Durch welche Ereignisse ist in der Geschichte der Menschheit das meiste Wissen verloren gegangen?

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8 Antworten

Dass in der alexandrinischen Bibliothek viel Wissen "gespeichert" war, ist sicherlich richtig, aber es war bloß eine konzentrierte Sammlung und nicht etwa ein einzigartiger Wissenssschatz, der unwiederbringlich verloren war, als die Schriftrollen in Flammen aufgingen - viele Abschriften befanden sich im Privatbeseitz anderer Sammler. Ähnlich bei der nationalsozialistischen Bücherverbrennung: Nur weil die Ausgaben jüdischer Literatur dort vernichtet wurden, heißt das nicht, dass diese Schriftwerke dann verloren waren, denn es gab noch immer Ausgaben davon im Ausland, und sicherlich auch massenweise noch IN Deutschland, da nicht alle Ausgaben vernichtet wurden und es auch hierzulande sicher viele Literaturliebhaber gab. Keine Kultur, so barbarisch und grausam sie auch war, hat systematisch Wissen vernichtet - das ist auch gar nicht möglich, weil nur ein einzelner, der mit dem Wissen entkommt, ausreicht, um es weiterzuverbreiten und somit zu erhalten.

Das bedeutet aber nicht, dass der Menschheit niemals Wissen verloren ging. Wir haben zwar heute eine nie dagewesene Masse an immer verfügbarem Wissen (Stichwort Internet), aber trotzdem ist der einzelne Mensch heute auf der Erde im Durchschnitt ungebildeter und unwissender als in allen Zeitaltern der Menschheitsgeschichte vorher. In der modernen Zeit sind wie nämlich alle Spezialisten: Die meisten von uns sind in ihrem erlenten Beruf zwar richtig fit und professionell gut, aber in allen anderen Bereichen stümperhafte Laien. Selbst hochgebildete Hochschulprofessoren kennen sich meist nur in einer einzigen Fachrichtung wirklich gut aus, während sie in den meisten anderen Disziplinen überfordert sind. Das war in früheren Zeiten anders, wo JEDER ein gewisses Grundwissen haben musste, um über die Runden zu kommen. Noch vor 150 Jahren hat so gut wie jeder Mensch zum beispiel gewusst, wie man Feuer macht, bestimmte Hausmittel gegen Alltagsleiden anwendet und andere Kniffe, heute nennt man sie "Lifehacks", beherrscht. Das, was wir heute in so zahlreichen Youtube-Videos bewundern, weiß meine Oma auch alles, und sie kann mit dem Internet nichts anfangen.


Das meiste Wissen geht also nur verloren, weil man es nicht mehr benötigt. Wenn man einen Hochofen bauen kann, muss man nicht mehr wissen, wie man traditionell Glocken und Kanonen gegossen hat. Wenn man Schweißen kann und die Verbundtechnik von Stahl zur Verfügung hat, erübrigt sich die Kunst, Metalle zu falten. Nur zwei Beispiele von mittelalterlichem Wissen, dass wir heute lange nicht so perfekt beherrschen wie einst unsere Vorfahren.

Was das Wissen ebenfalls eindämmt, ist zum großen Teil die Bequemlichkeit. Das Leben ist einfach genug, so dass wir kein großes Wissen mehr brauchen und alles, was wir wissen müssen (oder vielmehr wollen), häppchenweise in der Tagesschau geliefert bekommen, oder in Facebook- und Twittermeldungen lesen können. Somit sinkt die Allgemeinbildung der Bevölkerung, obwohl die Menge der verfügbaren informationen immer weiter ansteigt - ein Paradoxon, dass man aber deutlich an den Pisa-Umfragen und an den zum Teil katastrophalen Ergebnissen zur Erforschung der Allgemeinbildung von Grundschülern erkennen kann. Ein weiterer großer Wissenskiller ist die Analphabetisierung. Wenn ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr richtig lesen und Schreiben lernt, verliert die Gesellschaft ebenfalls viel Wissen. Und auch in diesem Bereich stehen wir wieder an einem kritischen Punkt, da die Lese-Rechtschreib-Fähigkeit der jungen Generation zum Teil weit unter dem Horizont der vorhergehenden liegt.

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Kommentar von derzockerXD
07.03.2017, 19:51

Ich denke es ist vollkommen normal, dass heutzutage das Grundwissen nicht mehr ganz so dicht ist wie früher, eben wegen der technologischen Entwicklung. Der Mensch hat sich ein Hilfsmittel geschaffen, mit dem ein einzelner im Grunde mehr Wissen zur Verfügung hat. Man kann Heutzutage vieles "googeln", wie es so schön heißt. Und dieses ganze Wissen aus dem Internet haben wir eigentlich immer dabei. Wenn ich etwas nicht weiß, suche ich schnell mit meinem Smartphone und zack! habe ich das gewünschte wissen. Und das alles dauert meist nicht mehr als zwanzig Sekunden. Ob es nun so schlau ist sich nur auf ein technisches Hilfsmittel zu verlassen ist dann natürlich eine andere Frage.

MfG

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Hallo.

Das eigene Wissen lernen im Kopf, das ist den Menschen verloren gegangen.

Vieles ist ins durch einfache Tätigkeit verloren gegangen.

Ich will nicht den Fortschritt verteufeln, aber vieles was früher mit einfachen Mitteln gemacht wurde wird heute nicht mehr gebraucht.
Wer mäht heute seinen Rasen noch mit der Sense. nein alles mit Maschine.

Früher Ware mit Pferd und Wagen, Heute mit LKW. wär gar nicht mehr daran zu denken.

Petroleumlampen. Heute Elektrisches Licht. usw,

Bley 1914

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Das meiste Wissen ist wahrscheinlich durch fehlende oder mangelhafte Dokumentation verloren gegangen.

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Untergang des römischen Reiches im Bezug auf Hygiene, Medizin, Technik....

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Eindeutig durch Kriege, aber auch durch Brände und Gebäudeeinstürze in Friedenszeiten (Bsp.Kölner Archiv).

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Ganz klar im Mittelalter würde ich sagen wo Menschen als Hexer verteufelt und  verbrannt wurden nur weil Sie halt ein bisschen  was wussten :( außerdem wurden da auch viele Bücher verbrannt.... was nicht von der Kirche direkt kam... 

Ich kann da nur mal ne Film... der Name der Rose empfehlen wo Adson die versteckte  Bücherei entdeckt...

Ich hoffe das hat jetzt etwas geholfen. ..?

LG aus  Berlin 

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Durch die Doktrin der Kirche.

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Kunst und Kulturrevolution der Nazis...

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