Dürfen Ärzte so viele Mittel verabreichen?

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10 Antworten

Wenn Patienten gewaltätig werden und im Begriff sind andere und/oder sich selbst zu verletzen, dann ist eine Sedierung und Fixierung im Interesse der Ärtze und des Patienten.

Du warst nicht anwesend und hast nicht mitbekommen, inwieweit Dein Freund "ausgerastet" ist.

Dass die Ärzte "gegen ihn" arbeiten, sehe ich nicht - sie verhindern vermutlich, dass er noch einmal versucht, sich das Leben zu nehmen!

Sicher ist es für Dich nicht schön anzusehen und zu wissen, wahrscheinlich kommen Dir diese Methoden sehr grob vor, aber vergiss nicht, was Dein Freund getan hat - er hat offensichtlich sehr große psychische Probleme und ist nun in einer Klinik, wo man ihm helfen wird.

Alles Gute!

67zuhjnm 22.01.2017, 16:49

Ich kenne diesen Menschen und ich weiß, wie er ausrastet. Ich weiß auch, dass das gefährlich für die Umgebung werden kann und es ist okay, ihn zu fixieren. 

Ich meine damit, dass sie gegen ihn arbeiten so, dass sie nicht auf ihn eingegangen sind, sich zu einigen. Wie schon gesagt, er MÖCHTE Hilfe, aber er will nicht eingesperrt und ruhig gestellt werden und genau das tun die jetzt, ohne zu wissen, dass er sich darauf einlassen würde. Mit ihm muss man reden, denn er ist im Grunde genommen nur ein sehr sehr verletzter mensch, aber die haben ihn so weit lahmgelegt, dass er seine Umgebung nicht wahrnimmt und nichtmal merkt, dass er fixiert ist und das grenzt meiner Meinung nach an Körperverletzung, jemanden so zu behandeln, ohne erstmal darauf einzugehen, wo das Problem liegt

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ValentinDupree 22.01.2017, 16:53
@67zuhjnm

Es ist vorübergehend! Das war eine Notfallmaßnahme das wird kein Dauerzustand.

Was jetzt folgen wird kann ich nur vermuten, da ich keine vollständige medizinische und keine psychologische Ausbildung habe. Wahrscheinlich wird man die Medikamente langsam einstellen und das überwachen. Es wird also ein Arzt oder Psychologe dabei sein und mit ihm sprechen. Die werden das schon gut machen, dafür sind sie ausgebildet und die haben sehr viele Fälle gesehen. Wenn er aus der Gefahrensituation heraus ist kann es auch sein das du hinzugezogen wirst. Erstmal jedoch nicht.

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Samika68 22.01.2017, 16:54
@67zuhjnm

Vielleicht wollte er gar nicht mit sich reden lassen - Du warst, wie gesagt, nicht anwesend.

Die Ärzte werden sich schon auskennen, bzw. haben insofern unterstützend reagiert, indem sie Deinen Freund in eine Klinik überwiesen haben, in der man mit Sicherheit auf seine Probleme eingehen wird.

Alles hat den richtigen Zeitpunkt - und wenn Dein Freund noch zu aufgebracht war und Gefahr von ihm ausging, sind Beruhigungsmittel in Ordnung.

Auch, dass man Dich nicht ständig zu ihm lässt, halte ich für legitim.

Du bist "nur" eine Freundin - und keine direkte Verwandte, außerdem ist es für Deinen Freund zunächst hilfreicher, sich auszuruhen und auf eine heilende Therapie zu konzentrieren.

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67zuhjnm 22.01.2017, 17:04
@Samika68

Ich war bis zu einem gewissen Zeitpunkt dabei und ich bin zu 100% sicher, dass diese ärzte gestern falsch gehandelt haben und sie werden meinen freund so niemals für sich gewinnen. Da können die 20 mal studiert haben oder was auch immer, es war nicht richtig. Er war ja der einzige in diesem raum, der mit sich reden lassen wollte. Zumindest solange ich da war und bis zu dem Zeitpunkt waren definitiv die ärzte diejenigen, die nicht mit sich reden lassen wollten

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ValentinDupree 22.01.2017, 17:13
@67zuhjnm

Ich verstehe das es für dich sehr stressig ist. Das ist absolut verständlich.

Ärzte haben ein genau vorgeschriebenes Protokoll in diesen Fällen. Da wird dann die Zwangsmedikation eingeleitet, denn so kann er sich und andere nicht gefährden - und das mit Sicherheit.

Er wird dann langsam aus der Betäubung entlassen. Währenddessen wird er vorbereitet. Es war auf jeden Fall richtig. Denn es ging hier nicht nur um ihn. Es ging um die Ärzte, Pfleger, anderen Patienten und auch ihn.

