Dürfen ChristenMeditieren?

7 Antworten

Praxisformen der Meditation und Kontemplation finden sich in praktisch jeder der großen Weltreligionen.

Im Christentum gibt es das stille Gebet, das Rosenkranzgebet, oder das Jesusgebet, je nach christlicher Tradition.

Im Islam gibt es neben dem formellen Gebet auch das Beten mit der Gebetskette und insbesondere im Sufismus das dhikr/zirk.

Im Hinduismus gibt es verschiedene Formen des Yoga-Wegs, darunter auch das Mantra-Yoga, also die Wiederholung heiliger Formeln.

Im Buddhismus gibt es neben der stillen Sitzmeditation mit Atembeobachtung auch andere Formen der Meditation, darunter die Rezitation mit der Gebetskette (Mala).

Wie man an meinen bewusst ausgewählten Beispielen sieht, gibt es deutliche Gemeinsamkeiten in der meditativen und kontemplativen Praxis aller Religionen.

Meditation ist definitiv nicht auf fernöstliche Lehren beschränkt.

Ich selbst bin Buddhist und habe schon gemeinsam mit Christen, Juden, Muslimen, Hindus, Neuheiden und vielen anderen das "Zazen", eine Form der Sitzmeditation geübt.

Dabei fiel nicht einmal das Wort "Buddha", oder "Gott", sondern jeder übte für sich und dennoch gemeinsam das stille Sitzen.

Die Konfession ist nach meiner Überzeugung für den Weg in die Stille, für Selbsterkenntnis und Achtsamkeit völlig ohne Belang.

Widerstand gegen Meditation gibt es nach meiner persönlichen Erfahrung, nur von religiösen Hardlinern.

Da werden dann gruselige Geschichten erzählt, im Zustand des "Nicht-Denkens" könnten böse Geister von einem Besitz ergreifen.

Was ich von solchen Behauptungen halte, die meiner Meinung nach nur dazu  dienen, die Menschen in ihrem Weg zur Freiheit zu behindern, muss ich sicher nicht erklären.

Letztlich ist Meditation aber gar keine äußere Technik, sondern ein Zustand entspannter Achtsamkeit und damit das Gegenteil von Anspannung oder Trance.

Achtsam ausgeübt kann jede Handlung zu einer Form der Meditation werden, in der man geistige Sammlung üben kann.

Nicht umsonst heißt ein Leitspruch des christlichen Benediktinerordens

"ora et labora" - Bete und Arbeite.

Dort heißt es nicht "bete oder arbeite" sondern dort steht "und" - das könnte man durchaus als Aufforderungen an die Mönche verstehen, selbst ihre alltäglichen Verrichtungen als Gebet, oder spirituelle Übung zu  betrachten.

Wie kann ein solcher Zustand, des Ganz-im-Moment-Seins, die bewusste Erfahrung der Gegenwart, wie etwa das Riechen an einer Blume, irgendwie auf eine einzelne Konfession reduziert werden?

Meditation ist meiner Ansicht nach universell und auch eine der Möglichkeiten, durch die Menschen verschiedenen Glaubens miteinander ihre Spiritualität erleben können.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Mehr als 30 Jahre Praxis buddhistischer Meditation

Also, Meditation ist nichts anderes als eine innere Ruhe zu finden, einen Punkt auf den man sich konzentriert, durch den man sich entspannen kann oder beruhigen kann. Und so weiter und so fort.

Im Gebet erfahren Gläubige auch diesen Effekt.

Deshalb sehe ich beides, je nach Intensität der aktuellen Ausübung als gleichwertig an im Ergebnis für den Meditierenden oder Betenden.

Also, warum sollten Christen oder Leute die an andere Religionen glauben nicht meditieren dürfen. Dadurch verstößt man sicherlich nicht gegen irgendeine glaubenstechnische Vorschrift.

Ich mache bei Stress eine Atem-Meditation und sehe da nichts unchristliches darin.

Allerdings sollte man keine Mantras anwenden!

Natürlich, warum sollten sie nicht meditieren? Jeder kann meditieren, gleichgültig, welcher Religion er/sie angehört.

Weil es ja von Buddhismus kommt oder nicht

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@wugel10

Meditation und Kontemplation gibt es eigentlich in allen Religionen.

Wer Probleme damit hat, eine "fremde" Form der Meditation zu üben, kann ja die meditative Praxis der eigenen Religion für sich entdecken.

Allerdings hat die buddhistische Achtsamkeitsmeditation "Vipassana" oder die Sitzmeditation "Zazen" nichts mit Anbetung anderer Gottheiten zu tun, so dass nach meinem Verständnis keine Probleme bestehen sollten.

Im Bezug auf radikale Fundamentalisten gilt natürlich: Wer keine ideologischen Probleme hat, macht sich welche. ;-)

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Nein. Also nicht den echten.

Echt warum dürfen sie das nicht

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