Diskriminiert sich die Schwulenszene nicht selber?

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21 Antworten

Das Problem mit dem "vollkommen normal sein" und "sich gar nicht abgrenzen" ist, dass Homosexuelle entgegen anderslautender Gerüchte, tatsächlich nicht über einen sechsten Sinn, ein "Gaydar" verfügen, um ihresgleichen zu erkennen.

Man muss sich also irgendwie "absetzen", damit andere Homosexuelle erkennen können, dass sie einen anmachen "dürfen". Etwa 95 % der Bevölkerung möchte das schließlich nicht haben und Homosexuelle riskieren bestenfalls einen extrem peinlichen Moment, schlechtestenfalls eine Backpfeife oder schlimmeres, wenn sie den falschen Typen "angraben".

Es liegt also nahe, eigene Clubs zu eröffnen, in denen sich nur Gleichgesinnte treffen (sollen), wo sich entsprechend gesinnte Menschen dann sicher sein können, dass die dort anwesenden wie sie sind und auch angesprochen werden wollen, wo es erlaubt ist, denn überall sonst ist es ja nach wie vor tabu.

Das Problem beseitigt es aber dennoch nicht ganz, denn die entsprechenden Lokalitäten werden durchaus auch von anderen besucht, die etwa nicht wissen, um was für eine Lokalität es sich handelt, steht ja schließlich in der Regel nicht groß dran, dass das ein "Schwulenclub" ist. So sind Heterosexuelle nach wie vor ziemlich privilegiert, denn sie liegen einfach zu 95 % richtig, wenn sie davon ausgehen, dass ein Mensch wie sie ist.

Letztlich kommst Du um eine gewisse "Abgrenzung" also nicht herum. Wenn Homosexuelle sich nicht irgendwie "kenntlich machen", werden sie auch keinen Partner finden.

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Versetze dich eine Minute in einen Homosexuellen: Du bist Teil einer immer noch nicht zu 100% anerkannten "Art". Du wirst oft nur dem Schein nach toleriert, aber nicht wirklich respektiert. Und du musst dich immer wieder rechtfertigen, warum du einen Mann oder im Falle einer Frau eine Frau liebst.

Du musst dich nicht wenige Male beschimpfen lassen. "Schwul" ist ein Schimpfwort für viele Dinge, die mit dem Thema null zu tun haben. Und du musst damit klarkommen, wenn du sagst, dass du Deinesgleichen liebst, dass dich deine Eltern nicht mehr als dein Kind ansehen.

Das alles sind Realitäten, mit denen Homosexuelle bis heute zu kämpfen haben. Deshalb auch immer noch die Notwendigkeit von CSDs und dem Schwenken der Regenbogenfahnen. Denn damit wird wenigstens einmal im Jahr sehr deutlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Säge immer noch an vielen Stellen klemmt.

Erst wenn keiner mehr seinen Kindern die Augen zuhält und keiner ihnen sagt, dass insbesondere zwei sich küssende Männer "Iiiih!" und "Bäh!" sind, hat die Gesellschaft begriffen, dass homosexuelle Menschen Menschen wie du und ich sind.

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Im Idealzustand wäre das Outen unnötig.
Es geht ja auch niemand durch die Stadt und sagt: "Wisst ihr was? Ich bin heterosexuell."

Da wir aber einen unharmonischen Zustand haben, ist es wichtig, dass sich Schwule outen und selbstbewusst dazu stehen. Viele Schwule leiden darunter, ihre Neigung nicht öffentlich bekannt geben zu dürfen und haben Angst, deswegen fertiggemacht, ausgelacht oder komisch angeguckt zu werden.

Das beste Rezept, nicht doof angeguckt zu werden ist meiner Meinung nach nicht, sich nicht zu outen, sondern das Schwulsein selbstbewusst nach außen zu tragen. All die dies jetzt tun sind so etwas wie Pioniere, denen künftige Generationen von Schwulen es danken werden.

Wenn etwas bewegt werden soll, muss das Gewicht ins Gegenlager verschoben werden. Das war bei den Frauenbewegungen nicht anders. Um für Gleichheit kämpfen zu können, mussten sie sich in den Vordergrund rücken.

