Doofe Erinnerung von Weihnachten

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10 Antworten

Es ist eine traumatische Erfahrung, so unerwartet einen lieben Menschen zu verlieren. Für deine ganze Familie ist es so, nicht nur für dich. Vielleicht weinen die anderen jetzt auch und scheuen sich genauso, darüber zu reden.

Es wäre schön -wenn dir das Reden peinlich ist- , wenn du deine Trauer irgendwie anders ausdrücken könntest. Vielleicht durch kurze Andeutungen ihnen gegenüber, oder indem du etwas aufschreibst oder kreativ etwas machst, was deine Gefühle ausdrückt.

Du schreibst, dass du seither öfters wieder in der Kirche warst. Dann hast du sogar noch mehr Möglichkeiten als andere Menschen: Du kannst im Gebet Gott von deiner Trauer erzählen, du kannst mit dem Pfarrer oder anderen verständnisvollen Menschen in deiner Gemeinde sprechen. Anonym kannst du mit der Telefonseelsorge (0800-1110111 oder 0800-1110222) kostenlos und rund um die Uhr sprechen. Reden ist dort gar nicht peinlich und hilft in solchen Situationen viel.

Erlaube dir, zu trauern, das muss nicht nach einem Jahr schon verarbeitet sein. Weine, wenn du allein in einer Kirche oder sonstwo bist. Oder auch wenn du das Glück hast, einen verständnisvollen Menschen zu treffen, der dir zuhört. Bete auch für deinen Opa und für alle, die um ihn trauern.

Doch rede mit deinen Freunden und Geschwistern! Warum sollte das doof sein? Es ist dein gutes Recht traurig zu sein weil du einen lieben Menschen verloren hast. Und die "Pflicht" von guten Freunden zuzuhören. Und die Geschwister sind vielleicht sogar dankbar.

Ein Jahr ist eine kurze Zeit wenn es um die Trauer um einen lieben verstorbenen geht.

Und besonders zur Weihnachstzeit DEM Familienfest schlechthin, denken wir besonders an unsere lieben. Und wenn sie dann auch noch Weihnachten gestorben sind ist das für viele noch mal schlimmer als an einem "normalen" Datum.

Glaub mir, reden hilft, schweigen macht dich nur noch trauriger.

Alles Gute dir und trotz allem eine schöne Advents- und Weihnachstzeit.

Dass die Erinnerung nun wieder hochkommt, ist unvermeidlich, völlig verständlich. Wahrscheinlich geht es Deinen Verwandten (Geschwistern) ebenso - vielleicht würden auch sie gerne darüber reden? Deine Reaktion ist völlig normal und menschlich. Aber solange Du damit nur vor Dich hinbruddelst, wirst Du noch mehr Schwierigkeiten haben, es zu verarbeiten. Das Internet ersetzt keine persönlichen Gespräche!

Den Rat, mit einem Seelsorger zu sprechen, haben ja schon mehrere Teilnehmer hier gegeben. Dazu kann ich dir auch nur raten.

Etwas anderes würde ich noch bedenken:

Es gibt verschiedene Phasen der Trauer. Eine davon ist das erste Jahr nach dem Tod. Alles in diesem Jahr geschieht das erste Mal ohne deinen Großvater: Dein Geburtstag, sein Geburtstag, bestimmte Familienfeste und -besuche, erstes Weihnachten ohne ihn (...und bei deinen Umständen ganz besonders), erstes Silvester-Neujahr und vielleicht auch der erste Urlaub ohne ihn oder die Besuche in den Ferien, usw. Das gehört zur Trauer um den Verlust dazu und verursacht Gefühle und Erinnerungen, die du als "doof" empfindest, aber völlig normal sind. Das kann schon noch einige Zeit dauern, bis sich alles gelegt und beruhigt hat. Die Zeit dafür darfst du haben und in Anspruch nehmen. Lass dir bloß von niemand einreden, das sollte oder dürfte nicht so sein. Es geht halt manchmal nicht so schnell --- wie man es gerne hätte --- dass man wieder seinen Halt gefunden hat. Übrigens ist die Kirche dafür nicht einmal der schlechteste Ort dafür. Vielleicht war es für deinen Großvater sogar ein Segen, ausgerechnet in der Kirche sterben zu dürfen. Er ging dorthin, worauf er hingelebt hat. Vielleicht hilft dir dieser Gedanke in deiner Trauer und deinen Erinnerungen an ihn.

