Doppelmoral in der Kindererziehung

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Tja, manchmal grenzt es fast an ein Wunder, dass aus Kindern trotz der Erziehung durch ihre Eltern was "Anständiges" wird/geworden ist.

Ich denke mal, dass dies Art Eltern das so machen, weil man es eben so macht. Sie hinterfragen ihr eigenes Verhalten einfach nicht, genauso wie ein streng Gläubiger Mensch die Regeln seines Glaubens nicht hinterfragt- das ist ja schließlich auch unerwünscht- Hinterfragen, meine ich.

Aus diesem Grund ticken die bigotten Eltern ja auch häufig aus, wenn ihnen vom eigenen Kind der Spiegel vorgehalten wird. Das gleiche beobachtet man in Regierungen, Sekten, den großen Religionen usw.

Vielleicht hat es aber auch eher psychologische Hintergründe, die auf Machtspielchen basieren. Die "Verfehlungen" ihrer Kinder, geben diesen Mensch schließlich die Macht zur Reglementierung, Bestrafung in die Hand. So können sie sich selbst als besser und größer fühlen.

Würden sich alle Menschen auf augenhöhe begenen und gegenseitigen respekt üben, bräuchte es solche "Werkzeuge der Selbsterhöhung" nämlich nicht.

Ich hab es nie verstanden, werde es nie verstehen- und habe es meinen Kindern auch nie angetan. Schließlich sind Kinder die ehrlicheren und tiefblickenderen Menschen- bis sie von Erwachsenen "erzogen" werden- und diese Form der Unaufrichtigkeit ebenso leben und an die nächste Generation weiter geben.

Man kann diese Spirale allerdings unterbrechen- und das ist wirklich schwierig!

Ich bekam das als Kind selber so vorgelebt und deshalb war es für mich als Jugendlicher kein Thema mehr, daß Klauen, Lügen, Blaumachen etwa nicht in Ordnung wären. Also habe ich das auch so gemacht. Bis ich gemerkt habe, daß ich a) ein paar Menschen sehr gekränkt habe, war mir peinlich war und was ich zutiefst bereut habe, und b) daß andere nicht klauen, lügen und blaumachen. Als ich das gemerkt habe, stand ich vor mir selber ganz schön blöd da, mehr noch vor anderen, mit denen ich darüber geredet habe. Und eines Tages habe ich beschlossen, daß ich nicht mehr lügen, klauen und blaumachen will. Ich will einfach nicht so sein. Und in diesem Sinn habe ich (haben wir, meine Frau und ich) auch unsere Kinder erzogen. Wir versuchten, ihnen vorzuleben, was wir von ihnen erwarteten, nämlich die Einhaltung von Spielregeln. Das versteht jeder, nämlich beim Mensch-ärgere-dich-nicht und beim Monopoly. Und das kann man ganz leicht auf's Leben übertragen. Jeder kann dann auch mal Fehler machen und lügen, klauen oder blaumachen. Aber jeder muß dann auch seinen Fehler einsehen und die Konsequenzen tragen.

Warum mir die klassische Doppelmoral vorgelebt wurde, kann ich nicht wirklich sagen. Ich habe das bei meinen Eltern oft moniert. Als Jugendlicher macht man das ja nur allzu gern. ;-) Eine befriedigende Antwort sind sie mir aber schuldig geblieben. Ich denke, daß es mit dem eigenen Egoismus zu tun hat: Es ist anstrengend, anständiges Verhalten zu praktizieren und wirklich durchzuhalten. Manchmal ist es sehr anstrengend. Und dann gibt man gerne nach und erlaubt sich selber was, das man anderen nicht erlauben würde. Ich kenne das Gefühl ganz gut von mir selber. Man könnte es "innerer Schweinehund" nennen, aber ich mag den Begriff nicht. Es ist eher eine Art Nachlässigkeit, Faulheit, Gier, Egomanie - all die schönen Eigenschaften, die man hat aber nicht haben will und schon gar nicht vor anderen zugibt. Mein christlicher Glaube gibt mir den Ausweg über den Begriff "Sünde" - das, was voneinander trennt ("Sund" = Abgrund). Und jeder weiß, daß jeder ein Sünder ist und daß man eine begangene Sünde auch wieder gut machen kann. Damit lebt es sich in meiner eigenen Familie ganz gut und man muß sich nicht schämen, daß man etwas falsch macht. Trotzdem bleibt die Einsicht, daß man im Grunde gierig, faul, ängstlich und egoman ist und ständig daran arbeitet - oder auch nicht - das alles im Busch zu halten. Ob Du nun diesen oder einen anderen Begriff verwendest, bleibt sich letztlich ziemlich gleich, denke ich. Menschen sind einfach so, sie tun Dinge, die sie bei genauem Hinsehen nicht tun möchten. Jeder möchte anständig und ehrlich sein und jeder muß irgendwann einsehen, daß er es nicht ist, sondern sich allenfalls darum bemühen kann. Das gilt auch für Eltern. Eine bessere Antwort habe ich nicht für Dich... Alles Gute, q.

Wunderbare Antwort! DH!

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Ja ... warum denn nur ... das ist eine gute Frage. Und die Antwort darauf ist relativ einfach ... weil die Eltern denken, dass sie dem Kind etwas "beibringen" müssen, an das sie selbst nicht wirklich glauben (wäre das anders, dann würden sie es selbst "vorleben").

Etwas von dem sie denken, dass es zur "Erziehung" eines Kindes gehört.

Und dabei wäre alles so "einfach" ... wenn man zum Beispiel die Worte von Hermann Hesse, den Schriftsteller und Nobelpreisträger beherzigen wollte, der einstens schrieb:

"Kinder braucht man überhaupt nicht zu erziehen ... denn sie machen den Eltern ohnehin alles das nach, was diese ihnen vorleben !"

Im Tierreich gilt das noch ... aber wir Menschen haben es schon lange vergessen ... und es wäre Zeit sich wieder mal dran zu erinnern.

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