Drang der beste zu sein?

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2 Antworten

Du hast weder ein Rad ab, noch ist etwas verkehrt mit dir... Du bist nur ehrlich zu dir selbst und das ist gut so. Du hast etwas erkannt und bewusst betrachtet. Das ist der erste Schritt. Du hast auch erkannt, dass du es mit äußeren Aktionen, mit Veränderung im Verhalten, nicht lösen kannst.

Du gestaltest dir deine Realität aufgrund deiner bewussten und unbewussten Überzeugungen, vermeintlichem Glauben / Wissen und verdrängter Gefühle und Emotionen.

Indem du deine Gedanken, Gefühle und Handlungen bewusst beobachtest, findest du heraus, was unbewusst in dir waltet, dass es so ist, wie es jetzt ist.

Frage dich bewusst:

Warum glaube ich der Beste sein zu müssen?

Wie fühle ich mich, wenn ich es bin / nicht bin und warum?

Wo in mir fühle ich mich wertlos, dass ich glaube, dies damit kompensieren zu können / müssen?

Warum vergleiche ich mich mit anderen?

(Es wird immer jemanden geben, der besser ist. Dann fühlst du dich unterlegen. Es wird immer jemanden geben, der schlechter ist. Dann fühlst du dich überlegen. Es gibt etwas, das Freude und Leidenschaft in dir weckt und wo es vollkommen gleich-gültig ist, wie dies andere machen!)

Warum glaube ich, die Anerkennung anderer zu brauchen?

Erkenne ich mich selbst an?

Was lehne ich in mir und von mir ab, dass ich es mit "der Beste sein" kompensieren muss?

Usw...

Selbsterkenntnis ist der Weg, der dich letztlich auf deinen ureigenen Weg führt!

Wünsche dir gutes G-EHE-n darauf :-)

NewProgrammer 31.01.2013, 11:25

Erstmal vielen Dank für deine Hilfe :). Ich habe einige Zeit über diese Fragen nachgedacht und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

"Warum glaube ich der Beste sein zu müssen?" Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich den Erfolg dieser Leute mitbekommen habe, gut, sieht man mal von dem Punkt ab, dass es keinen "Besten" in irgendwas gibt, waren diese Menschen allerdings den Menschen in ihrem Umfeld überlegen und haben dadurch wesentlich höheren Erfolg als die anderen. Es ist wie eine Art Machtspiel. Die Besten kommen weiter und die schlechteren werden zurückgelassen. Wenn ich so darüber nachdenke, hat es wohl auch mit den Dingen zu tun, die mein Vater zu mir gesagt hat, als ich noch vier Jahre alt war. Dinge wie: "Aus dir wird nie was, wenn du ständig versagst", usw. gehörten da zum Tagesablauf. Dies hat allerdings aufgehört als er abgehauen ist, als ich fünf war. Keine Ahnung ob das vielleicht auch irgendwie damit zusammen hängt.

"Wie fühle ich mich, wenn ich es bin / nicht bin und warum?" Wenn ich es mal bin, zufrieden, sehr sogar. Allerdings fühle ich mich dann schnell unsicher, weil ich diesen Status behalten will und dies führt unweigerlich zu Fehlern... Wenn ich es nicht bin, unzufrieden. Warum das so ist, ist schwer zu beantworten. Es ist wie ein Zwang. Ein Zwang, der durch mich selbst kommt. Das alles war nicht immer so, allerdings weiß ich nicht, wann das alles begonnen hat..

"Wo in mir fühle ich mich wertlos, dass ich glaube, dies damit kompensieren zu können / müssen?" "Warum vergleiche ich mich mit anderen?" Wie kann ich das am besten beschreiben... Es ist einfach ein Verlangen. Wie schon beschrieben, habe ich das Gefühl, dass die Leute um mich herum mit Talent gesegnet worden sind (ob es nun so ist oder nicht sei mal dahingestellt). Diesen riesen Unterschied in den Fähigkeiten kann ich irgendwie nicht akzeptieren. Es ist erniedrigend so viel schlechter zu sein.

"Erkenne ich mich selbst an?" "Warum glaube ich, die Anerkennung anderer zu brauchen?" Das sind zwei Fragen, wo ich lange überlegen musste... Und nein, scheinbar scheine ich mich nicht selbst an zu erkennen. Und ich weiß leider auch nicht, wieso ich die Anerkennung anderer brauche. Vielleicht einfach, weil es mir ein gutes Gefühl gibt...

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Angel84 31.01.2013, 11:41
@NewProgrammer

Die Gedanken, die du dir jetzt gemacht hast, sind schon mal recht gut, aber erst der Anfang...

Es gibt da kein schnelles Rezept und funktioniert auch nicht auf Knopfdruck, braucht viel Geduld, Durchhaltevermögen, tägliche (am besten stündliche ,-) Reflexion, absolute Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit dir selbst gegenüber.

Wenn du magst, kannst du dich mal auf meiner Seite umschauen, die du im Profil findest.

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NewProgrammer 31.01.2013, 21:22
@Angel84

Ich möchte mich noch mal für deine Hilfe herzlich bedanken :-). Ich habe mich mal auf deiner Seite umgeschaut und dort hat einiges mein Interesse geweckt, auch wenn ich bei weitem noch nicht alles verstanden habe, werde ich mich mal weiter einlesen.

In diesem Sinne noch einmal, vielen Dank! :-)

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Angel84 31.01.2013, 21:46
@NewProgrammer

Gern geschehen! Ich freue mich, wenn ich deine Neugier auf dich selbst wecken konnte ;-)

ALLES LIEBE

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Angel84 01.02.2013, 10:37

Danke für den Stern!

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Such dir die Sachen in denen du gut bist (die gibt es!) und hol dir dadurch die Bestätigung nach der du suchst. Dazu gehört natürlich, dass du akzeptierst, dass du nicht in jedem Bereich auf Anhieb klasse Leistungen erbringen kannst. Für manche Bereiche fehlt dir vielleicht einfach die natürliche Begabung. Ich kann gut verstehen, dass das demotiviert aber gerade dann solltest du dir Motivation und Bestätigung mit dem holen, was du kannst anstatt dich selbst zu kritisieren.

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