Dürfen buddhistische Mönche rauchen?

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3 Antworten

Ich bin Buddhist und werde versuchen dir zu helfen.

Es gibt verschiedene Strömungen im Buddhismus.

Die älteste Form, der Theravada-Buddhismus sieht in der Tat vor, das Mönche nicht mehr nach 12:00 essen dürfen.

Regeln gegen Tabak gibt es im Vinaya (den Ordensregeln) nicht, da Tabak erst nach den buddhistischen Konzilen dorthin gelangte.

Im thailändischen Volksglauben wird Tabak zudem nicht als Genussgift, sondern als Medizinalpflanze angesehen, so dass es dort nicht verpönt ist.

Nach den Ordensregeln und nach kultureller Ansicht ist es also Mönchen nicht grundsätzlich untersagt zu rauchen.

Die Regel, den Geist nicht zu betäuben, lautet im Pali-Original;

"Suramerayamajjapamadatthana veramani, sikkhapadaṃ samadiyami"

Dabei ist der Teil ab "veramani" zu übersetzen als "Ich nehme die Übungsregel auf XY zu verzichten an"

Schauen wir uns die Begriffe davor an:

  • "sura" und "meraya" sind zwei alkoholische Getränke
  • "majja" heißt soviel wie "berauschend, vergiftend" 
  • "pamada" ist soviel wie "Nachlässigkeit, Rausch"
  • "thana" heißt soviel wie "Zustand"

Man nimmt also die Übungsregel," keine berauschenden alkoholischen Getränke die zum Zustand der Nachlässigkeit führen, zu sich zu nehmen"

Alkohol war zur Zeit des Buddha die klassische Droge, also spricht sich die Regel, wenn man sie wörtlich übersetzt, nur gegen Alkohol aus.

In Japan ist die Situation noch einmal anders

Dort wurden durch eine Regierungsanordnung die Mönche dazu aufgefordert, wieder Fleisch zu essen und nicht mehr zölibatär zu leben - und Alkohol ist im Rahmen von Freizeit-Aktivitäten für Mönche durchaus üblich.

Raucher gibt es dort auch unter den Mönchen - die anregende Wirkung des Tabaks hilft womöglich dabei, die harte klösterliche Routine durchzustehen.

Allerdings wird diese Regel heute meist weiter gefasst.

So gibt es etwa die moderne Formulierung "Ich nehme das Gelübde, den Geist nicht zu betäuben, auf mich"

Denn heutzutage gibt es viele Dinge, mit denen wir unseren Geist betäuben, oder verändern - bereits starker Medienkonsum kann uns geistig abstumpfen und abhängig machen, ohne dass wir "Drogen" zu uns nehmen.

Mit "betäuben" meint man aber auch "den Geist künstlich verändern" - denn andernfalls könnte man ja meinen, Halluzinogene, die nicht narkotisierend wirken, wären in Ordnung - was jedoch anders gesehen wird.

Sonstiges

Der Buddhismus lehrt die Eigenverantwortlichkeit jedes Menschen, wobei die Mönche aber strengeren Regeln unterliegen als Laienanhänger.

Letztlich bleibt es aber beim Einzelnen, wie er diese Regeln befolgt - denn ein Verstoß gegen das Vinaya liegt für Mönche durch Tabakkonsum nicht vor.

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Kommentar von Enzylexikon
12.09.2016, 22:10

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Sagen wir mal so:

ein "Kind Gottes" (Röm.8,16) bewahrt seinen Körper für den Heiligen Geist und verunreinigt ihn nicht ( 1.Kor.6,19).

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Kommentar von Mirarmor
07.09.2016, 11:54

Ernsthaft, ich frage nach Buddhisten und du zitierst die Bibel? Geh bitte woanders deiner "Mission" nach und bring das "Wort Gottes" unter die Leute...

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Nein dürfen sie nicht da Sir nicht genießen dürfen,sie sollen immer daran erinnert werden das alles leiden ist....

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Kommentar von Aktzeptieren
05.09.2016, 21:10

Aso dann ließ du deine Bild Zeitung weiter.Des mit dem Verbot stimmt, aber die denken nicht so wie du das alles leiden ist

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Kommentar von JohnTasse
05.09.2016, 21:11

Na in den vier edlen Wahrheit steht aber mach meinen Kenntnissen das alles leiden ist..

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Kommentar von Enzylexikon
05.09.2016, 21:39

Im Theravada-Buddhismus wird die "Genußvermeidung" meist ernster interpretiert, als im Mahayana-Buddhismus.

In verschiedenen Traditionen des Mahayana darf ein Buddhist durchaus wohlhabend sein, gute Speisen essen und unter bequemen Umständen wohnen - er darf nur nicht daran haften.

Das gilt zwar grundsätzlich auch für Mönche, allerdings werden natürlich protzige Mönche schlichtweg gesellschaftlich nicht gerne gesehen..

So lange der Buddhist sein inneres Gleichgewicht, seine Zufriedenheit und sein "Glück" nicht von diesen Dingen abhängig macht, kann er sie gebrauchen.

Ein Mönch könnte also zB durchaus einen Sportwagen fahren, oder eine goldene Rolex besitzen - wenn er sie aber als Statussymbol betrachtet und sich emotional daran klammert, sollte er diese Dinge wohl besser verkaufen.

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