Drogen Gesetze?

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4 Antworten

Ein Blick ins Gesetz erspart Geschwätz:

§29 BtMG:

*(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer [...] Betäubungsmittel besitzt, ohne zugleich im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis für den Erwerb zu sein,[...]

Prinzipiell ist also eine Freiheitsstrafe möglich. Aber:

§31a BtMG

(1) Hat das Verfahren ein Vergehen nach § 29 Abs. 1, 2 oder 4 zum Gegenstand, so kann die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre, kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht und der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge [...] besitzt.

Die Definition "geringe Menge" ist je nach Bundesland unterschiedlich, 5g fallen aber meist darunter.

Vorsicht: Das ist eine "Kann"-Regelung und wird meist nur bei Ersttätern angewendet. Bei weiteren Delikten folgt idR die normale Strafverfolgung.

Die Folgen hängen von vielen Faktorn ab, z.B. Alter des Täters, Tatumstände, gezeigte Reue usw.

Um mal den wichtigsten zu beschreiben: Das Alter des Täters

Unter 21 wird idR das Jugendstrafrecht angewendet, d.h. hier liegt der Schwerpunkt weniger auf einer (meist finanziellen) Strafe, sondern den Täter wieder "auf den rechten Weg" zu bringen. Klartext: Der Richter entscheidet meist auf Sozialstunden und Teilnahme an einem Drogenseminar / -therapie / -beratung.

Ab 21 greift das normale Strafrecht, d.h. hier wird bei Ersttätern meist eine (empfindliche!) Geldstrafe verhängt.

Des weiteren informiert die Polizei nach §2 (12) StVG bei Drogendelikten meist die Führerscheinstelle. Ein Zusammenhang mit dem Straßenverkehr ist dafür nicht relevant!

Folgen: Einzug bestehender bzw. Verweigerung neuer Fahrerlaubnisse, statt dessen Aufforderung zum fachärztlcihen Gutachten oder MPU.

Ähnliches gilt für weitere Befähigungsscheine, die "charakterliche Eignung" voraussetzen, z.B. Jagdschein, Waffenbesitzkarten, Pilotenscheine usw. Diese werden idR bereits bei einmaligem Drogenkontakt entzogen.

Kurz gesagt: Nichts macht Dein Leben so schnell kaputt wie Drogen!

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Kommentar von Kihlu
30.11.2012, 19:11

sehr gute Antwort!

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Grundsätzlich kommt es auf die Droge, die Menge und eventuell das Bundesland an. In den meisten Bundesländern gelten 5 Gramm als Eigenbedarf (was nicht heisst, dass es erlaubt ist, aber es wird nicht strafrechtlich verfolgt). In einigen Bundesländern (Berlin) ist es auch mehr - ich glaube bin 30 Gramm. Andere Drogen sind generell illegal und der Besitz wird strafrechtlich verfolgt. Ins Gefängnis muss man aber bei kleinen Mengen und dem Besitz von Cannabis nicht, wenn man keine Vorstrafen hat. Normalerweise enden solche Verfahren mit Bewährung und Sozialstunden. Aber einen Eintrag gibt es - man gilt also als Vorbestraft und der Eintrag bleibt dann da auch für mindestens 15 Jahre.

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Kommt ganz auf den Polizisten an, an den du gerätst. Der Besitz von Cannabis ist in Deutschland unter Strafe gestellt. Der Konsum hingegen nicht (außer natürlich in Verbindung mit dem Straßenverkehr).

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In der Schweiz muss man 100.- Franken bezahlen wenn man mit max 5g erwischt wird. Wenn man Minderjährig ist kommt es zu einer Anzeige. In Deutschland ists schlimmer aber weiss es nicht genau. Kommt immer ein wenig auf die Region an.

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Kommentar von KleinToastchen
30.11.2012, 11:43

Die Schweiz ist darin wirklich human ;-)

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