Dürfen Muslime, Juden, Hindus und Buddhisten im christlichen Europa religiöse Bauwerke errichten?

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16 Antworten

Natürlich, immerhin gibt es diese religiös genutzten Gebäude bereits in Europa.

Teilweise sind diese Bauwerke sogar baulich sehr aufwändig, wenn beispielsweise der jeweilige asiatische Stil beibehalten, oder in modifizierter Weise übernommen wird.

Etwa die buddhistische Pagode Vien Giac:in Hannover

  • deutsch.viengiac.de/

Oder der hinduistische Tempel "Kamadchi Ampal" in Hamm

  • kamadchi-ampal.olanko.de/
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Ich weiß ja nicht, was du als "christliches Europa" bezeichnest - in den Ländern der EU herrscht Religionsfreiheit.

Das bedeutet: Man kann eine Religion haben oder auch nicht, und wenn man eine will, kann man sie frei wählen (ab 14). Und natürlich kann jede Religion (mit Baugenehmigung) auch ein religiöses Gebäude errichten.

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Ja das dürfen Sie in eigentlich allen Westeuropäischen Ländern, in Deutschland ganz bestimmt. Ich als Schweizer muss hier aber erwähnen das es bei uns in der Schweiz, seit einer Volksabstimmung vor ein paar Jahren eine Einschränkung gibt. In der Schweiz dürfen keine Minarette mehr gebaut werden. Da diese aber für den Muslimischen Glauben in nicht wircklich nötig sind, handelt es sich hier bei nicht um eine Beschränkung der Religionsfreiheit.

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Kommentar von mmolthagen
26.11.2015, 15:28

Wer legt eigentlich bitte schön fest, was für einen Glauben "wirklich nötig" ist? Niemand als der Gläubige selbst (oder die jeweilige Versammlung der Gläubigen) hat die Deutungshoheit über Inhalte des betreffenden Glaubens.

Wenn Muslime also Minarette für nötig erachten, dann sind sie es für sie. 

Zur Religionsfreiheit gehört nämlich auch das Recht, sich seine religiösen Überzeugungen selbst zu bilden (Bekenntnisfreiheit). Und der Staat darf keine Überzeugungen bevorzugen oder benachteiligen.

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Wir hier in einer 100.000 Einwohner-Stadt haben verschiedene Moscheen für die diversen moslemischen Glaubensrichtungen. Wir haben nicht nur einen Hindutempel sondern jedes Jahr einen farbenprächtigen Umzug der Hindus durch die Stadt. Wir haben eine Synagoge und ein Buddhist erzählte mir mal, daß das größte Heiligtum der Buddhisten in Europa irgendwo im Ruhrgebiet steht (ich weiß den Ort leider nicht mehr), wo auch offizielle Bestattungen von Gläubigen vorgenommen werden dürfen.

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Grundsätzlich gesehen ja.

Hierbei sind die Auflagen der Baubehörde zu beachten. Es wird also unwahrscheinlich sein, dass in einem denkmalgeschützten Viertel mit historischem Hintergrund ein hinduistischer Tempel mit steinernen Elefanten vor der Tür gebaut wird. Anders schaut es in Stadtgebieten aus, die keinerlei Auflagen für eine Bauweise vorschreiben.

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Im Grundgesetz ist die freie Religionsausübung garantiert. Also dürfen die Religionsgemeinschaften dies in entsprechenden erforderlichen Räumlichkeiten ausüben.

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Europa ist groß, besteht aus diversen unabhängigen Staaten.

Demzufolge gibt es unzählige verschiedenen Bauvorschriften. Werden diese eingehalten ist das Errichten solcher Bauwerke zulässig.

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Kommentar von scrutinize
26.11.2015, 11:08

*lach*

Ob diese Gebäude errichtet werden dürfen oder nicht, hängt nicht von Bauvorschriften ab, sondern von ethnisch-religiösen Konflikten. Und das in jedem Land Europas.


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Na hör mal, es gibt diverse Synagogen und Moscheen in Deutschland. Selbst einen Hindu Tempel gibt es in NRW. Nur bei Buddhismus weiß ich nicht, ob die ein eigenes Gebäude in Deutschland haben

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Kommentar von sarahj
28.11.2015, 03:04

brauchen keinen Tempel, suchen nur sich selbst, keinen Gott.
Und sie haben sich ja immer bei sich.

