Dringend Rat Thema Philosophie?

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7 Antworten

Menschen sind im Gegensatz zu den meisten Tieren durch eine extreme Spezialisierung ausgezeichnet. Ein Zebra etwa würde die Herdennorm bereits erfüllen (dein "o.k."), wenn es bei allen Herdenwanderungen aktiv mitläuft, wenn es seine Fortpflanzungsaufgaben erfüllt und wenn es sich nicht gegenüber den Artgenossen aggressiv verhält, andererseits aber auch die Gruppenmitglieder beim Erkennen eines Feindes warnt. So ein Zebra hat nur einen äußerst bescheidenen Radius möglicher Individualisierung.

Beim Menschen ist die Situation nun genau umgekehrt. Wir haben eine praktisch unendliche Möglichkeit der Ausbildung einer individuellen Persönlichkeit. Allein weit mehr als tausend Berufe können wir ergreifen, mindestens ebensovielen Hobbys nachgehen und davon auch noch verschiedene miteinander kombinieren. Wo wollte man hier ansetzen und fragen, ob ein Mensch nun "in Ordnung" ist? Wo sollten wir einen Wertekatalog eröffnen, um unsere Mitmenschen bezüglich höherwertiger oder minderwertiger Berufe und Neigungen einzustufen? Sollten wir einen leidenschaftlichen Sammler von Bierdeckeln geringer schätzen als einen, der Briefmarken oder philosophische Erkenntnisse sammelt? 

Ich glaube, dass dein Philosophielehrer mit dieser Aufgabe deutlich machen wollte, dass es uns nicht zusteht, ein Werturteil über unsere Mitmenschen zu fällen. Wir neigen zwar dazu bestimmte Berufe als höherwertig einzustufen, doch da auch die bescheidensten Dienstleistungen einen Platz im großen Ganzen einer Gesellschaft haben, lässt sich das Kriterium für ein o.k. oder nicht o.k. nicht aufrecht halten. 

Wer seinen staatsbürgerlichen Pflichten nachkommt, nicht kriminell ist, einen Beruf ausübt und die Sozialsysteme nicht parasitär ausnutzt, zudem seine sozialen Kontakte so gestaltet, dass seine Mitmenschen mit ihm gut zurecht kommen, der hat im Grunde schon alles Wichtige erfüllt. 

Danach kann er sein Leben so gestalten, wie es seiner Interessenlage, seinen Fähigkeiten und den immer gegebenen gesellschaftlichen Notwendigkeiten entspricht. Er kann seinen Partner (im Rahmen seines eigenen Wertes auf dem Heiratsmarkt) frei wählen, kann sich für Kinder entscheiden und sich Verantwortungen im öffentlichen Bereich zuwenden. Hier bestehen große Spielräume. Wir sind eben primär die "Gestalter unserer Welt".

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Naja, ich würde sagen dass die Antwort auf die Frage, "ob wir oke sind", sich nicht pauschal beantworten lässt.

Ob man "oke" ist, ist ja zum Beispiel sehr durch Kultur und Religion geprägt. Ein sehr radikales bzw. auch kritisches Beispiel sind Religionsfanatiker, die zum Beispiel Mord im Namen ihrer Religion - "für ihren Gott" begehen. Für sie könnte das richtig sein, für uns ist das absolut verwerflich. 

Wenn ein guter Freund im sterben liegt und er kein Geld für die Medikamente hat die er braucht und du sie dann für ihn klaust, bist du doch ein guter Mensch, weil du ihn gerettet hast. Aber im Auge des Staates oder des ursprünglichen Besitzers der Arznei bist du ein Verbrecher. 

Ich bin aber der - logischerweise subjektiver - Meinung, dass man "in Ordnung" bzw. "oke" ist, wenn man anderen in keinster Weise schadet oder vllt. sogar anderen uneigennützig hilfst. 

Aber wie gesagt lässt sich diese Fragestellung meiner Auffassung nach nicht 100% objektiv beantworten. 

MfG

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Hi,- in Kürze das Wesentliche:

Du kannst deine Frage quasi in eine "Innen"- und eine "Außenperspektive" aufteilen und dann in einer Art "Dreisatz" wieder zusammenführen.

Heißt folgendes:

1) Wenn du Kraft deiner Vernunft Kants >Kategorischen Imperativ<, die daraus resultierende Logik der >Menschenrechte< und somit die Ethik der Aufklärung kapiert hast und

2) du dann auch noch den Charakter und die Haltung besitzt, dies in konkretes Verhalten umzuwandeln und

3) du dabei dann auch noch beim dem was du denkst und tust, um mit dir selbst und deiner Lebensgestaltung zufrieden zu sein, kein Problem mit 1) und 2) feststellen kannst --- ,

tja,- dann Bingo!!! ;-)

Subjektivität ist also nur ein Teil der Gleichung.

Gruß

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Soviel mir bekannt ist, hasst mich niemand, ich hasse auch niemanden. Was andere über mich denken ist mir sehr wohl ein masstab, was ich über mich denke gleichfalls. Objektiv und subjektiv findet man heraus indem man sich selber und andere möglichst ehrlich betrachtet, indem man ehrlich zu sich selber ist, indem man gutes und weniger gutes erkennt, indem man sich selber kennen lernt. Ich strebe danach ein ehrlicherer und liebevoller mensch zu werden, dies genügt mir als richtlinie. 

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Wir brauchen auch das Feedback der Anderen um uns zu erkennen.Im Laufe des Lebens werden wir immer wieder neue Seiten an uns und an unseren Freunden und Bekannten entdecken, die uns erfreuen oder  enttäuschen können.Selbsterkenntnis ist eine lebenslanger Prozeß.Mit  mehr Lebenserfahrung sollte etwas mehr Objektivität in unser  Beurteilen kommen, wir bleiben aber subjektive Wesen.

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Was würdest du über das Verhältnis der beiden äußeren Bewertungen denken? (Ansatz Mittelpunkt)

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Kommentar von konfettismile
06.03.2017, 19:36

Finde ich nicht. Wenn zum Beispiel jemand Straßenmusiker werden will und alle anderen ihm raten, zu studieren und ihn wegen seiner Entscheidung für total falsch halten  (Beispiel Ed Sheeran), heißt das nicht, dass mit der Person was falsch ist. 

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"Danke, muss das für Philosophie beantworten."

Eben; DU musst es beantworten!.

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