Dissoziative Identitätsstörung "kontrollieren"?

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3 Antworten

Nein.

Nichtmal bei der leichten Form der DIS ist das möglich, da "sieht man zu" kann es aber nicht kontrollieren (wird bei mir vermutet).

Sie werden immer durch spezielle Situationen ausgelöst und man kann sie nicht kontrollieren. Bei einer schweren Erkrankungen kann man sich nichtmal daran erinnern (Amnesien).

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Kommentar von skogen
25.02.2016, 22:12

Hab aber gehört, dass man es in der Therapie lernen kann, es zu beeinflussen. Aber dazu brauch man, bestimmt sehr starken Willen.

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Die Störung, die du beschreibst, ist wissenschaftlich höchst umstritten, auch wenn sie einen Diagnoseschlüssel im ICD-10 besitzt. Gehen wir also einmal davon aus, dass sie wirklich existiert.

Die Abspaltung von Persönlichkeitsanteilen findet unter extremen psychischen Druck statt (z. B. sexueller Missbrauch in der Kindheit durch Primärbindungspersonen / Introjektion) und dient grob gesagt dazu, die Person an eine eigentlich nicht verkraftbare Situation anzupassen. Nehmen wir mal als Beispiel einen Jungen, der durch seine Eltern missbraucht wird. Möglicherweise wird er unter diesem Druck und den Konflikten (Normalerweise suche ich Schutz bei meinen Eltern; Diese Bindungspersonen üben aber Gewalt auf mich aus; Ich bin absolut schutzlos; Ich erschaffe eine Person in mir, die den Schutz bietet den ich brauche und die so stark ist, dass alles zu ertragen) eine weitere Persönlichkeit entwickeln, die es ihm ermöglicht, die traumatischen Erfahrungen aus seiner "eigenen" Persönlichkeit auszulagern um so die daraus resultierenden Konflikte aus dem Bewusstsein zu verbannen.

Es ist natürlich möglich, dass das Hervorkommen dieser Persönlichkeit durch spezielle Reize getriggert wird (z. B. wenn jedes mal während des Missbrauchs eine spezielle Musik läuft, kann genau diese Musik so stark mit dem Missbrauch in Verbindung gebracht werden, dass sie die abgespaltene Persönlichkeit aktiviert). Insofern kann sich die Aktivierung der verborgenen Persönlichkeitsanteile schon der bewussten Kontrolle entziehen.

In einer Therapie würde das Ziel wahrscheinlich so aussehen, dass entweder die Kongruenz des Triggers (Musik) und der Missbrauchserfahrung gelöst wird, sodass die andere Persönlichkeit nicht mehr ungewollt zum Vorschein kommt, oder, dass die dieser Persönlichkeit zugrunde liegenden Konflikte und Traumata gelöst werden, sodass diese gar nicht mehr benötigt wird. Oder beides.

Das Ziel ist also, der anderen Persönlichkeit die Grundlage zu entziehen und nicht, mit ihr eine "WG" zu gründen.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen und falls du noch Fragen hast, immer gerne ^^

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Ja, die Betroffenen können in der Therapie lernen, die Persönlichkeitswechsel zu kontrollieren. Das ist zwar sehr wichtig, aber nur ein Teilerfolg, denn die Therapie zielt eigentlich darauf ab, das Erlebte zu verarbeiten & die vielen Persönlichkeiten wieder zu einer zusammenzusetzen. Von selbst können sie es nicht kontrollieren, aber ich glaube irgendwann merkt man, dass etwas nicht stimmt.

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