Dürfen sämtliche Posten einer Nebenkostenabrechnung, wie z. B. Müllversorgung und Wassergebühren nach der Fläche (m²) der einzelnen Wohnungen aufgeteilt werden?

6 Antworten

Wenn nach Verbrauch/Verursachung nicht möglich und vertraglich nicht anders, z. B. nach Personen, vereinbart muß der Vermieter nach der Wohnfläche abrechnen.

BGB § 556a
Abrechnungsmaßstab für Betriebskosten

(1) Haben die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart, sind die Betriebskosten vorbehaltlich anderweitiger Vorschriften nach dem Anteil der Wohnfläche umzulegen. Betriebskosten, die von einem erfassten Verbrauch oder einer erfassten Verursachung durch die Mieter abhängen, sind nach einem Maßstab umzulegen, der dem unterschiedlichen Verbrauch oder der unterschiedlichen Verursachung Rechnung trägt.

Es gibt Häuser, in denen es aufgrund des Leitungssystems nicht möglich oder unverhältnismäßig wäre, Wohnungszähler zu installieren.

Bliebe die Möglichkeit, nach Anzahl Personen, die in einer Wohnung wohnen, den Wasserverbrauch aufzuteilen. In einem Haus mit nur wenigen Wohnungen ist das auch noch einigermaßen praxisgerecht, da nur relativ wenige Wechsel in der Belegung der einzelnen Wohnungen vorkommen.

In einem Haus mit vielen Wohneinheiten müßte ein Blockwart ständig auf der Lauer sein, um festzustellen, wo gerade wieder Lebenspartner ein- oder ausziehen, die nicht in Mietverträgen stehen, wo Babys auf die Welt gekommen sind oder erwachsene Kinder ausgezogen sind, Besuch viel zu lange ständig da ist usw.

Reklamationen über Ungerechtigkeiten, gegenseitige Bespitzelung u. ä., was sich auf das gute Zusammenleben auswirkt, wäre die unausweichliche Folge.

Somit ist die Aufteilung nach Wohnfläche gerecht, wenn man davon ausgeht, dass in einer größeren Wohnung tendenziell auch ein höherer Wasserverbrauch anfällt, weil nun mal in größeren Wohnungen eher auch mehr Personen wohnen.

Wer mit einer solchen Abrechnung, die gesetzlich als Basis vorgegeben ist und von der abgewichen werden kann, nicht einverstanden ist, muss sich eben beizeiten eine andere Wohnung suchen.

Deine Mutter hat das über all die Jahre hingenommen. Also ist es auch von Euch jetzt so hinzunehmen.

Wahrscheinlich nicht.

Ein Single in einer großen Wohnung produziert sicherlich weniger Müll als eine 6-köpfige Familie in einer kleineren Wohnung. Das gleiche dürfte beim Wasserverbrauch gelten.


Das Recht auf eine verbrauchsbezogene Abrechnung der Warmwasser- und Heizkosten ist bundeseinheitlich in der Heizkostenverordnung (HKVO) geregelt. Nach § 4 der HKVO ist der Gebäudeeigentümer verpflichtet den anteiligen Verbrauch der Nutzer an Wärme und Warmwasser zu erfassen. Dafür sind entsprechende Messgeräte wie Warmwasserzähler und Wärmezähler bzw. Heizkostenverteiler einzubauen oder nachzurüsten. Für Kaltwasser gibt es keine bundeseinheitliche Regelung. Die Pflicht zur Ausstattung der Gebäude mit Kaltwasserzählern ist in den Landesbauordnungen geregelt. Für Neubauten besteht damit in fast allen Bundesländern die Pflicht zur Abrechnung der Kaltwasserkosten nach Verbrauch. Um dem schonungsvollen Umgang mit den Resourcen Rechnung zu tragen, verlangen einige Landesbauordnungen auch eine Nachrüstung beim Gebäudebestand mit Wasserzählern. Dies ist derzeit der Fall in Hamburg und Schleswig-Holstein.

http://www.molline.de/fileadmin/content/produkte_wasser/Infothek_Wasserzaehler/Information_Landesbauordnungen.pdf


Dies gilt aber scheinbar nur für Neubauen:

Ob und, wenn ja, wann Wasseruhren in einem Mehrfamilienhaus eingebaut werden, ist allein die Entscheidung des Vermieters. Lediglich für Neubauwohnungen könnten Landesbauordnungen etwas anderes bestimmen. Nach Informationen des Deutschen Mieterbundes (DMB) hat der Mieter keinen Anspruch darauf, dass sein Vermieter derartige eichpflichtige Wasserzähler installiert und so eine verbrauchsabhängige Wasserabrechnung ermöglicht. Solange in der Mietwohnung nicht an allen Wassersträngen Wasseruhren angebracht sind, müssen die Wasserkosten - wie die übrigen "kalten" Betriebskosten auch - nach Personenzahl oder nach Wohnfläche abgerechnet werden.

http://www.mieterbund.de/index.php?id=594

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