Diskursive Philosophie

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1 Antwort

Wikipedia: „Der Begriff Diskurs, von lateinisch discursus „Umherlaufen“, wurde ursprünglich in der Bedeutung „erörternder Vortrag“ oder „hin und her gehendes Gespräch“ verwendet.“

Im Grunde kann man mit „diskursiver Philosophie“ jede Philosophie benennen, die offen für den Austausch von Argumenten ist. Alle Themen, mit denen man sich argumentativ auseinandersetzen kann, eignen für die offene diskursive Philosophie. Gesperrt gegen den Diskurs sind Theologien und Ideologien, Philosophien, die an eine bestimmte Offenbarung dogmatisch gebunden sind, an persönliche Inspirationen oder spontane, individuelle Visionen. Da wird der Austausch von Argumenten verweigert. Da der Diskurs jedoch in das komplexe System der Kommunikation eingeflochten ist, gibt es dazu sehr unterschiedliche Anschauungen. Sie hängen davon ab, wie z.B. die jeweilige Theorie der Sprache und Zeichen ausfällt, wie gesellschaftsbezogen die Diskursbasis gesehen wird, welche Metaphysik (Idealismus, Materialismus) zugrunde liegt.

Einige Philosophen wählen den Diskurs als Stilmittel, um ihre Argumente vorzutragen, z.B. Platon oder Cicero oder auch Hume. Dabei handelt es sich jedoch um „vorgetäuschte“ Diskurse, da Rede und Gegenrede der Argumentationsabsicht unterworfen sind. Die mit den Sophisten und Sokrates grundgelegte und später verfeinerte Kunst der Rhetorik vermittelte auch die Kunst, durch geschickte Fragen das Gegenüber argumentativ in die Enge zu treiben.

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