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Ich bin bisexuell und habe mich selbst sehr häufig mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Zuerst: Warum werden diese bunten Fahnen geschwungen? Weil homosexuelle Partner in Deutschland nicht dieselben Rechte haben, wie heterosexuelle Partner, Punkt. Ich werde meinen Regenbogenbutton selbst erst abnehmen, wenn das nicht mehr so ist. In einem afrikanischen Land (war es Uganda?) wurden diese Flaggen sogar vor einigen Monaten geschwungen. Und dort wird man umgebracht, ist man homosexuell. 

Warum wird die Schwulenszene als eigene Community angesehen? Du hast gut reden. Ein Mann, der auf Frauen steht, hat so viel Auswahl. Ihm werden bei einem Spaziergang durch die Stadt mindestens 50 Partnermöglichkeiten über den Weg laufen. Natürlich bilden Homosexuelle/... dann Communitys. Zum Austausch (auch zum politischen Austausch) trifft sich das auch.

Wäre es nicht viel besser diese selbst gegründete "Szene" einfach als keine Szene anzusehen (...) oder sehe ich das falsch? Dem kann ich teilweise zustimmen. Ich glaube es gibt auch einen YouTuber, er heißt so etwas wie "Der Prinz" aber ich kenne ihn nicht, der Homosexualität auch in ein bestimmtes Bild rückt, das Aufmerksamkeit fordert. Homosexuell sind aber nicht nur die "aus sich herausgehenden", sondern auch dein Nachbar, deine Lehrerin, dein Zahnarzt... Die Szene ist eine Sache für sich. Ich weiß nicht, wie ich diese Frage beantworten soll.

Warum muss man sich überhaupt outen? Diesen Standpunkt vertrat ich selbst eine ganze Weile. Ist das nicht so, wie allen zu sagen "hey, ich stehe auf braune Haare und nicht auf blonde"? Aber die Realität hat mehr Faktoren, als das. 1) Jeder nimmt von dir an, dass du hetero bist. Das nervt. Man fühlt sich nicht richtig und vollständig erwähnt, wird die falsche sexuelle Orientierung von dir angenommen. Da muss man sich ein bisschen reinversetzen, um das zu verstehen. 2) Auf die politische Lage bin ich schon eingegangen. Die LGBT-Community lebt nicht in einer Friede-Freude-Eierkuchen-Welt, im Großen und im Kleinen nicht. Zwar ist Homosexualität in Deutschland generell akzeptiert, jedoch wenn es das eigene Kind/den eigenen Kumpel betrifft, ist das leider manchmal eine "andere Sache". Ein Outing zu einer homophoben Famile ist eine ganz andere Geschichte, als das Outing, dass du im Kopf hast - auch ein Outing zu engen Freunden, wenn deine Familie und deine Umgebung homophob ist und nebenbei auch jeder annimmt, du bist heterosexuell, ist eine andere Geschichte.


Das Flaggenschwingen und das Outing kann also eigentlich erst aufhören, wenn Homosexualität so richtig in der Gesellschaft angekommen ist. Und das ist sie noch nicht - es sind noch zu viele "Nachwirkungen" der alten Zeit vorhanden. In 50 Jahren ist ein Outing eventuell nicht mehr nötig. Und das wäre auch gut so, denn es sollte nicht nötig sein.

Wie du siehst, ich setzte mich immer noch gerne mit diesem Thema auseinander.
LG
rosepetals

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Kommentar von rosepetals
20.06.2016, 17:00

Ps. Von nicht öffentlich geouteten und unauffälligen Schwulen kann man ja auch schlecht etwas mitbekommen, oder?

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Warum sollten sich Schwule selber diskriminieren?
Seit wann tun sie das denn? Sie fallen halt durch den CDS, den Schwulenverbänden und gruppen und den Schwulenkneipen etc. mehr auf, aber dafür ernten sie eher Toleranz als Diskriminierung.

Warum sie als eigene Community gilt?
Sie haben sich halt wie eine Community aufgebaut um für Toleranz ihnen gegenüber zu sorgen.

Warum werden die bunten Fahnen geschwungen?
Spaß, Freude einmal im Jahr so die Homosexualität am CDS zeigen zu können. Nichts weiter, als die Freude mal nicht dumm angestarrt zu werden.

