Dürfen Medien über Suizid Fälle nicht berichten?

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5 Antworten

Sie dürfen selbstverständlich darüber berichten (und tun es auch), haben sich aber im Pressekodex, Ziffer 8, "Schutz der Persönlichkeit" und besonders in der dortigen "Richtlinie 8.7 - Selbsttötung" eine Selbstbeschränkung auferlegt.

Dort heißt es: "Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen, die Veröffentlichung von Fotos und die Schilderung näherer Begleitumstände."

Der Grund dafür ist der sog. "Werther-Effekt", manchmal auch "medieninduzierte Selbststötung" oder "Nachahmungs-Suizid" genannt,der nachweislich bei marktschreierischer Berichterstattung zu einem nachfolgenden Anstieg der Suizide führt, vgl. z. B.  http://www.stefan-niggemeier.de/blog/18676/neues-von-werther-suizid-haeufung-nach-breiter-suizid-berichterstattung/

Wenn ein Video davon existiert, solltest Du Dich an die entsprechende Seite, z. B. Youtube, wenden, und - unter Verweis auf den Pressekodex, der für alle Medien gilt - um Löschung bitten.

Leider kursiert das Video in Whatsapp!

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Ich arbeite beim Bestatter und sehe im wahrsten Sinne des Wortes tagtäglich Suizide. Die meisten davon werden mit keinem Wort öffentlich erwähnt. Es sei denn, es hat sowieso jeder mitbekommen (Amoklauf o. A. ) oder es besteht ein besonderes Interesse der Öffentlichkeit an dieser Nachricht.
Siehe auch "Werther-Effekt" oder "Die Leiden des jungen Werther".

Habe mal eine Frage .... Unzwar wo sie Bestatter sind falls sie hier das nicht sagen wollen versteh ich das näturlich , aber in einer groß Stadt?
Wegen den alltäglichen Suiziden ...

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Wir fahren für die Kripo im Kreis Wesel, teils auch im Kreis Kleve und Kreis Borken.
Ebenso für die Staatsanwaltschaft Duisburg und Kleve. Ist ne ziemliche Ausnahme dass eine Firma ein so großes Vertragsgebiet hat, wir können das aufgrund unserer Größe gewährleisten.

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Die Orte sagen mir zwar nichts aber krass das ihr Aufgabengebiet so groß ist, da glaubt man ihnen mit den tägtäglichen Suiziden ( leider ) auch

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Okay vielleicht nicht JEDEN Tag. Aber so 200 im Jahr könntens schon sein ;-) reicht ja auch...

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Der Grundsatz – Die Berichterstattung über Suizidfälle fordert den Journalisten Zurückhaltung ab. Erstens gilt es, auf die Betroffenheit der Angehörigen Rücksicht zu nehmen. Zweitens belegen zahlreiche Studien die Nachahmungsgefahr, die von detaillierten  Berichten über leicht zugängliche Suizidorte und Suizidmethoden ausgeht.

Darüber wird nicht Berichtet wegen des Werther-Effekt.

Medien dürften darüber berichten (MEdienfreiheit), machen es aber nicht. 

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