Dürfen der Anwalt und sein Mandant ein vom Gericht bestelltes psychiatrisches Gutachten über den Beklagten lesen?

3 Antworten

Es kann vor Gericht nur anständig verhandelt werden, wenn alle Prozessbeteiligten alle Informatonen haben, ohne jegliche Ausnahme.

Also wird dies nicht nur dem Gericht, sondern auch einem Staatsanwalt, einem eventuellen Nebenkläger, dem Anwalt des Beklagten natürlich auch komplett einsichtig gemacht - der das natürlich vor der Verhandlung mit seinem Mandanten bespricht.

Zudem werden Gutachter gerne zur nochmaligen Besprechung seines Gutachtens als Zeuge vor Gericht geladen und Einzelheiten hierzu hinterfragt und nochmals eine Begründung verlangt.

Wie soll das auch anderst gehen? Stell Dir eine Gerichtsverhandlung vor, bei dem einige was wissen, andere was anderes wissen, einige was nicht wissen, was andere jedoch wissen und umgekehrt?

Mal ernsthaft, wie soll sowas dann ablaufen?

"Im Namen des Volkes veruteile ich den Angeklagten aufgrund Informationen, welche Ihnen allen sonst nicht zugänglich waren, zu....."

Ähm..... Hallo? Das geht gar nicht.

Ja, das geht noch weiter mit der "Einsichtnahme".

Alle Gerichsverhandlungen sind vom Grundsatz her erst einmal öffentlich.

Warum? Weil der Richter "Im Namen des Volkes...." ein Urteil spricht, also stellvertretend für alle Leute im Land.

Also haben alle Leute im Land selbstverständlich auch das Recht, zu prüfen, was ein Richter da in ihrem Namen jeweils so für Zeugs veranstaltet und wie er Recht spricht und wie zum Geier der auf seine Urteile kommt.

Das bedeutet, Du, ich, Dein Nachbar, wir alle haben das verbriefte Recht, einfach so in eine Gerichtsverhandlung zu gehen und die uns anzuschauen. Vollkommen egal, wer gegen wen oder warum, wir dürfen da rein und zuhören, ohne Voranmeldung und völlig kostenfrei - dies ist im Übrigen ein hervorstechendes und grundlegend wichtiges Merkmal eines Rechtsstates, eine transparente Justiz.

Nur wenn unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wird, dann nicht, jedoch sind die Hürden, bis eine solche geschlossenen Sitzung überhaupt mal stattfinden darf, sehr hoch.

Das bedeutet, stell Dir das mal vor, Du bist angeklagt. Über Dich wurde ein psychiatrisches Gutachten gefertigt. Das wird vor Gericht besprochen, auf Antrag einer Prozesspartei gar verlesen und Dein Nachbar, mit dem Du ansonsten im Knasch liegst und ihr Euch höchstens mal gegenseitig den Stinkefinger zeigt und euch gegenseitig Beleidigungen zuschleudert, der  hockt unter den Zuschauern und bekommt alles mit.

Und ja, das ist vollkommen rechtskonform.


Niemand wird aufgrund eines Gutachtens verrurteilt, sondern aufgrund einer Klage oder einer Straftat nebst Ankage. Ein Urteil kann sich aufauf ein Gutachten stützen, aber nicht die Begründung selbst sein.

Außerdem bringst du Zivilrecht und Strafrecht durcheinander. 

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@Bitterkraut

Niemand wird aufgrund eines Gutachtens verrurteilt, sondern aufgrund einer Klage oder einer Straftat nebst Ankage.

Hab ich was anderes behauptet?

Außerdem bringst du Zivilrecht und Strafrecht durcheinander.

Ich kann mir nur sehr wenige Gründe vorstellen, warum bei einem Zivilklageprozess ein psychiatrisches Gutachten vom Gericht gefordert werden könnte.

Bei Vormundschaftssachen viielleicht oder sehr selten auch noch, wenn es um das Sorgerecht ginge. DieesFälle dürften in der Masse der Zivilklageangelegenheiten jedoch von ihrem Anteil her doch eher vernachlässigbar sein.

In Strafrechtsfällen jedoch kommt das häufiger vor.

0

nun um zu einen gerechten Urteil zu kommen brauchen diese Informationen sprich das Gutachten zumindest Richter und alle Anwälte. Ob der jeweilige Anwalt dass dan seinem Mandanten zeigt steht auf anderem Papier

gerade solche Handycaps wie Depressionen, Traumafolge, SVV ,Suizidprävention und Borderline können bei einer Urteilsfindung maßgeblich sein sprich vor allem für den der dies hat sprich dir.
Hier kann das Wissen für dich sich positiv auswirken weil es vieles entschuldigt

1

Hallo.

Ja, ohne  das alle alles wissen kann nicht geurteilt werden.

Wo steht beim Rechtsanwalt (Vertreter des Beklagten) der Mandant? > Im Gerichtsverfahren am Gericht steht Kläger ./. Beklagten? Beim Bekl.-RA Bekl./.Kläger?

Vervollständigt:
Wo steht der Mandant im Mandat , Vollmacht und Schriftverkehr zwischen dem (eigenen) RA und des Mandanten (ich). 

eigentlich Kläger ./. Beklagten

Wieso steht dann im Schriftverkehr  mit dem beauftragten (eigenen) RA Beklagter./. Kläger ?

Danke für aufrichtige Antworten!

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