Warum sind sie in ihrer Community und nehmen nicht an der Gesellschaft teil?
3 Mal darfst du raten:
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Falsch! Es sind die Diskriminierungen, die Beleidigungen, die Mobbingatakken und die Gewalttaten die ihnen gegenüber ausgeübt werden. Manchmal fühlt es sich auch einfach gut an unter gleichgesinnten zu sein. Ein Metallbauer stellt sich ja auch nicht zu einer Horde Friseuren.

Rücken Transsexuelle Schwule in die Szene?
Nein! Wie auch? Sie fallen halt auf und manche geben sich auch gerne Preis, deshalb schleifen sie ja Homosexuelle nicht in die Szene!!!

Warum Outing?
Kurz gesagt positive Gefühle für die homosexuelle Person nach dem Outing. Homosexualität wird ja oft noch als etwas negatives gesehen und man kann finde ich stolz auf sich sein, wenn man es trotzdem gemacht hat.

Sollte es nicht so sein, dass man sich nicht zu outen braucht?
Ja so sollte es sein! Dennoch wird es sehr schwer sein die Menschen dahin zu bringen, dass sie homosexuelle Menschen als schwul bzw. lesbisch erkennen, denn wenn sich nicht geoutet sind, gehen alle automatisch von Heterosexualität aus. Das Outing wird immer mind. dafür nötig sein, zu zeigen, dass man nicht hetero ist.

LG Fragant

P.S. Es gibt wichtigeres als sich über so etwas aufzuregen ;)

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Hier wurden schon einige wichtige und gute Punkte genannt.

Aber es sollte ebenfalls erwähnt werden, dass, wenn eine Gruppe von Leuten mit gewissen Vorurteilen zu kämpfen hat, sie automatisch an Gleichgesinnte näher heranrückt und man sich gegenseitig unterstützt.

Ich kenne das persönlich aus der Animeszene. Wenn man sagt, dass man gerne Animes guckt, wird man oft schief angesehen. Das sind für viele Kindersendungen und Pornos. Nun ja.... ich halte es nun für fraglich, was mach einer für geeignete Kindersendungen hält...

Aber hier ist sehr viel nicht-verstehen-wollen und das Fremde-grundsätzlich-ablehnen im Spiel. Es gibt welche, die testen das aus oder fragen offen, warum das einen gefällt.

Der Rest hat seine Vorurteile und pflegen diese regelrecht.

Da sind dann andere, die dasselbe mögen und mit denselben Vorurteilen zu kämpfen haben, gerne willkommen. Man sucht auch gerne deren Nähe.

Nun ist aber Homosexualität anders als eine Fernsehsendung. Seine Sexualität kann man sich im Gegensatz dazu nicht aussuchen. Die hat man einfach. Also muss man mit Vorurteilen von Menschen leben für etwas, was man sich nicht ausgesucht hat. Erinnert ein bisschen an früher, wo man rothaarige Frauen als Hexen verbrannt hat.

Hinzu kommt ebenfalls, dass Homosexuelle eben nicht die gleichen Rechte wie Heterosexuelle haben, was eine Frechheit ist. Jeder Mensch sollte die gleichen Rechte haben.

Wenn mit Fahnen geschwenkt wird (wobei das sicherlich nicht das homosexuelle Leben ausmacht), hat das oftmals eine politische Bedeutung: Es kann nämlich heißen: Ich bin so und das ist vollkommen in Ordnung so.

Und wenn man wegen Leute, die irgendwelche Fahnen schwenken, die Krise bekommt, sollte man sich derzeit am besten irgendwo vergraben, wo man keinen Radio, keinen Fernseher, kein Internet und keine anderen Menschen sieht. Derzeit wird geschwenkt wie blöde.

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Hallo!

Es ist bei Minderheiten oft so, dass sie alle Nase lang etwas Aufruhr produzieren & sich hinterher darüber mokieren, dass alle Welt sie parodiert & sie jeder belächelt, man gegen sie schießt usw. -------> da denke ich aber nicht an Homosexuelle,gegen die ich auch nicht das Geringste habe, sondern eher an Völkergruppen.

