Droht der AfD nun die Spaltung?

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12 Antworten

Die AfD ist bereits gespalten. Die "alte AfD" nennt sich jetzt "Alfa".*(Sicherlich auch nur vorübergehend, da es Namenskollisionen** gibt.)

*) http://alfa-bund.de/

**) http://www.welt.de/politik/deutschland/article155641385/Gericht-verbietet-Lucke-Partei-die-Abkuerzung-Alfa.html >

Kann dieser Machtkampf zur Spaltung der AfD führen?

Mein Tipp: Nein, keine erneute "Spaltung". Petry ist - wie Merkel - reiner Machtmensch. Ihr ist völlig egal, welche Ansichten sie dafür vertreten muss. 

Meuthen sorgt allerdings mit seinem aktuellen Aufstand dafür, dass die AfD erheblich an Vertrauen und Zulauf verlieren wird. Zwar bleibt ihm in den kommenden 4 Jahren erspart, das auch persönlich ausbaden zu müssen, doch er gibt den Startschuss für das Ende der politischen Bedeutung der Partei insgesamt. Das gilt umso mehr, wenn der politisch völlig unbegabte Meuthen eine stärkere Führungsrolle innerhalb der Partei erhalten sollte. 

Sollte Petry hingegen tatsächlich "abgespalten" werden, stünde sie letztlich allein da. Denn auch der Ex-CDUler Gauland, der derzeit noch tendenziell zu ihr hält, ist lediglich "karriere-interessiert" und bereitet gerade seinen Absprung vor. Er wird sich im Zweifel also an Meuthen halten.

All das habe ich zwar schon auf dem Schirm, allerdings ging ich davon aus, dass man mit dem Abstieg erst kurz vor bzw. nach den kommenden BT-Wahlen beginnen würde. Erst in diesem Kontext wäre eine Neuordnung der Partei im Interesse der Partei-Eliten sinnvollerweise zu beginnen. (Es ist zwar jetzt schon dringend notwendig, wie ich bereits vielfach erwähnte, schadet aber vor der Wahl der Partei insgesamt; und damit vor allem deren Elite, die sich selbst in jenes Nest setzen will, das sie derzeit noch - um Stimmen zu fangen - so vehement kritisiert.)

Worum geht der Machtkampf eigentlich ausgenommen mal von der Spitzenkandidatur bei den Bundestagswahlen?

Führungsansprüche eines kopflosen Rudels ohne ausgeprägte Alpha-Tiere.

Die Medien suggerieren hier gern, es handle sich um "Flügel-Kämpfe", doch tatsächlich vertreten weder Petry, noch Gauland, noch Meuthen irgendeinen "Flügel" ... mit Ausnahme ihres eigenen, ganz persönlichen.

Tatsächlich ist Meuthen ein Überbleibsel der "Alt-AfD-Wirtschaftsliberalen", der - wie Gauland und Petry - durch die Entmachtung der "Alt-AfDler" seine Chance auf eine ungetrübte politische Karriere gekommen sah. Nur deshalb wechselte er nicht ebenfalls zur "Neu-AfD", also zur "Alfa".

Und im Zuge des (völlig sinnlosen und rein parteipolitisch motivierten) "Antisemitismus-Streits" innerhalb der AfD-Elite geht es um die Verteilung der Alpha-Positionen.

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Einschlägige Verschwörungstheorien behaupten, Meuthen wäre ein "V-Mann" der Alt-AfDler, die ihre Chance zur Rück-Übernahme der Partei gekommen sehen.

Das könnte in der Tat eine Lösung für einen ganzen Haufen von Problemen beider Parteien sein. Doch selbst das dürfte mit erheblichen Einbrüchen der Zustimmungs-Ergebnisse einher gehen.  

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Kommentar von atzef
06.07.2016, 19:00

1. Die Hinausdrängung von Lucke und seinen Fans würde ich nicht wirklich als Spaltung ansehen. Angesichts der weiteren Entwicklung der AfD verstärkt hin zum Rechtspopulismus ist das aus der AfD-Optik eher eine Art "Befreiung" von wirtschaftsliberalem "Ballast" gewesen. ALFA z.B. befürwortet den Freihandel und TTIP, die AfD wiederum lebt da eher von rechtskonservativ-rechtsextremistischen Sehnsüchten nach "nationaler Autarkie" und drastischem Sozialprotektionismus.

