Dreiklänge im vierstimmigen Chorsatz schreiben

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Wenn du einen Vierstimmigen Satz schreiben willst, musst du natürlich einen Ton des Dreiklangs verdoppeln. Normalerweise ist das der Grundton. Etwas seltener die Quinte und sehr selten die Terz. (Bei Dominantakkorden, also wenn die Terz der Leitton zum Grundton des nächsten Akkordes ist, wird diese nie verdoppelt.)

Ansonsten ist zu beachten, dass niemals zwei Stimmen parallel in Quinten oder Oktaven geführt werden, Quartsextakkorde nur in Ausnahmefällen als Durchgangsakkorde vorkommen oder als Vorhalt für einen Dominantseptakkord. Das heißt, das bis auf diese beiden Ausnahmen niemals die Quinte im Bass steht.

Damit kommt man schon ziemlich weit. Erklärungen zu Sixte ajoutée, Neapolitaner, Subdominantischer Sextakkord, Dv, verminderten und übermäßigen Dreiklängen, etc. spar ich mir jetzt mal.

Wenn du dich tiefergehend mit dem vierstimmigen Satz beschäftigen willst, empfehle ich "Harmonielehre im Selbststudium" von Thomas Krämer. Das Buch behandelt eigentlich ausschließlich dieses Thema.

Und ja: "Enge Lage"heißt, dass zwischen die drei obersten Stimmen kein weiterer Akkordton passt.

"wie man eine Kadenz im vierstimmigen Chorsatz ergänzt" kann ich dir leider nicht sagen, ohne dass du mir erklärst, was genau du gegeben hast und was genau du ergänzen willst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

In den Bass gehört prinzipiell der Grundton, manchmal kannst auch die Terz in den Bass geben, die Quint eigentlich fast nie (meist ists dann ein Vorhalt: zB Tonika mit Quint im Bass -> Dominante -> Tonika (grundständig).

In den anderen Stimmen bist du freier: De la motte hat in seinem Buch "Harmonielehre" über die Analyse von Stücken von Bach, Mozart und Co. aufgezeigt, dass Grundton, Terz und Quint etwa gleich häufig verdoppelt wurden. Nicht verdoppeln solltest du den Leitton, weil sich der in eine Richtung auflösen will und du dann Oktavparallelen bekämst, was nicht gut klingen würde.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es ist zwar nicht ganz so mein Gebiet, aber ich versuch's mal: Das mit den Lagen stimmt, aber ich kann nicht ganz nachvollziehen, wo beim Rest das Problem ist. Den Dreiklang splittet man doch normalerweise auf, gibt den Grundton dem Bass und dann den vollständigen Akkord - so zerteilt, wie es gerade nötig ist - an die Oberstimmen. Und wo hängt's eigentlich bei den Kadenzen?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von TheStone
15.07.2013, 22:30

Der Grundton muss nicht zwingend in den Bass. Und was die anderen Stimmen angeht, gibt es eben beim klassischen vierstimmigen Satz einige Regeln zu beachten um die anderen Akkordtöne zu verteilen um authentisch zu klingen... (z.B. Quint- und Oktavparallelen unter allen Umständen zu vermeiden, die Terz nur zu verdoppeln, wenn man triftige Gründe dafür hat (z.B. eine bessere Stimmführung oder um eine parallele zu vermeiden), Auflösungsregeln beachten, etc.)

Einen "strengen" vierstimmigen Satz zu schreiben, fühlt sich immer ein wenig an wie Sudoku spielen... ;)

0

Ein Ton wird verdoppelt, z.B. in der Oktave. Nach Möglichkeit sollte nicht die Terz verdoppelt werden. Es können auch Durchgangstöne (Dissonanzen) verwendet werden, die sich dann Stufenweise auflösen. Das Ende bildet eine T S D T Kadenz. Oder auch Varianten wie T Sp D T Kadenzen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?