Dürfte ich eine Pistole zur Notwehr nutzen?

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12 Antworten

ja, in notwehr darf man auch waffen benutzen. aber man sollte sich klar machen, dass eine situation unterschiedlich beurteilt werden kann. am ende sagt dir ein richter, dass du es übertrieben hast und dafür zu bestrafen bist.

Ich hätte nochmal eine etwas geschliffenere Frage:

Ich wurde im vergangenen Jahr Opfer eines bewaffneten Raubüberfalles, wobei mir ein Revolver ins Gesicht geschlagen und an die Stirn gehalten worden ist. Ich konnte mich aus der Lage befreien, nachdem ich den ersten Angreifer paralysiert und den zweiten in ein Handgemenge mit dessen weiterer Schreckschusspistole verwickelt habe. Als sich dabei Schüsse lösten, ergriffen die Angreifer die Flucht. Demnächst kommt der Prozess und ich hab keine Ahnung was die Verteidigung dieser verfluchten Gangster sich alles herausnehmen wird, weswegen ich mich zumindest gerne zum Thema Schusswaffen schlau machen möchte.

in etwa passend zum Thema nun die Frage zur Eventualität: Wenn man eine Knarre im gesicht hat, gehe ich mal stark von Notwehr auf höchstem Niveau aus; Hätte man in so einem Fall auch Legitimation eine Schreckschusspistole zu benutzen, für die man keinen Schein oder Befugnis hat, ohne dafür Ärger durch Verstoß gegen das Waffengesetz zu bekommen? - ob mitgebracht oder entwaffnet -

Mal ganz im Ernst, in so einem Fall dürfte ich meiner Meinung nach, wenn ich hätte, eine Bazooka ziehen dürfen.

Bitte, bitte vielleicht mit Paragraphen belegen. Ich hab keine Lust mich im Kreuzverhör von irgendwelchen Sophisten aus dem Konzept bringen zu lassen. Dafür habe ich mit dem Unsinn zuviel durchgemacht.

Geh mal auf www.pulverdampf.at Passt auch wenn du aus Deutschland kommst, da sind Leute die sich 24 Stunden am Tag mit genau dem Thema beschäftigen! ;) Die können dir bestimmt weiterhelfen

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Ja, das ist grundsätzlich möglich. Auch ohne Waffenschein.

Notwehr ist eine Verteidigungshandlung, die erforderlich ist um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff auf ein geschütztes Rechtsgut von sich oder einem anderen sicher abzuwehren. Knackpunkt wäre bei der Frage nach der Pistole die Erforderlichkeit. Erforderlich ist eine Verteidigungshandlung dann, wenn es kein milderes Mittel gibt, das genau so geeigent ist.

Es hängt also vom Einzelfall ab, ob man auch eine Schusswaffe einsetzen dürfte. Ürigens kann man auch mit einer illegalen Waffe in Notwehr handeln. Bezüglich der Körperverletzung oder gar Tötung geht man dann straffrei aus, hat allerdings ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz am Hals.

Du darst in einer tatsächlichen Notwehrsituation jeden Gegenstand der geeignet ist diesen Angriff abzuwehren bemutzen, sogar illegale Gegenstände oder Waffen.

klar, wenn die Voraussetzungen für die Notwehr gegeben sind

aber nicht waffenschein mit waffenbesitzkarte verwechsen ;)

Du machst mir n bissl Angst!Hört sich so an, als ob du das gern mal tun möchtest!Ich hoffe dem ist nicht so!!!Und ich hoffe du kommst nie in eine Situation wo du dazu gezwungen wirst!

Wenn es eine ECHTE Notsituation ist und du in Lebensgefahr bist,macht es keinen Sinn,vorher um Erlaubnis zu fragen.....

ja aber nur wenn dir wirklich nix anderes übrig bleibt.

solange du ihn nicht umbringst und es wirklich nicht anders geht? Hoffentlich wirst du nie in diese Situation kommen

Nein, nicht in jedem Fall. Notwehr muss immer angemessen sein. Eine Pistole ist in 99 % aller Fälle nicht angemessen.

Zum einen bezweifle ich, daß ausgerechnet du den kompletten Überblick darüber hast, was in den meisten Fällen der Notwehr " angemessen " ist und was nicht. Nebenbei kommt der Begriff " angemessen " im entsprechenden Gesetzestext überhaupt nicht vor. Das Gesetz zur Notwehr spricht von " geeignet " und " erforderlich ", erst einige § später wird zu dem Thema was von der Abwägung der Rechtsgüter erwähnt.

Sollten tatsächlich die erforderlichen Kriterien der Notwehr erfüllt sein, ist auch der Einsatz von Schusswaffen selbstverständlich gerechtfertigt.

Wobei es selbst beim Einsatz einer Schusswaffe diverse Eskalationsstufen gibt, angefangen vom Drohen,dem Warnschuss,über das zuschlagen mit der Waffe oder den gezielten Schuß auf Extremitäten bis zum tatsächlichen Schuß in lebensgefährliche Körperregionen.