Ich persönlich finde nicht, dass Homosexuelle diskriminiert werden. Hier im Ort gibt's einen schwulen Versicherungskaufmann mit eigener Agentur, der sich vor 10 Jahren geoutet hat --------> gewisse "alte Opas" haben ihm das nie verziehen, aber die Mehrheit akzeptiert das & das selbst auf dem flachen Land hier ;)

Und Schwule, die wirklich mit bunter Fahne & auffälligem Outfit durch die Gegend ziehen, haben sicherlich überhaupt kein Problem damit ihre Einstellung zu zeigen bzw. zu vertreten :)

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Du hast Recht, Homosexualität sollte eigentlich kein Outing benötigen, es sollte als normal angesehen werden. Wird es aber von vielen noch nicht und deshalb ist es oft unabdingbar. 

Sie wollen sich mit den Schwulenverbänden eher für homos einsetzen und für Gleichberechtigung kämpfen. Und sich nicht selbst ausgrenzen, eher dafür kämpfen von einigen nicht mehr ausgegrenzt zu werden...

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Da bist du sehr naiv, denn dieses Ghetto haben sich die Schwulen nicht selbst erschaffen. Vor nicht allzulanger Zeit war ausgelebte HS noch strafbar und wurde auch mal als Geisteskrankheit angesehen. Auf der WHO-Liste psychischer Krankheiten stand sie noch bis anfang der 90-Jahre. War alles nicht so rosig, bzw. kriminalisiert. Auch braucht ein Schwuler Treffpunkte, wo die Wahrscheinlichkeit hoch ist, "Gleichgesinnte" zu treffen - einfach so im normalen Leben würde er bei mindestens 9 von 10 Männern, die ihm gefallen und die er versuchte anzubaggern, an den Falschen geraten...HS und Transen sind in der Tat unterschiedliche Bereiche. Transen möchten Frauen sein und stehen auf Heteromänner, bzw. einfach Männer und haben mit dem Thema gleichgeschlechtliche Liebe nur von außen betrachtet etwas gemeinsam. Manche gehen ja den Schritt zur operativen Geschlechtsangleichung, dann könnte man sie eigentlich als "hetero" bezeichnen. Die meisten Schwulen würden das weit von sich weisen, es gibt sogar Schwule, die einen ausgesprochenen Männlichkeitskult leben (in schwarzes Leder gekleidet, andere Männer unterwerfen, womit wir in der SM-Szene wären...). Wenn dich das Thema interessiert, solltest du auch mal den Stonewall-Inn-Aufstand googeln.

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So lange es keine 100%ige Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben usw. gibt, wird es immer eine "Szene" geben.

Komisch, bei anderen Fähnchen, Logos o.ä.  als Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit spricht selten jemand von Diskreditierung.

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Kommentar von NoHumanBeing
21.06.2016, 16:16

So lange es keine 100%ige Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben usw. gibt, wird es immer eine "Szene" geben.

Die "Szene" wird es so lange geben, bis es vergleichbar viele Homo- wie Heterosexuelle gibt. Also vermutlich sehr lange. ;-)

Auch wenn man zu 100 % toleriert wird, bleibt man eine Minderheit und als Minderheit kommt man um gewisse Formen der "Abgrenzung" nicht herum.

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Ich verstehe Deinen Gedankengang. 

Erst wenn man nicht mehr mantraartig sagen muss,  dass Homosexualität menschlich ist, wird es zur Normalität.  

Da aber viele Menschen homosexuelelle diskriminieren,  ist es leider erforderlich,  Flagge zu zeigen. Diesen Stammtisch  Parolen Paroli  zu bieten. 

Wenn nämlich  nur noch Stimmen gegen Homosexualität zu hören sind, dann ist es schwierig,  frei zu leben.

Man muss deutlich  machen,  dass die Mehrheit  eben nicht homophob ist.

Das ist in anderen Lebensbereichen ja auch so. Sei es Ausländerfeindlichkeit oder Vorurteile gegenüber Arbeitslosen oder Behinderten  oder alten Menschen. 

Wenn man sich da nicht genau positioniert, kann schnell der Eindruck entstehen  durch Pöbelnde Minderheiten,  alle würden so denken.

