Dreieckshandel - Wieso geht es Afrika deshalb so schlecht?

5 Antworten

Auf den Dreieckshandel aus dem 18. Jahrhundert kann man die wirtschaftliche Misere Afrikas sicher nicht zurückführen.

Es sind z.B. die Ausbeutung der Rohstoffe durch die Kolonialmächte und die Inkompetenz vieler afrikanischer Politiker, die zum Entwicklungsrückstand Afrikas geführt haben. Hinzu kommen Naturfaktoren wie wenig ertragreiche Böden in den inneren Tropen, Dürren usw.

Der Atlantische Dreieckshandel war sicher schlecht für Afrika, nur war der sogar schon vor der Kolonialisierung beendet, also hat er sicher kaum eine Auswirkung auf die Probleme des heutigen Afrikas...

Genau deswegen findest Du auch nichts. Es gibt - theoretisch - eine negative Auswirkung, durch den Sklavenhandel entstanden kaum andere Handelssysteme und praktisch kaum lokale Industrien, außerdem wurden manche Länder so geschwächt - man spricht von bis zu 20 Millionen Opfern an der Westküste -, dass man bei der Kolonialisierung kaum etwas entgegen zu setzen hatte, dazu kommen die Produkte aus Europa, die den Kontinent nicht nur zusätzlich ausbeuteten, sondern auch die lokale Textilindustrie ausbluteten...

Allerdings müsste man dann einen anderen Effekt an den Ostküsten sehen, denn dort war der Sklavenhandel zwar auch - durch die Araber ab dem 11. Jh., aber sicher nicht in diesem Maße vorhanden, trotzdem findet man praktisch die gleichen Probleme...

Also würde ich behaupten, dass der Dreieckshandel eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Entscheidend sind die katastrophalen Regierungen der ersten unabhängigen, afrikanischen Staaten gewesen. Anstatt etwas zu schaffen, haben sie zuviel in die eigene Tasche gewirtschaftet, dazu kam dann der Kalte Krieg und selbst die schlimmsten Diktatoren haben entweder aus dem Osten oder Westen die Zuschüsse und Unterstützung bekommen...

Heute tut das vor allem China, das Rohstoffe billig abbaut, eigene Arbeitskräfte mitbringt und am Ende große Teile seiner Billigprodukte in die Märkte der 3. Welt drückt, auch Unrechtsregimes wie das im Sudan oder Zimbabwe, bekommen vom großen Bruder immer wieder Geld und Hilfen...ich denke das macht vieles kaputt...

Weil Afrika (und andere dritte Welt Länder) fast nur für den Export produzieren, und zwar in erster Linie Rohstoffe (Erdöl, Metalle, Diamanten, Seltene Erden) und Nahrungsmittel (Kaffee, Bananen, Soja etc.).

Da die Herrenländer in der Position sind, die Preise zu drücken (diktieren), bekommen die Einheimischen viel weniger Geld als die Rohstoffe eigentlich wert wären.

Und die Einnahmen die sie generieren, werden zu einem Großteil von korrupten Regimes veruntreut, oder es werden lieber Waffen gekauft statt Krankenhäuser gebaut. Das liegt auch daran, daß die Grenzziehung durch die Kolonialmächte nicht den Gebieten der Volksgruppen entspricht, weshalb es dort sehr viele Bürgerkriege gibt.

Ja und dann gibts dort eben auch noch Dürrekatastrophen, Krankheiten etc...

Grüße aus Karlsruhe

Jeder Stamm ein Gebiet, hätte Afrika in 10.000 Kleinstaaten verwandelt, die dann selbst kaum lebensfähig gewesen wären, ansonsten ist die Antwort schon nicht so falsch...

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