Drohende Zwangseinweisung und "Flucht" des Patienten

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So läuft das in der Realität nicht ab. Wenn der Arzt es für so dringend hält, kommst du nicht erst nach Hause, die holen dich aus der Praxis ab. Viele Einweisungen nach PsychKG gehen sowieso von normalen Krankenhäusern aus.

Meinst du ernsthaft, du sitzt bei deinem Psychiater, sagst dem, du wärst eine Gefahr für dich selbst und die Umwelt und der lässt dich nach Hause gehen und sagt, wir weisen Sie die nächsten Tage zwangsweise ein???

das nicht, aber angenommen, ich rufe meinen psychiater oder therapeuten an oder meinen besten freund und sag dem, ich will nicht mehr leben, ich bring mich um. dann bin ich ja nicht in der praxis, sondern daheim oder wo auch immer.

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@EquusCaballus

Wenn du jemandem sagst, du bringst dich um, kann dein Freund/Psychiater die Polizei alarmieren. Je nachdem, ob sie das glauben, tauchen sie zu Hause bei dir auf. Wie auch immer weißt du vorher ja nicht, dass die Polizei informiert wurde.

Ich kenne Fälle, da Leute in einem Forum ihren Suizid angekündigt haben. Die Forenbetreiber haben die Polizei alarmiert und diejenigen bekamen noch in der Nacht Besuch. In den allermeisten Fällen folgt dem aber trotzdem keine Einweisung nach PsychKG.

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@EquusCaballus

Ja! Dieses Verbrechen wird immer noch ausgeübt, weil es immer noch Sondergesetze gibt (wie PsychKG in der BRD z.B… jährlich gib es hier über 200 Tausend Zwangseinweisungen!), wo nur der Verdacht einer „Selbst- oder Fremdgefährdung“ ausreicht, jemanden einzusperren und unter Zwang zu „behandeln“.

In Deutschland kann man sich seit 2009 vor psychiatrischen Zwangsmaßnahmen mit der „PatVerfü“ schützen, einer speziellen Patientenverfügung gegen psychiatrischen Zwang. Sie ist kostenlos im Internet veröffentlicht; alle Informationen zur „PatVerfü“ sind hier abrufbar: http://www.zwangspsychiatrie.de/beratungszentrum-patverfu

LG

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@bonus1

Hallo! Aber vergesst nicht: Vor der Zwangsbehandlung nach der Zwangseinweisung steht immer noch der Psychiater in der Notaufnahme. Ich bin selbst Psychiaterin und natürlich bringt die Polizei manchmal Patienten, weil andere sich Sorgen machen und natürlich entziehen wir niemandem die Freiheit ohne Grund!!! Gründe, die ich erlebt habe und wo ich sagen kann zum Glück haben wir die dabehalten sind z.B. eine Pat., die unter dem Einfluss einer Droge stand, die ihr jemand ins Glas gemacht hat und die versucht hat, an der Seite eines Turms hochzuklettern und da rumgeschrien hat. Der wäre womöglich noch was passiert. Oder eine Patientin, die bereits den Strick zuhause liegen hatte wegen ihrer Depression. Die war ein paar Wochen da und ist seit 2 Jahren gesund. Zum Glück ist sie nicht gestorben. Und was ist mit den Psychotikern, die sich vor Angst zuhause monatelang verschanzen, weil sie sich verfolgt glauben? Gut, wenn ihnen jemand hilft! Oder oder oder... Ich habe noch nie (!) von einem Patienten gehört: Das war jetzt aber echt überflüssig, dass Sie mich dabehalten haben!!! Und übrigens: Selbst wenn der diensthabende Psychiater einen Fehler macht, MUSS immer am Folgetag ein Richter kommen, der die rechtmäßigkeit der Unterbringung gegen den Willen prüft und der auch ausführlich mit dem Patienten spricht. Und selbst wenn der einen Fehler macht, kann der Patient beim zuständigen Landesgericht Beschwerde einlegen, da käme dann von dort ein Landesrichter, der den Fall begutachtet!!

Jemand, der sich oder andere NICHT gefährdet oder aber Suizidgedanken hat und dabei absprachefähig ist, darf gehen!

Jemand, der glaubt, unrechtmäßig eingesperrt zu werden, ist höchstwahrscheinlich paranoid (siehe Psychose, Schizophrenie)...

Mit einer Patientenverfügung gegen psychiatrische Zwangsmaßnahmen könnte es einem passieren, dass man (wie ich bei einer Patientin erlebt habe), durch beruflichen Stress nach mehreren Tagen ohne Schlaf psychotisch wird und dadurch die Gefahr besteht, dass die Person sich selbst umbringt. Diese beschriebene Person war nach 4 Tagen wieder "auf dem Damm". Wo wäre sie mit der Patientenverfügung?

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@FrauDoktor111

Oder, oder, oder.

Ich hab e schon genpügend oft erlebtm daß der Suizid angedroht wurde.

Es wurde sogar das Wie, das Wann, das Warum festgelegt und der behandelnde Psychiater hat trotzdem nicht reagiert.

Von anderen weiß ich, daß sie sich nachts die Füße wundgelaufen sind, um sich selbste einzuweisen.

Aber es ist schon so, wie eine Psychiaterin mir sagte, als ich sie fragte, warum sie sich augerechnet diese Fachrichtung ausgesuct hätte;

Da bin ich meistens um 17:00 nach 8 Stunden wieder zu Hause.

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

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die bekommen dich früher oder später,auch wenn du nach mallorca fliegst,unterschätze deren möglichkeiten nicht

Du kommst auf die Fahndungsliste. Man hält also ausschau nach dir, bis man dich hat. Da kann es auch dazu gehören, immer mal wieder bei dir zu Hause nachzuschauen.

das heisst dann also, wenn ich zb für 10 tage spontan in den urlaub fahre und danach wieder auftauche, besteht immer noch das risiko? auch, wenn ich, angenommen, ich war vorher suizidgefährdet, dies nicht mehr bin?

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@EquusCaballus

Natürlich. Die Polizei weiss ja nichts von deinem Wandel. Sie hat nur den Auftrag dich ausfindig zu machen und einzuliefern.

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@EquusCaballus

Die Polizei ist angewiesen, sich zuallererst ein Bild von dem Patienten zu machen. Wenn Du also glaubhaft angibst, dass Du in keinster Weise vorhast, Dich umzubringen und sogar ein Flugticket in den Urlaub hast (was es ja noch unwahrscheinlicher machen würde), würdest Du überhaupt nicht mitgenommen werden!!!! Je nachdem wie dringend die Person, die Dich bei der Polizei gemeldet hat, den Fall macht, desto mehr Aufwand wird betrieben. Z. B. die Brücken in der Gegend kontrolliert. Wenn der anrufende jetzt eine 16-jährige hysterische Jugendliche war, glaube ich nichtmal, dass die Polizei das ernstnimmt. Sorry...

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