Dürfen geistig behindert Personen alkohol in einem supermarkt kaufen?

7 Antworten

Es kommt auf die Schwere der Behinderung an. Zu jeder geistigen Behinderung (also Intelligenzminderung) besteht ein Intelligenzalter.

Leichte g-B: IQ von 70-60: IA=9-13 Jahre

Mittelschwere g-B: IQ von 60-45: IA=6-9 Jahre

Schwere g-B: IQ von 45-20: IA=3-6 Jahre

Schwerste g-B: IQ unter 20: IA unter 3 Jahren

Ab 6 Jahren ist man geschäftsfähig, also kann man Gemüse, Brot, Obst etc. einkaufen ohne Begleitung. D.h. leichte und mittelschwere geistig Behinderte dürfen einkaufen gehen. Schwere und schwerste geistig behinderte nicht, da ihr Intelligenzalter nicht über 6 Jahre ist.

Alkoholkauf ist erst ab 18 Jahren legasiliert, also müssen ALLE geistig behinderte eine Begleitung dabei haben, wenn es um Alkoholkauf geht. Zwar sind sie physisch gesehen bereit, Alkohol zu konsumieren, können aber nicht einschätzen, wie viel Alkohol für sie eine Gefährdung darstellt. Wenn sie alleine einkaufen würden, gäbe es da ein Problem.

Solange sie die volle Geschäftsfähigkeit haben, warum nicht?

Das wird meiner Erfahrung nach immer alles so ausgelegt, wie man's gerade braucht. In mir bekanntem Fall: geistig behinderte Frau (32)- geistiger Entwicklungsstand 8,6 Jahre, Betreuer - sie darf natürlich Alkohol kaufen - Versicherungen abschließen, über eigenes Konto verfügen, Kaufverträge abschließen, ein 4 jähriges Kind erziehen

ABER sie kann nicht für ihren eigenen Unterhalt sorgen, obwohl sie in ihrer Behindertenwerkstatt 8 Stunden putzt, aber zum arbeiten in einer normalen Firma ist sie zu behindert

natürlich dürfen sie ab 18 alkohol kaufen, sonst wäre es doch diskriminierung

Nach §104 BGB sind geistig behinderte Personen geschäftsunfähig, dürfen allerdings nach §105a BGB Geschäfte des täglichen Lebens tätigen. Ein Einkauf in einem Supermarkt ist ein Geschäft des täglichen Lebens. Allerdings gilt dies nicht für Alkohol, da dies eine Gefahr für die Person bedeutet (§105a S2 BGB)

Kurz gesagt: Nein, dürfen sie nicht.

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@MrGarrett

Aber ich kenne Fälle in denen die geistige Behinderung nicht auf den ersten Blick auffällt. d.h. die Verkäuferin merkt es nicht und der geistig behinderte kann nicht belangt werden...

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@monokulti

Das ist richtig. Ich habe lediglich die rechtliche Lage erklärt. "Können" und "Dürfen" sind zwei unterschiedliche Dinge :)

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