Direktmandate pro Wahlkreis?

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3 Antworten

Die eine Hälfte der Mitglieder (Direktkandidaten) stammen aus den Wahlkreisen (Erststimme). Die andere Hälfte wird bundeslandbezogen über die Landeslisten bestimmt (Zweitstimme).

Vaethin 06.12.2009, 15:16

Also sind die Listen auch Bundesland bezogen?

Das erklärt natürlich einiges ^^

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user262 06.12.2009, 15:23
@Vaethin

Ja, so gibt es für die CSU nur eine Landesliste in Bayern. Die CDU hat 15 Landeslisten für die übrigen Länder.

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user262 06.12.2009, 15:35
@Vaethin

Am Beispiel Baden-Württemberg (B-W): 38 Wahlkreise festgelegt aufgrund der Einwohnerzahl im Vergleich zu den anderen Ländern. Verdopplung auf 76 für das Land. Bekäme die CDU alle Erststimmen in B-W und die SPD alle Zweitstimmen, wären alle 38 Direktkandidaten der CDU im Bundestag, aber auch alle 76 der SPD - d.h. die 38 der CDU bekämen Überhangmandate. Fazit: Mit der Zweitstimme wird der Anteil der jeweilgen Partei aus B-W im Bundestag festgelegt. Die Erststimmenkandidaten sind in jedem Fall gewählt, sie werden jedoch auf den "Zweitstimmenanteil" angerechnet. Man spricht von einem "Personalisierten Verhältniswahlrecht".

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Aus dem Bundesland werden 38 Abgeordnete in den Bundestag geschickt, die in den jeweiligen Wahlkreisen am meisten Stimmen bekommen haben. Aber es werden ncoh weitere 38 Abgeordnete nach dem Verhältniswahlrecht mit der Zweitstimme gewählt. Diese werden auf Listen der Parteien geführt. Je nachdem wieviele Zweitstimmen die Partei bekommen hat, dürfen soundsoviele Listenkandidaten in den Bundestag.

Dieses Verfahren vermeidet die Nachteile des Mehrheitswahlrechts und gleichzeitig die Nachteile des Verhältniswahlrechts. Gäbe es nur das Mehrheitswahlrecht, würde das Bundesland Baden-Würtemberg nur von CDU-Abgeordneten im Bundestag vertreten. Das entspräche aber nicht dem Willen des Volkes in BW.

Pro Wahlkreis wird 1 Kandidat gewählt. Zusätzlich zu diesen Abgeordneten werden über die Zweitstimme Kandidaten der Landeslisten gewählt.

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