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Sich in als eine Szene zusammen zu schliessen hat vielerlei Vorteile. Eben weil man vollkommen normal ist kann man in vielen Fällen nicht erkennen dass Jemand homosexuell ist, ausser diese Menschen die es offensichtlich machen. Man hat es also sehr schwer einen Partner oder Partnerin zu finden, oder Freunde die wissen wie es sich anfühlt wenn man sich als anders ansieht. Ausserdem ist man in der Szene nicht so leicht angreifbar, wird selten diskriminiert oder wegen seiner Sexualität ausgeschlossen. 

Beim Outing bin ich ganz deiner Meinung, Menschen sollten sich nicht outen, da sie sich sonst für einen Moment auf ihre Sexualität beschränken, aber was sie machen sollten ist nach und nach ihre Sexualität akzeptieren und sie nicht mehr verstecken.

Dennoch, das grösste Last liegt auf der Gesellschaft. Die die Ausgegrenzt werden können sehr wenig dafür tun um ihr Ansehen zu verbessern, es braucht immer interne Leute die ihre Stimme erheben und etwas gegen Ungerechtigkeit und Ausgrenzung sagen.

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Ganz meine Meinung, dasselbe Problem sehe ich mit Frauenquoten.

Andererseits: Was ist die Alternative um Gleichberechtigung herzustellen als offensiv für sich einzustehen wenn es de fakto diskriminierung gibt?

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vorab, ich bin maennlich und hab' nichts gegen heterosexuelle ...

"schwule" also die gemeinschaft aller schwulen, richtig? also schwule diskreditieren sich selbst, weil sie CSD etc. mit pomp und circumstance feiern.

ich nehme an, fussballfans diskreditieren sich auch, indem sie groelend und schlagend durch die gegend ziehen. also fussballfans, du weisst schon, die gemeinschaft aller fussballfans.

oder jecken, die ganze karnevalsbagage, diskreditiert sich selbst, durch die umzuege ...

jungchen, schwule, also die schwulen, gibt es nicht als homogene randgruppe. genauso wenig wie irgendeine andere.

mir ist der christopher street day vollkommen hupe und ich sehe mich auch nicht als in erster linie schwul. mein freund hat ein bisschen mehr kontakt zur szene, aber geht auch nicht regenbogenfahne schwenkend durch die gegend.

aber wenn's anderen spass macht, ist das doch deren sache.

das problem sind nicht die schillernden schwulen, das problem ist die stereotypisierung durch ANDERE. du koenntest ja einen regenbogen-schwulen auch einfach als individuum betrachten ohne dadurch rueckschluesse auf mich (z.b.) zu ziehen oder auf die mehrheit der schwulen. 

merkst du was?

wahrscheinlich hast du taeglich mit schwulen zu tun, von denen du gar nicht weisst, dass sie schwul sind. mit anderen worten, die mehrzahl der schwulen tut schon genau das, was du von ihnen willst.

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Kommentar von latricolore
21.06.2016, 22:20

vorab, ich bin maennlich und hab' nichts gegen heterosexuelle ...

:-)))
Freut mich!

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Es wird gesellschaftlich eben immer noch nicht als "normal" angesehen...

Wie viele Menschen rümpfen noch immer die Nase, wenn sich zwei Männer küssen?

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Kommentar von Pangaea
21.06.2016, 12:58

Och - die Menschen sind toleranter als man denkt.

Ich habe mal von einem kleinen Experiment gelesen: Drei Schauspieler und ein paar Beobachter fuhren in der Berliner S-Bahn. (Offensichtlich fuhr die zu der Zeit mal).

Zwei der Schauspieler spielten ein verliebtes, turtelndes Schwulenpärchen, der dritte Schauspieler gab den entrüsteten Spießer, der sich laut über solches Gebaren beschwerte. Die Beobachter warteten auf die Reaktion der anderen Fahrgäste.

Die reagierten überraschend gelassen, und als der "Spießer" immer lauter zeterte, meinte ein Fahrgast nur: "Dir küsst wohl keena, wa?"

