Durch Betriebsverschmelzung, weiter Arbeitsweg?

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7 Antworten

Das tut mir Leid, eine wirklich schwierige Situation. Gibt es vielleicht die Möglichkeit, dass Du einen Firmenwagen bekommst?

Habe mal für Dich gegoogelt und auf der Seite namens advopedia das gefunden:

"Vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein in Elmshorn
landete folgender Fall: Ein Bauunternehmen versetzte seinen Mitarbeiter
an einen Arbeitsort, der 660 Kilometer von dessen Wohnort entfernt lag.
Bis zu diesem Zeitpunkt war der Mann als Isolierer auf einer
Dauerbaustelle 38 Kilometer von zu Hause entfernt beschäftigt gewesen.
Der Arbeiter weigerte sich deshalb, die Versetzung zu akzeptieren. Doch
das Unternehmen blieb hart und der Chef sah sich im Recht, weil der
Arbeitsvertrag Möglichkeiten der Versetzung vorsah. Also klagte der
Arbeiter. Und bekam Recht! Denn nach Meinung der Richter hätte das Unternehmen berücksichtigen müssen, dass der Mann eine Ehefrau und drei
schulpflichtige Kinder hat. Das Gericht entschied: Auch wenn die
Möglichkeit einer Versetzung ausdrücklich im Vertrag steht, müssen
immer erst die sozialen Lebensverhältnisse und die familiäre Situation
eines Betroffenen geprüft werden. Und im Zweifel muss ein anderer
Arbeiter versetzt werden, den es weniger hart trifft." Der Artikel bezieht sich auf das Urteil des LAG Schleswig-Holstein vom 28. August 2015 (Az.: 3 Sa 157/15)

Steht denn etwas in Bezug auf Deine sozialen Lebensverhältnisse der Versetztung entgegen? Dann bleibt Dir nämlich scheinbar noch der Klageweg.

LG

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Kommentar von Arnika321
13.07.2017, 14:09

Zuerst einmal danke für Deine Mühe, Meine sozialen Verhältnisse hatte ich der Firma bereits vorgestellt, bekam Verständnis aber nicht mehr. Umzug ist nicht möglich, da eigenes unverkäufliches Haus. Meine Frau ist vor 11 Jahren verstorben. Wohngemeinschaft mit 17 jähriger Tochter und 76 jähriger Mutter, die auch meine Hilfe benötigt.

Den Klageweg möchte ich trotzdem nicht gehen, da ich bisher 30 Jahre gerne in der Firma gearbeitet habe.

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Ich fahre auch jeden Tag einfache Strecke 133 km mit einem 11 Jahre alten Auto. Wenn man sein Auto immer pflegt und Wartungen und Reparaturen macht schafft das auch ein altes Auto.

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Kommentar von Arnika321
13.07.2017, 14:12

Ja, wenn das Benzingeld und der finanzielle Pflegeaufwand für das Auto übrig bleiben. Es ist ja nicht nur die Zeit für diese 220 km pro Tag.

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Kommentar von HerbertWie
13.07.2017, 16:50

Ja, so einfach kann man die Sache nicht abtun. Es geht ja um die persönlichen Umstände des Fragestellers und darum, dass das einfach nicht zumutbar ist.

Noch ein Tipp an den Fragesteller: Ich habe mal in früheren Zeiten mit einem Mediator aus einer Firma gesprochen, er war sozusagen der Schlichter und Psychologe der Firma. Er hat mir geraten, immer noch ein zweites persönliches Gespräch zu suchen. auch wenn man das anfangs nicht glaubt aber oft kann man doch nochmal verhandeln und findet ein Übereinkommen.

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Im Allgemeinen ist ein Arbeitsweg von bis zu 150 Km zulässig, soweit es sich nicht geändert hat. Beim Bund nannte man sowas schonmal Heimat nah.

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Kommentar von Arnika321
13.07.2017, 11:55

Danke für die Antwort. Müßte man, um die Zumutbarkeit zu beurteilen nicht auch das Gehalt mit einbeziehen? Bei z.B. 3000 Euro Brutto, könnte man sich ein Zimmer nehmen, die gibt es dort ab 400 Euro aufwärts.

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Kommentar von fischkopp72
13.07.2017, 12:53

nicht unbedingt. Ein Arbeitsweg von über 2,5h (für Hin- und Rückweg) ist eigentlich unzumutbar. Das viele das freiwillig machen ist davon unberührt.

Es gab gerade vor ein paar Wochen ein neues Urteil, das die bisherige Rechtsprechung in die Tonne kloppt, demnach ein Arbeitnehmer eine solche Versetzung einfach verwegern kann, der Arbeitgeber muss dagegen klagen. Bisher war das umgekehrt. Ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Nichts desto trotz: mit dem Arbeitgeber reden und die Möglichkeiten ausloten: Firmenwagen, Homeoffice, Aufhebungsvertrag, Kündigung. Wenn du Kinder (oder pflegebedürftige Verwandte) hast, soziale Lge geltend machen.

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schau mal nach Mitfahrzentrale oder Mitfahrgelegenheit.

Unter uns, meine Hochachtung das durch zustehen.

Wenn Dir dort ein Zimmer suchst, Mo/Di, Di/Mi,   Do/Fr.   nur zum pennen für Monteure. Wenn gar nix geht spiel das arme Lamm und gehe zur kat. Kirche u harke nach.

also Mi/Do  Nachhause   ,   wäre das ok ?

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Das ist ärgerlich, aber da kannst Du wohl nichts machen, außer mit Deinem AG zu sprechen.

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Tja, ein Arbeitnehmer muß flexibel sein und sich anpassen können, oder sich was anderes suchen.....

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Kommentar von Arnika321
13.07.2017, 11:57

Suche mal im "Osten" etwas anderes, ist nach wie vor schwierig, trotz gutem Beruf.

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