"Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren"?

13 Antworten

„Denn Gott hat geboten und gesagt: ‚Ehre den Vater und die Mutter!‘ und: ‚Wer Vater oder Mutter schmäht, soll des Todes sterben.‘ Ihr aber sagt: Wer irgend zum Vater oder zur Mutter spricht: Eine Opfergabe sei das, was irgend dir von mir zunutze kommen könnte – der wird keineswegs seinen Vater oder seine Mutter ehren.“ (Mt 15,4-6) Dieses Gebot ist das einzige Gebot der 10 Gebote, welches Jesus wiederholt hat.

Deine Frage ist wirklich schwierig zu beantworten! Wenn du deinen Vater oder Mutter nie kennen gelernt hast, dann kannst du sie ja praktisch auch nicht ehren! Verurteile sie aber niemals! Du weißt ja auch nie, warum deine Mutter oder dein Vater dich verlassen hat. Vielleicht war sie oder er in einer Notsituation! Falls deine Eltern dich zwar lieben, aber nicht liebevoll oder gut erziehen, dann kannst du ihnen auch vergeben. Selbst die beste Mutter oder der beste Vater können dich nie fehlerfrei erziehen!!!

Im Gebet kannst du die "Sache" an Gott übergeben. Gott liebt dich bedingungslos und begleitet dich auch in dieser Situation!!!

Lies doch mal das Neue Testament!

Eltern die ihren Kindern keinen Respekt entgegenbringen sollten auch keinen von ihnen erwarten. Ich bin nicht der Meinung, dass man die Eltern "ehren" muss, wenn diese einen nicht gut behandeln.

Das Gebot bedeutet zunächst einmal handfest, die Eltern nicht verhungern zu lassen, wenn sie zu alt oder/und zu krank zum Arbeiten sind.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit im 3. Jahrtausend vor der Rentenversicherung. Eigentlich ...

Was dann das "Ehren" in einem dem heutigen näheren Sinn betrifft, da dürfte auch was dran sein. Wäre zu überlegen, was.

"Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass du lange lebest auf Erden."

Eines der 10 Gebote, vor tausenden von Jahren in einer patriarchalischen Gesellschaft "vom Himmel gefallen" . . .

Dass man vor allem seiner Mutter sein Leben verdankt, ist klar. Wer Schwangerschaft kennt, weiß das. Dafür ist sie zu respektieren.

Ansonsten ist es ja nicht immer so, dass Eltern alles tun, damit es ihren Kindern gut geht. Wenn sie ihr Bestes getan haben (auch wenn es nur IHR Bestes war), sollte man ihnen schon dankbar sein, denn Eltern sein ist manchmal ein ganz schöner Opfergang. Wenn man vorher wüsste, was da auf einen zukommt, würden es die meisten wahrscheinlich bleiben lassen.

Wenn sie nicht ihr Bestes getan haben, sind sie so zu respektieren, wie jeder Mensch zu respektieren ist. Man kann auch Mitleid oder Erbarmen dafür haben, dass sie aufgrund ihrer eigenen Geschichte nichts Besseres hinbekommen haben. Denn Eltern waren auch mal Kinder, hatten auch gute oder schlechte Eltern und sind heute -- auch Menschen.

Genauso sehe ich das auch...

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Man soll(te) sie als das ehren, was sie (auf jeden Fall) sind: die Ermöglicher deiner Existenz.

Stimmt, das darf man wirklich nicht vergessen. Und die, die gar nicht froh sind, dass sie existieren?

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@StilleFrage

Die scheitern genau an diesem Punkt.
Das ist tragisch, leider. Sie nehmen das Leben nicht an.

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ist ein Denkfehkler von Dir drin, nicht jedes Kind ist erwünscht , manches ein Betriebsunfall und manches kriegt ein Leben lang vorgeworfen, wärst Du nicht gekommen, wär mein Leben anders veraiufen..dafür ehren???, mein Leben verdanke ich Gott, nicht meinen Eltern, die sind nur ein biologisches Werkzeug, wenn nch die ehr, dann weil sie ihren Job als Eltern gut gemacht haben..

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@Userin38576

Auch wenn ein Kind nicht 'gewünscht' war - es ändert nichts an der Tatsache des von mir Beschriebenen. Du kannst 'die höhere Macht', die dieses Geschehen ermöglicht, 'Gott' nennen, oder 'Natur' oder 'schöpferisches Prinzip' oder oder ...
Wer seine Eltern nicht in diesem Sinne 'ehren' kann, dem wird es in der Tat 'nicht wohlergehen im Leben'.

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@Tamtamy

Dann muß also jemand der in der Kindhjeit halb totgeprügelt wir und mißhandelt, seinen Elterrn, trotzdem dankbar sein???Weil ihm sonst nicht wohlergeht im Leben???seltsame Logik

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@Userin38576

Die 'Logik' mag im rationalen Sinne 'seltsam' erscheinen.
Aber es gibt eine jenseits des Rationalen wirkende 'Logik der Psyche'.
Und die Tragik vieler Menschen mit Lebensschwierigkeiten (in diesem Fall: mit der existenziellen Schwierigkeit, ihr Leben ANZUNEHMEN, bis hin zur Tendenz, sich umzubringen) liegt genau an diesem Punkt!
Erst wenn es ihnen gelingt, die Schuld der Eltern (z.B. durch Vernachlässigung oder Misshandlung) abzukoppeln von der (biologischen und psychologischen) Tatsache der Ermöglichung des Eintritts in eine irdische Existenz - und sie DAFÜR innerlich zu 'ehren' - wird es ihnen 'wohlergehen' können im Leben.>
Das ist der tiefe Sinn dieses biblischen Gebots.
Das nimmt nichts weg von der jeweiligen Schuld der Eltern. Die Verantwortung dafür BLEIBT bei ihnen.
(Ich kann jetzt nicht erwarten, dass du das durch diese wenigen Sätze nachvollziehen kannst. So etwas versteht man dann am besten, wenn man diesen Prozess erleben durfte, z.B. in einer Familienaufstellung).

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@Tamtamy

Sehr guter Kommentar, den ich zum größten Teil nachvollziehen kann, Danke, bleib gesund!

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