Ärzte lassen grundsätzlich in solchen Situationen nicht mit sich reden. Einfach weil es einen Ablaufplan gib. Angehörige kennen keinen Kreuzreaktionen und können keine schnelle Diagnose stellen. Deshalb stören Angehörige dabei nur -- es bedarf Konzentration.

Alles was Angehörige vorweisen können sind Vermutungen. Was ist wenn diese nicht zutreffen und evtl. eine andere Person schwer verletzt wird, weil du dich doch geirrt hast? Willst du das Risiko tragen?

Rechtlich hast du auch keine handhabe, es ist eine gerechtfertigte Körperverletzung und er wird nun der ärztlichen Kunst nach behandelt. Da gab es schon ganz andere Fälle, die »nicht kooperieren« wollten und auch das hat man geschafft.

Versuch dich nicht weiter damit zu beschäftigen, entspann dich und sei dadurch dann später auch eine Hilfe für deinen Freund.

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Fixierung und Sedierung gehen Hand in Hand. Wenn jemand so ausrastet, das er fixiert werden muss, dann dient die Fixierung nur der Sicherheit - zum runterkommen und Beruhigung die Sedierung. In solchen Fällen wird am Anfang immer viel gegeben, um den Kreislauf erstmal zu durchbrechen.

Die Medikamente werden dann langsam reduziert. Du kannst da nichts machen, du solltest aber auch nicht gegen die Ärzte arbeiten, das macht es später nur schwieriger für deinen Freund, selber Vertrauen zu fassen.

Dafür gibt es dann unter umständen eine richterliche Anordnung. Da er von ihm eine Gefahr ausgegangen ist, nicht nur für ihn sondern auch für sich selber ist das schon in Ordnung.

Da er sich umbringen wollte ist die Selbstgefärdung hier ja schon recht deutlich.

Das PsychKG regelt das eigentlich ziemlich genau. Ich halte das vorgehen hier nicht für ungewöhnlich. Auf der Intensivstation mit vielen anderen Patienten, die alle dort sind weil es schwerwiegender ist, ist das ein vorgehen, das gerechtfertigt ist.

Ich würde auch grundsätzlich davon ausgehen, dass es nach ärztlicher Kunst geschehen ist.

67zuhjnm 22.01.2017, 16:42

Aber so wird ihm doch nicht auf Dauer geholfen und er möchte ja Hilfe annehmen, aber hat nie die Chance bekommen, dass zu sagen, weil die Menschen gegen ihn geredet haben.

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ValentinDupree 22.01.2017, 16:45
@67zuhjnm

Das ist nur vorübergehend. Das wird nicht auf Dauer passieren. Die Frage was nun passiert ist ganz unterschiedlich. Kannst dir mal § 1906 BGB angucken und Unterbringung nach PsychKG (ist Bundesland abhängig)

Bei akuter Gefährdung erfolgt eine Zwangsmedikation. Es ist jedoch keine Dauermedikation erlaubt

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Liebes leider hat dein freund in einem der kreise einhalt gehalten die von der schlechten seite der psyiatrie in ihrem leben erfahrung gemacht hat er wird einen langen leidensweg haben alles was du tun kannst und dass wenn du ihn von ganzem herzen liebst für ihn da zu sein

Ich verstehe Dich einerseits gut, andererseits aber auch wiederum überhaupt nicht. Weshalb machst Du die Ärzte so nieder?

Dein Freund befand sich in einer Ausnahmesituation. Um ihn vor sich selbst und aklle, die mit ihm zu tun haben (im übrigen auch Dich!!) zu beschützen, hat man zu den äußersten Maßnahmen gegriffen, ihn nämlich fixiert und sediert. Wäre das !Vollpumpen" nicht erfolgt, hätte Dein Freund alles im vollen Bewußtsein mitbekommen. Ob er sich das hätte gefallen lassen? In einer solchen Situation stellt man nicht erst einmal Ansprüche, sondern läßt die Ärzte ihren Job machen. Dafür sind sie da, und da bist Du, ob Angehöriger oder Freundin, einfach im Weg. Ich habe eher den Eindruck, dass Du Dich weg geschoben fühlst, weil Du nicht alles mitbekommen hast.

Ob Du einen guten Einfluss auf Deinen Freund hast, weiss ich nicht (sei mir nicht böse), denn Du hast ja weder seinen Suizid noch sein Ausrasten vorher verhindern können. Nur wer sich helfen lassen WILL, dem kann man helfen. Dass Du jetzt nicht zu ihm gelassen wirst, ist normal und auf geschlossenen Stationen durchaus üblich. Das kann einige Wochen dauern, so lange eben, wie es die Ärzte für notwendig erachten.