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ja, sonst würde es ja z.B. keine Moscheen geben.

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Alle oben genannten Religionen dürfen zumindest in Deutschland ihre Kultstätten und Bauwerke errichten. Einzig die Kultstätten des germanischen Urglaubens sind bis heute verboten. Sie wurden zerstört und/oder darüber eine Kirche errichtet. Neue durften bis heute nicht errichtet werden. Es gibt zwar mittlerweile wieder einige, aber die müssen die Gläubigen streng geheim halten. 

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Kommentar von mmolthagen
26.11.2015, 15:21

Abgesehen davon, dass niemand weiß, was so ein "germanischer Urglaube" eigentlich sein soll, hätten auch Angehörige einer solchen Religionsgemeinschaft das Recht, Kultstätten und Bauwerke zu errichten.

Einzig solche Gemeinschaften, die sich zu sehr an rechtsextremem Gedankengut orientieren (und da gibt es ja nun einige), müssen mit Einschränkungen rechnen.

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Kommentar von earnest
26.11.2015, 19:46

Dann stell doch mal einen Bauantrag für die Errichtung eines Wotan-Tempels in Wanne-Eickel. 

;-)

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Kommentar von sarahj
27.11.2015, 01:38

das würde mich jetzt echt interressieren: ich vermute, es geht um keltische Religion bzw. Bräuche, die die Christen bei ihrer freundlichen Übernahme einverleibt haben - oder?

Mit welchem Recht sind diese Kultstätten verboten (hast Du da einen § ?)

Klar, daß die rechten auf sowas stehen, aber gegen Walpurgisnachtfeste, bei denen sexy, leichtbekleidete Hexen um alte Eichen tanzen, und danach alle Spaß miteinander haben, sollte doch außer der Kirche niemand was haben -oder?

Oder habe ich da etwas zu verklärte Vorstellungen ;-D

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Was soll die Frage? Jüdische Synagogen gibt es in Europa schon seit Jahrhunderten, und auch Moscheen schon zig Jahrzehnte. Ob es hinduistische und buddhistische Tempel gibt, weiß ich nicht, aber erlaubt sind sie selbstverständlich. Warum auch nicht? Wir leben ja hier nicht in Nordkorea!

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Kommentar von Pangaea
26.11.2015, 09:28

Kennst du noch andere Synagogen außer jüdische? ;-)

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in diesem sinne sind christen tolerant!

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Es dürfen Nichtschwimmer an Schwimmbädern arbeiten, Veganer an der Pferdemetzgerei, Radfahrer in der Autoproduktion, Nichtraucher an Raucherkneipen und sogar Kinderlose am Bau des Kindergartens. Es dürfen sogar Leute Ostereier anmalen, die gar nicht an den Osterhasen glauben!

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Kommentar von sarahj
28.11.2015, 02:59

aber Atheisten (selbst kritische Christen) nicht in kirchlichen Einrichtungen
(nicht einmal wenn sie fast vollständig staatlich finanziert sind)

Sorry: musste ich jetzt loswerden

Was ist eigentlich mit den Mitarbeitern von islamischen Einrichtungen. Wäre da ein Atheist willkommener?

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Eindeutig ja, wenn sie sich an die geltenden Bauvorschriften halten.

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Dir ist schon klar, dass es zB in Deutschland Moscheen und Synagogen gibt? Also ja.

Dazu ist Europa nicht christlich, sondern religionsfrei, durch Religionsfreiheit.

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Kommentar von Agentpony
26.11.2015, 10:29

Um ein bisschen Klugzuscheißen: Die politische Religionsfreiheit ist die Laizität (Trennung von Staat und Religion). Religionsfreiheit ist ein persönliches Grundrecht und könnte auch in einer nicht-laizistischen Gesellschaft exitistieren.

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Kommentar von mmolthagen
26.11.2015, 15:25

In Europa gibt es kein einheitliches Staatskirchenrecht. Allein Deutschland (weltanschauliche Neutralität) und Frankreich (Laizismus) haben völlig unterschiedliche Modelle des Staatskirchenrechts. 

In den verschiedenen Staaten ist auch die Religionsfreiheit unterschiedlich begründet - aber keiner der heutigen Staaten ist "religionsfrei" (der letzte, der das von sich behauptete, war das kommunistische Albanien).

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Ja, sie dürfen, wenn die Bauvorschriften beachtet werden.

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