Der Begriff " Notwehr " ist im Gesetz erfreulicherweise ziemlich eindeutig definiert, du scheinst diese Definition nicht zu kennen und daher kommen offenbar 95 deiner 99%.......

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Wenn du lebensgefährlich, aktiv bedroht wirst, dann darfst du nat. Auch ohne einen Waffenschein schießen. Ich nehme an, dass deine Waffe angemeldet ist, also hast du normal als Sportschütze bzw. Jäger eine WAFFENBESITZKARTE. Damit darfst du deine Waffen Zuhause haben und auf Privatgelände damit schießen. Außer Haus, ausgenommen Schießstand (=Privatgelände) brauchst du einen Waffenschein, den bekommst du wenn du passiv bedroht wirst...

wenn dein leben in gefahr ist: ja

Nein das ist falsch. Wenn ich diese Aussage nämlich richtig verstehe, willst du damit sagen NUR wenn dein Leben gefährdet ist, darfst du die Waffe verwenden. Du verwendest die Waffe ja bereits, wenn du sie nur in die Hand nimmst um Angreifer abzuschrecken. Selbst wenn du die Hand nur an das Holster legst, benutzt du die Waffe schon. Und selbst wenn du die Waffe, ziehst, durchlädst, entsicherst und sogar einen Schuß abgibst musst du noch nicht getroffen oder auch nur auf den Gegner gezielt haben. Aber gehen wir davon aus, dass du einen gezielten Schuss auf deinen Gegner abgegeben hast. Du darfst ihn sogar dabei tötlich verwunden. Nämlich dann, wenn es als letztes Mittel ("ultima ratio") Möglich ist, um einen Angriff auf Dich oder eine andere Person zu verhindern, zu stoppen oder zu beenden.

Um das ganze zu veranschaulichen: 80 Jährige Frau rollt mit ihrem Rollator friedlich durch den Park. Vor ihr springt aus dem Gebüsch der Maskierte mit einer Pistole bewaffnete und sehr fit wirkende Räuber. Er schreit rum, droht, gibt evtl sogar einen Warnschuss ab. Der Frau ist nun nicht zuzumuten, dass sie sich Gewaltlos aus dieser Situation entfernt. Die kann nicht weglaufen, sie kann nichtmal um Hilfe rufen (Weil das den Angreifer reizen würde und weil sie eine zu leise Stimme hat). Sie muss auch nicht dem Räuber ihr Geld etc. geben und sie muss sich schon garnicht bedrohen lassen. Hätte sie jetzt eine Waffe dabei, hätte sie jede Berechtigung sie einzusetzen. Wenn sie ihn erschießt kann sie damit Argumentieren, dass ihr Leben in Gefahr war und das ein Schuss ins Bein z.b. den Täter nicht endgültig aufgehalten hätte...er hätte ja auch noch schießen können.

Das ist natürlich ein sehr extremes Beispiel, daher ein etwas Realitätsnäheres: Du bist 25 Jahre alt, Bodybuilder, seit 30 Jahren Kampfsportler (Ist natürlich übertrieben, ich will nur darauf raus, dass du Topfit bist...quasi der heutige Bruce Lee) Du hast einen Waffenschein + Waffe und stehst in einer Bank um Geld abzuheben. Plötzlich siehst du eine Maskierte Person mit Messer die die Bank überfällt. Die Person hat noch niemanden aktiv bedroht (Waffe an die Kehle gehalten o.Ä.) hat jedoch bereits mit dem Elnsatz des Messers gedroht ("Gib mir das Geld oder ich schlitze hier jemanden auf"). Du darfst nun wieder deine Waffe nehmen, durchladen, entsichern und sogar schießen. Ich würde in diesem Fall vermutlich keinen gezielten Schuss abgeben (auf den Täter gezielt) aber einen Warnschuss darfst du in Verbindung durch "verbale Präsenz" abgeben.

Ich hoffe es ist klar worauf ich hinaus wollte.

Oh abschließend damit das nicht falsch rüber kommt. Du darfst niemals gezielt jemanden Erschießen. Auch wenn du dem Typen 5 Schüsse in die Brust getrieben hast, erwähne niemals vor der Polizei oder sonst wem (auser deinem Anwalt), dass du den Mann/Frau gezielt getötet hast. Du kannst sagen "Ich wollte ihn/sie ja nur stoppen..." oder "Ich habe mich total erschrocken, die/der hatte ja (plötzlich) eine Waffe". Ist alles okay, weil durch §33 StGB abgedeckt:

Überschreitet der Täter die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken, so wird er nicht bestraft.

Ich habe übrigens grade nachgelesen, dass man sogar jemanden erschießen "darf", wenn man nur sein Eigentum verteidigen darf. Kann ich aber so aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, aber wer weiß schon alles :)

Hier der grade genannte Artikel:

https://www.jura.uni-tuebingen.de/professoren_und_dozenten/kinzig/mitarbeiter/natalie-richter/Notwehr.pdf

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