2. Mir erscheint aber der aktuelle Zwist durchaus das Potential zu haben für eine tatsächliche Spaltung, die auch in quantitativer Hinsicht folgenreich werden könnte (das war ja der Absprung von Lucke und Henkel eigentlich nicht).

Petry scheint in den zentralen Parteigremien zunehmend in die Ecke gedrängt zu werden, hat aber an der Basis und unter den Wählern fraglos viele (sabbernde) Fanboys...:-) Angesichts der aktuellen Ereignisdynamik tut sich da schon ein ziemlicher Graben auf, den ich so und auch nicht unbedingt in solchen Koalitionen vermutet hätte...

3. Du meinst also, es ginge um reine, persönlich motivierte Machtansprüche? Ohne Bezüge zu inhaltlichen Positionen? Mag sein... So intim überblicke und durchschaue ich diesen Haufen auch nicht. Aber es ist m.M.n. schon auffällig, dass sich gerade jetzt diese Gräben auftun und bezogen werden, wo die Partei urplötzlich durch den Brexit faktisch mundtot gemacht wurde. Zum aktuell wichtigsten politischen Ereignis hatte die AfD praktisch gar nichts zu sagen und präsentierte die ganze Bandbreite von betrübt (Weidel, Gauland) über makaber sprachlos (Petry) bis zu himmelhochjauchzend (Storch). Insofern würde ich vermuten, dass sich hier Wirtschaftskonservative und Rechtspopulisten/Rechtsextreme zum Duell aufstellen... Aber das ist eher "Riecher" als belastbare These...

Hahaha, Verschwörugstheoretiker sind echt dämlich...:-)

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Erstens: man weiß es nicht. Niemand kann in die Zukunft schauen.

Zweitens: es gibt Parteien und Parteien. Neue Parteien, die sehr schnell Zulauf bekommen, werden nicht selten von Egomanen befeuert und bevölkert. Und die zerlegen sich dann untereinander selber. Die Halbwertszeit neuer Protestparteien ist kurz.


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denke, dass wird alles keinen großen Einfluss auf die AfD haben, denn die meisten Anhänger sind so grundsätzlich gegen die anderen Parteien, dass sie nicht so schnell ihre Position aufgeben werden. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die AfD in fünf Jahren vollkommen anders sein könnte als heute und die jetzigen Vertreter der Partei keine Rolle mehr spielen werden - selbst Petry traue ich keine richtige Führungsrolle auf Dauer zu. Sie wird eben kurz - bis mittelfristig wichtig sein, aber irgend wann aufgrund ihres Konkurrenzkampfes an Bedeutung verlieren. Neue Parteien verändern sich meistens sehr stark oder manche verschwinden auch wieder. Deshalb halte ich Spekulationen über aktuelle Entwicklungen für sinnlos. In fünf Jahren sieht sowieso alles vollkommen anders aus.

In China sieht man das sogar so, dass selbst ein Tyrann keine wirkliche Macht über die Bevölkerung hat, weil was ist schon die Herrschaftszeit eines Menschen gegen das Bestehen Chinas. (max. 80 vs. 4000 Jahre)

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Es wäre ja nicht die erste "Spaltung" der Partei, man denke nur an die ALFA von Bernd Lucke. Er hat die AfD hinter sich gelassen, weil sie im zu rechts wurde bzgl. Pegida usw.

So ist es fast immer in solchen Parteien, die gemäßigten lassen sich von den radikalen und Extremisten übertönen und diese reißen zwangsläufig das Runder an sich. Auch wenn die AfD zu einem gewissen Zeitpunkt mal ordentliche Ziele und Absichten verfolgte... der Zug ist längst abgefahren. Was da noch übrig geblieben ist, sind übergelaufene NPDler und wenn die AfD das nicht will, hätten sie frühzeitig darauf reagieren müssen, anstatt eine Parteisitzung im historisch belegten "Münchner Hofbräukeller" zu erzwingen und sich dann noch von Rechts-Terroristen wie Thomas Schatt beklatschen zu lassen.

Man kann nur hoffen das die AfD sich selber erledigt.

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Egal was hier wer von dieser Partei denkt, dies wäre doch nicht der erste Machtkampf. Man erinnere Petry contra Lucke.