Meiner Meinung nach solltest du das Gespräch suchen mit einem Menschen, dem du vertraust. Das könnte z.B. der Pfarrer sein oder ein anderer Seelsorger aus der Kirchengemeinde. Der kann am besten nachvollziehen, was passiert ist.

Allein auf dich gestellt mit solch einem Ereignis umgehen zu lernen ist viel schwieriger, als es im Gespräch mit einem Seelsorger zu lernen (deshalb gibt es die Seelsorger).

Ruf mal im Pfarrbüro an und vereinbare einen Termin mit dem Pfarrer und berate mit ihm, was du tun könntest.

Hi ElenaAkemiUchia,

Verluste lösen in uns immer Trauer aus, die auch lange Zeit anhalten kann. Besonders schlimm sind die Jahrestage solcher Ereignisse. Es ist also völlig normal und in Ordnung, wie du empfindest, acuh daß dir Weihnachten verleidet ist. Es wird jetzt immer die Zeit sein, in der dein Opa gestorben ist. Vor einem Jahr, vor zwei Jahren etc.

Im Laufe der Zeit wird aber die Intensität der Gefühle etwas abnehmen, sodaß du Gelegenheit haben wirst, das Weihnachtsfest auch wieder mit positiven Gefühlen zu assoziieren. Das wird aber eine Weile dauern, der erste Jahrestag ist erfahrungsgemäß immer der schwerste. Deshalb sprach man früher auch vom "Trauerjahr", weil sich in diesem alles jährte, was der Verstorbene letztmalig gemacht hat. Und das ist eben häufig mit erinnerungen verbunden. Der letzte Geburtstag, das letzte Ostern, der letzte Urlaub, der Todestag.

Wenn es dir gelingt, dich der schönen Augenblicke mit deinem Opa zu erinnern, dann kannst du auch dem Moment seines Sterbens ein wenig die Macht nehmen.

Viele Grüße M.

Du musst mit jemanden ueber deine Gefuehle reden. Gibt es keinen Menschen in deiner Verwandtschaft, dem du so etwas erzaehlen kannst?

Wenn es keinen Menschen in deiner naeheren Umgebung gibt hilft nur eines sich an einen Psyschiater oder Therapeuten zu wenden. Dem kannst du alles sagen und der hoert dir auch zu.

Diese Fachleute wissen wie man am bersten mit seiner Trauer fertig werden kann und sie am besten verarbeiten kann.

Es muss dir gelingern an deinen Grossvater zu denken, ohne das du Probleme hast. Schliesslich gibt es noch etliche Weihnachten in deinem Ledben. Nur ein guter Therapeut kann dir in dieser Situation wirksam helfen.

Hinzugefügt Elena, Als mein Großvater gestorben ist war das für mich auch sehr schlimm aber nachdem ich mit meinen Freunden über alles geredet habe konnte ich das sehr gut verkraften. Und du musst dir nicht blöd vorkommen mit ihnen darüber zu reden!!! Viel Glück noch und mein Beileid

Es braucht Zeit, solche Erlebnisse zu verarbeiten. Die Intervalle der Trauerphasen werden nach und nach länger.

Ich spreche aus eigener Erfahrung. Trauern ist normal. Vielleicht geht es deinen Geschwistern ähnlich wie dir und sie kommen sich auch so komisch vor. Erzähle ihnen von deinen Empfindungen.

Spreche den Satz von Paulus: ich vergesse alles was hinter mir liegt und strecke mich aus nach dem was vor mir liegt. Immer wenn die Erinnerung dich davon abhalten will das Leben zu leben, und spreche ganz bewust Dinge aus die zukünftig kommen sollen auf die du dich freust. Ungesunde Trauer ist falsch. Nur das Gute behaltet. Gottes Segen

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