Statt Dich hier aufzuregen solltest Du mit den Ärzten in einer ruhigen Stunde im Laufe der Woche ein klärendes Gespräch führen. Ruhig, ohne zu Meckern. Sieh das Ganze mal vom ärztlichen Standpunkt. Deinem Freund soll geholfen werden, also arbeite MIT den Ärzten und NICHT gegen sie. Sonst ziehst Du da immer den Kürzeren. Man ist nicht verpflöichtet, Dir Auskunft zu geben oder überhaupt zuzuhören. Wenn man etwas erreichen will, sollte man auch die Argumente der anderen gelten lassen.

67zuhjnm 23.01.2017, 19:20

Um es jetzt mal zu klären, ja ich habe GEGEN die Ärzte geredet und es war mir doch klar, wieso. Über das Internet hat mich jetzt zwar keiner richtig verstanden und das scheint wohl normal, immerhin entstehen auch viele Dinge, die nicht ganz klar werden, aber es WAR falsch von den Ärzten. Ich durfte sehen, wie erniedrigend es für ihn war und er wurde defixiert. Die Klinik hat es nun besser gemacht als die Ärzte im Krankenhaus. Was wohl viele nicht verstanden haben ist, dass er eben NICHT ausgeflippt ist, als ich da war, sondern als ich weg war. Und ein Arzt in der Klinik, mit dem ich jetzt geredet habe, bestätigte, dass mich das Krankenhaus nicht hätte wegschicken sollen, da es erst danach so eskaliert ist UND sie ihm hätten zuhören müssen, da er sich, wie gesagt, ja zu allem freiwillig bereiterklärt hätte, nur haben die WIRKLICH zu wenig zu ihm gesprochen. Durch diesen "ordentlichen" Arzt konnten wir auch IN RUHE klären, dass mein Freund die Therapie macht, ihm aber dort auch direkt zugehört wird, anstatt ihn zum ausflippen zu bringen!

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Um die Frage in einem Satz zu beantworten: Nein, Sie dürfen nicht - sie MÜSSEN !

Sorry, auch wenn die Situation extrem schwer ist: Bitte mal tief durchatmen und bereit sein, Ratschläge anzunehmen !!! Es wurden bisher schon etliche wirklich gute, völlig zutreffende Antworten gegeben, und da bringt es GAR NIX, dagegen zu rebellieren und reichlich unsachlich auf Ärzte zu schimpfen, die in so einer Situation auch an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gehen müssen.

Alles, was Du schreibst, belegt im Prinzip, dass die Ärzte nach bestem Wissen und Gewissen handeln, und das müssen Angehörige (egal, ob Eltern oder Freundin) dann auch mal akzeptieren. Gehe DU schnellstmöglich zu einem Arzt / einer Ärztin DEINES Vertrauens und lass Dich beraten, wie DU mit der Situation umgehen kannst. Eventuell (kann ich aber nicht versprechen) kann dann Dein Arzt mit den behandelnden Ärzten Deines Freundes Kontakt aufnehmen und Informationen bekommen.

Eventuell kann es auch sinnvoll sein, bei der zuständigen Polizeiinspektion vorzusprechen - ich weiss es von unserer örtlichen Dienststelle, dass es dort Beamte gibt, die sehr einfühlsam mit den Angehörigen in einer solchen Situation umgehen. Alles Gute, gute Nerven - und Geduld !


knapp 6 Leute gegen ihn reden und sich auf nichts einlassen, ist es doch klar, dass er durchdreht!!

Nein, es ist nicht klar. Wenn jemand durchdreht auf der Station, wird er natürlich mit Medikamenten ruhig gestellt.  Und wenn er auch noch fixiert werden musste, dann heißt das was.
Die Ärzte wissen im Allgemeinen schon, was sie tun. Vielleicht solltest du ihnen mal vertrauen.

Weil in geschlossenen Psychiatrien oft Dinge passieren, die die Menschenrechte verletzen. 

Dein Freund und du tut mir leid , dass auch ihr Opfer dieses kranken Systems werdet. Wahrscheinlich bekommst du keine Auskunft darüber, wie lange er noch drinnen bleiben muss ?