Parteitag: Petry gewinnt Machtkampf bei der AfD - Inland - FAZ

www.faz.net › Politik › Inland

Und so gehen die "Spielchen" weiter:

AfD: Jörg Meuthen drohte Frauke Petry mit Hausverbot für Stuttgarter ...

www.welt.de › Politik › Deutschland

AfD: Alexander Gauland stellt sich hinter Jörg Meuthen - Spiegel Online

www.spiegel.de › Politik › Deutschland › Frauke Petry
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Ich denke, dass es erstmal so bleiben wird, da jetzt Gedeon wegen Antisemitismus aus der Partei ausgetreten (ausgeschlossen) wurde. Einige der AfD dulden Rassismus (Petry), andere nicht (Meuthen). Ich denke, dass es bis zum Herbst noch zu Aussprachen kommen wird.

Das wird allerdings die Bevölkerung kaum betreffen. Den meisten Wählern war ja das vorher mit z.B. Beatrix von Storch auch herzlich egal, daher wird das keine große Auswirkung haben (außer das die anderen Parteien sich wieder beschweren und die AfDler unbelehrbar bleiben...)

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Kommentar von Marc8chick
06.07.2016, 13:57

Das stimmt so nicht. Petry war dafür höcke aus der Partei auszuschließen, meuthen arbeitet viel mit ihm zusammen... Auch Gauland (ebenfalls ziemlicher rechtspopulist) ist auf meuthens Seite. Ich denke da wäre Petty noch vernünftiger aber bei meuthen würden die Wähler vielleicht zu CDU/FDP gehen...

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Kommentar von atzef
06.07.2016, 13:57

Hilf mir auf die Sprünge, was war denn mit der Störchin?

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Verglichen mit den großen Kämpfen bei den Grünen (Fundis gegen Realos) ist die aktuelle Situation im Landesverband Baden Würtemberg eine eher kleine athmosphärische Störung.

In der Süddeutschen Zeitung wurde geschrieben: "Man hat es fast vergessen: In früheren Zeiten, als die Grünen aus Fundis und Realos bestanden, waren sie eine wirklich sehr lebendige Partei. Keine Versammlung, in der sich die beiden Flügel nicht heftig befehdeten, über Stunden."
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/der-ewig-alte-konflikt-fundis-gegen-realos-ungeliebter-solist-1.1240335

Auch als der SPD Parteivorsitzende seinen Job als Super-Wirtschaftsminister hinwarf und später die "Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit" und dann einen hohen Posten in der Partei "die Linke" (hervorgegangen aus der SED) annahm, war das ein wesentlich heftigerer Riss.

Fr. Petry ist in BW ja gerade ihrem Co-Vorsitzenden Prof. Meuthen zu hilfe gekommen. Weder im Bundes- noch im Landesvorstand gibt es irgendwelche Spannungen.

Die AfD hat hier ja wieder einmal klar dokumentiert, daß - selbst wenn das Macht- und Postenverlust bedeutet - rechtsradikale oder antisemitische Positionen, selbst wenn sie wie bei Hrn. Gedeon's Buch über die Grünen aus 2012 noch nicht vollständig geklärt sind, niemals toleriert werden!

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Kommentar von BTyker99
06.07.2016, 20:52

Frau Petry wollte nach meiner Interpretation vor allem die Partei retten, weil eine Spaltung der Baden-Würtemberger sich vielleicht auch auf die gesamte AfD hätte ausweiten können, und da die Zeit knapp war (da die Austritte innerhalb des Tages umgesetzt worden wären), hat sie sofort gehandelt. Damit hat sie, und der Rest der Parteispitze ein klares Zeichen gesetzt, dass meiner Meinung nach die Partei stärken kann, da es die Rechtsextremismus-Vorwürfe unhaltbar macht.

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Wäre ja nicht das erste mal, wenn man sich an die Absonderung von Lucke in der Vergangenheit erinnert.

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Die Spaltung droht der AfD schon seit Monaten und sie wird natürlich kommen. Die Partei wird sich immer weiter radikalisieren.

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Ich hoffe doch, dass sich diese rechten Spinner irgendwann so untereinander zerstreiten, dass sie endlich in der Versenkung verschwinden...

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Denke hier geht es zu wie überall in den großen Familien.

Wo gehobelt wird da fallen Spänen........ansonsten wird nur heiße Luft in den Medien verbreitet.

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Diese komische Partei war von Anfang an gespalten, wollte es nur nicht wahr haben.

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Kommentar von AlienFactory
06.07.2016, 13:42

Komisch finde ich CDU/SPD

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