 4 vollendeten Arbeitswochen ist das Problem, denn ich war ja erst am Beginn der vierten Arbeitswoche, als die Krankschreibung unabdinglich wurde.

Die Antwort würde ohne dem Kommentar vermutlich im "Normalfall" helfen, aber eben nicht in meiner Situation.

Vielen Dank auch für den Link, denn die darin enthaltenen Angaben auf den Seiten 2 und 7 haben mir echt weiter geholfen. Interessanterweise bin ich sogar direkt bei der TK krankenversichert, und ich werde mich mit denen gleich am Montag in Verbindung setzen, damit auch im Zweifelsfall alles gut läuft.

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@JTKirk2000

Bei einem arbeitsunfall spielt es keine Rolle wie lange man in einem Unternehmen beschäftigt ist, die BG erbringt volle Leistung für alle bg Unfälle die ab dem ersten Tag der Beschäftigung eintreten.

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@RudiRatlos67

Das sieht laut dem Link und der Beschreibung meines Kommentars von etwa 1:28 Uhr etwas anders aus. Aber wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, werde ich gleich am Montagmorgen erst einmal bei der Krankenkasse anrufen, um mich verbindlich zu informieren.

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Das entgeltfirtzahlungsgesetz greift aber nicht bei berufskrankheit oder arbeitsunfall. In dem Fall leistet die BG und zahlt dem AN das verletztengeld ab dem ersten Tag der AU.

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@Infomercial

In diesem Fall hilft wohl doch nur der Anruf am Montag. Vielen Dank erst einmal für Eure Mühe zu so später Stunde.

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In diesem Fall geht es nicht um eine Erkrankung, sondern um einen Arbeitsunfall, und dafür ist die gesetzliche Unfallversicherung(Berufsgenossenschaft) zuständig.

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Setz dich mit der zuständigen gesetzlichen Unfallversicherung
(Berufsgenossenschaft) in Verbindung, und kläre ab, ob der Arbeitgeber
deinen Arbeitsunfall dort ordnungsgemäss gemeldet hat.

Wenn nicht, muss das umgehend nachgeholt werden.





Werde ich morgen erledigen.

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