Dürfen Beamte im Vertrieb eingesetzt werden?

7 Antworten

Das kommt drauf an. Wenn das die alten Beamten sind die aus dem einfachen Dienst kommen, dann geht das durchaus. Wenn der mittlere oder gehobene Dienst bei diesen Tätigkeiten eingesetzt wird, dann wird das mit ziemlicher Sicherheit vor Gericht beendet werden, weil hier eigentlich eine andere Arbeitsplatzbeschreibung vorliegt,

Eine schöne Weltsicht ist das,. Nein, wer als Techniker oder Rechnungssachbearbeiter eingstellt worden ist, darf durchaus dagegen vorgehen, wenn er plötzlich Klinken putzen darf.

Nur ist heute in den Köpfen überall eine gewisse Sklavenmentalität zu finden, und deswegen finden viele es eben neuerdings normal, dass der Dr. sci. draußen die Straße kehrt. Aber normal ist das nicht. Das ist nur das, was nach Schröder und Merkel übrig ist.

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@FirstPickler
Nein, wer als Techniker oder Rechnungssachbearbeiter eingstellt worden ist, darf durchaus dagegen vorgehen, wenn er plötzlich Klinken putzen darf.

Das habe ich gesagt, letzter Absatz.

Bei Beamten ist aber der Unterschied, dass da durchaus eine andere Arbeit erlaubt ist, sofern sie nur dem "Dienstgrad" quasi entspricht.

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Maral ist das Eine, rechtliche Einschätzung das andere.

Ich denke, dass ein pauschaler Einsatz im Vertrieb nicht illegal ist. Inwieweit die von dir angesprochenen Verkaufstechniken illegal oder "nur" unmoralisch sind, kann ich nicht sagen.

Das wird dir aber wohl keiner hier sagen können. Und selbst wenn: Ich denke, dass wird dieser Beamte individualrechtlich von einem Gericht prüfen lassen müssen. Villeicht sollte er mal mit der Gewerkschaft reden, ob so eine Klage Aussicht auf Erfolg hat.

Die Frage wirft zwei Aspekte auf. Zunächst ist problematisch, ob diese nicht hoheitliche Tätigkeit mit dem Beamtenstatus generell und in Sonderheit mit dem abstrakten Amt entsprechend der konkreten Laufbahn vereinbar ist. Mit Recht wurde schon darauf hingewiesen, dass die nicht hoheitliche Tätigkeit nicht zur Rechtswidrigkeit des Einsatzes führt. Ob die Tätigkeit "amtsangemessen" ist, muss nach den Einzelfallumständen beantwortet werden. Eine offensichtlich unterwertige Beschäftigung darf der Beamte ablehnen.

Bei einer gesetzwidrigen oder "moralisch anstößigen" Tätigkeit steht dem Beamten das Recht der Remonstration zu. Eine eigenmächtige Arbeitsverweigerung wird man nur in - kaum vorstellbaren - offenkundigen Fällen bejahen können. Ggf. muss der Beamte bei unbefriedigendem Ausgang des Remonstrationsverfahrens den Klageweg vor den Verwaltgungsgerichten beschreiten (Feststellungsklage).

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