Ob die Ärzte das dürfen, ist gewissermaßen rechtluche Grauzone. Wenn ein Patient "selbst gefährdend" oder fremd gefährdend ist , also eine Gefahr für sich oder andere darstellt, wird er zunächst einmal entmündigt und um seine Rechte beraubt .. man kann über sehr , sehr lange Zeit weggesperrt werden unter schlimmen Bedingungen , keinen Kontakt zur Außenwelt (Isolation), die gesamte Zeit kein Ausgang , Zwangsmedikation (zB "Betonspritze", starke Beruhigungsmittel) und Fixierung  .. Darum gilt : so tun, als hätte man sich von alleine beruhigt, MITSPIELEN, sich freundlich und kompromissbereit und einsichtig stellen , mit arbeiten , behaupten, es ginge einem langsam wieder besser. Auch wenn die Wut im Bauch fast explodiert . Man darf sich nichts anmerken lassen. Auf die Frage ob er noch Gedanken daran hat, sich das Leben zu nehmen muss er UNBEDINGT mit "nein" antworten . Vorher kommt er da nicht raus . Wenn er so tut als wäre er total einsichtig und brav, dann wird er auch nichtmehr fixiert. Er muss seinen Trotz da überwinden. Die "Ärzte" sitzen leider am längeren Hebel, ist man erstmal in denen ihren Fängen ..

Falls du irgendeine Möglichkeit bekommst die Tage ihn ALLEINE zu sprechen (vl am Telefon kurz. Frag aber vorher nach ob du auf Lautsprecher bist, das machen die oft um die Gespräche zu überwachen/mitzuhören).. Dann sag ihm eindrücklich dass er sich denen unterwerfen muss und zumindest bis er raus kommt so tun muss als würde es ihm besser gehen und er würde etwas ändern wollen und sich einsichtig zeigen, denn nur so kommt er raus !!! 

Wenn er weiter psychisch "kranke" Verhaltensweisen zeigt , werden die Methoden der "Ärzte" so grausam bleiben und er wird womöglich erstmal drin bleiben müssen , diese Erfahrungen habe ich und viele Menschen machen müssen ... vielleicht habt ihr auch das Glück und er kommt einfacher raus .... ich musste 2 Jahre in geschlossenen Psychiatrien/Einrichtungen verbringen und bekam eine regelrechte Gehirnwäsche .. 

Ich wünsche euch vom Herzen , dass du ihn da wieder raus bekommst , so schnell wie möglich , und dass er nicht endgütlig daram kaputt geht . . Die (geschlossenen) Psychiatrien machen meist alles noch viel viel viel schlimmer und die Patienten noch viel viel viel kaputter und kränker !!

Lieben Gruß

Es ist absolut keine Einigung zu sagen, wenn ich in dieser Situation, die das Rauchen unmöglich macht, rauchen darf, arbeite ich mit.

Du kannst da auch nicht viel ausrichten.

Leider kannst Du gar nichts machen, weil Du "nur" seine Freundin bist.

Hat er keine näheren Verwandten - Eltern zum Beispiel?

67zuhjnm 22.01.2017, 16:55

Ich bin zwar nur seine Freundin, aber ich bin auch die einzige person, die für ihn eine große Rolle spielt und zu der er richtigen Kontakt hat. 

Ich möchte nur, dass die blöden Ärzte dort auf ihn eingehen und ihn nicht direkt so lahmlegen. Natürlich flippt ein mensch aus, wenn er gerade einen suizidversuch mit einem folgenden nervenzusammenbruch hatte und dann werde ich weggeschickt und die lassen sich nichtmal auf einen kleinen Kompromiss ein. Das ist doch Körperverletzung. Ich weiß, dass er auch ruhig bleibt, wenn man nur ordentlich in ruhe mit ihm redet. Aber das haben die nicht getan, ich war ja noch dabei bis zu einem bestimmten Zeitpunkt 

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beangato 22.01.2017, 16:59
@67zuhjnm

Na ja - in dem Moment hat er wohl eine Gefahr für sich selbst dargestellt. Da müssen die Ärzte ja was machen. Als Körperverletzung sehe ich das nicht an.

Und die Eltern könnten erstens mit den Ärzten reden und sollten zweitens auch vom Zustand ihres Kindes informiert werden. Hast Du das schon gemacht?

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67zuhjnm 22.01.2017, 17:08
@beangato

Ich spreche auch nicht dagegen, ihn zu fixieren, aber ich war noch dabei, als es anfing und er WOLLTE mit sich reden lassen, die Ärzte haben ihm keine Chance gegeben und es kann doch dann nicht richtig sein, ihn so ruhigzustellen, dass er nichts mehr merkt. Das muss doch falsch sein, immerhin sollten Medikamente IMMER die letzte Wahl sein

Ich habe seiner Mutter geschrieben, aber da kann man nicht viel erwarten

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beangato 22.01.2017, 17:09
@67zuhjnm

Na ja- warte einfach ab. Die Medikamente werden wahrscheinlich nach und nach heruntergefahren.

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