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Die "Transen" sind Transvestiten.
Das sind Schwule- oder Heteromänner, die gerne Damenkleidung tragen.

Falls du Transsexuelle Menschen meinst.
Sie sind herzlich willkommen in der Homosexuellen Szene.
Sie sind ein Teil. Ohne Wenn und Aber.
Intersexuelle Menschen ebenso.

Die Szene ist Schutzraum. Und es gibt eine Community weil sie Austausch und Schutz und gemeinsame Lebensfreude bietet.
In der sich niemand outen muss, weils eh klar ist.
Und die Fahnen sind Symbole, das Logo unter denen sich versammelt wird.
Um zu erkennen, dass keine Scham vorliegt sondern Stolz.

Ca 10 Prozent der Weltbevölkerung sind LGBTs.
Das ist so und wird immer so bleiben.
In einigen Ländern gilt noch die Todesstrafe dafür.
In anderen Ländern wird nur gefoltert und eingesperrt.
In Deutschland wird die Ehe für alle nicht eingeführt.
Die katholische Kirche als Arbeitgeber stellt offen Homosexuelle Menschen nicht ein oder kündigt ihnen.
Es gibt noch viel zu erreichen.

Und Outing ist für andere LGBTs wichtig.
Weil sie nicht wissen, dass sie nicht alleine sind.
Um Vorbild zu sein, für die, die sich nicht trauen.
Die Angst haben.
LGBTs sind nicht unsichtbar.
Sie müssen nicht so tun als wären sie Heterosexuell.
Sie müssen es nicht vermeiden aufzufallen.
Sie dürfen einfach so sein wie sie sind.
Und so akzeptiert werden.

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Kommentar von NoHumanBeing
21.06.2016, 16:21

In Deutschland wird die Ehe für alle nicht eingeführt.

Ich glaube das ist eines der geringeren Probleme.

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Kommentar von howelljenkins
21.06.2016, 18:44

also der ausdruck "transe" wird doch eher auf transsexuelle als auf transvestiten angewendet ... jedenfalls da, wo ich wohne.

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Warum grenzen sich Karnevalsvereine mit bunten Fahnen und Narrenkappen gegen die vielen Nichtkarnevalisten ab? Diskreditieren sie sich dadurch nicht selbst?

Warum grenzen sich Fußballfans mit bunten Trikots und Fahnen gegen andere Fußballfans mit anders bunten Trikots und Fahnen ab?

Warum gibt es überhaupt Landesfahnen und Nationalstaaten, warum muss man sich überhaupt per Ausweis als Angehöriger eines Landes outen und sich durch Landesgrenzen abschotten?

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Viele Schwule outen sich nicht. Aber andere wollen eben auch ihren Spaß haben und gehen lieber wohin, wo sie bedingungslos akzeptiert werden. In normalen Bars würden sie ständig schräg angeschaut, mich würde das auch nerven, wenn ich Schwul wäre.

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Kommentar von NoHumanBeing
21.06.2016, 03:01

In normalen Bars würden sie ständig schräg angeschaut, mich würde das auch nerven, wenn ich Schwul wäre.

Nein, das würden sie nicht.

Du würdest einen Schwulen, der das nicht bewusst "zeigt", überhaupt nicht erkennen.

Das Problem ist, dass sie dort keine Gleichgesinnten finden würden und auch nicht nach potentiellen Partnern suchen könnten, schließlich wissen sie ja nicht, wen sie dort "angraben" dürften. Es sei denn, derjenige "macht es eben irgendwie kenntlich". Und schon gibt es wieder ein Abgrenzungskriterium.

Ganz ohne wird es einfach nicht funktionieren.

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Es ist halt so, dass sich diese Gruppe gern als Minderheit präsentiert und meint somit Ihre Forderungen besser durchsetzen zu können. 

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Kommentar von Nashota
20.06.2016, 13:13

Diese Gruppe ist eine Minderheit, da sie geschätzt zwischen 5 und 10% der Gesellschaft ausmachen.

Und Forderungen versucht man bei gewissen Themen am besten laut und auffällig durchzusetzen, da leise nicht überall verstanden werden will.

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Es heißt nicht Transen, sondern Transsexuelle! Ihr Heten seit auch nicht besser.

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