Diplomarbeit Krankenkasse - welcher Themenbereich für BWL-Hausarbeit?

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3 Antworten

Hallo,

vielleicht ein Vergleich der verschiedenen Vollstreckungsformen bei den Krankenkassen:

  • eigener Vollstreckungsdient

  • Beauftragung der Ammtsgerichte/Gerichtsvollzieher

  • Vollstreckung durch Zoll

  • Vollstreckung durch andere (beauftragte) Krankenkassen

Kosten, Zeitdauer, Erfolgsquoten etc.

Gruß

RHW

Ich habe inzwischen ein Thema sondiert, dass sich mit der Fusion der Krankenkassen beschäftigt. An diesem Prozess war ich (natürlich) nur passiv beteiligt. Umso umfangreicher wird das Vorstudium der Literatur. Dein Thema ist natürlich mein Spezialgebiet. Und mein erster Gedanke war auch, dies zum Gegenstand meiner Diplomarbeit zu machen.Ich wusste bisher noch nicht, wie ich es (aus der Kostenfrage wegen) in Einklang mit der Betriebswirtschaftslehre bringen könnte. Nachdem ich aber jetzt viel über Sinn und Zweck einer Arbeit gelernt hab in den letzten Tagen, könnte ich das Thema Vollstreckung nun vielleicht doch in Kontext zur BWL bringen. Deshalb werde ich meinen Sonntag heute verbraten und eine zweite Gliederung zu Deinem vorgeschlagenen Thema ausarbeiten. Es ist noch Zeit, und ich befinde mich noch in der Vorbesprechungsphase mit dem Prof. Mal schauen, ob ich es schaffe, ihm morgen (dann eben 2) Entwürfe zweier unterschiedlicher Themen vorzulegen. Vielen Dank .

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Hallo Soulsrocking, da sind viele Möglichkeiten es bwl-mäßig aufzuziehen. Auch politisch nicht uninteressant ist die Frage, was wollte rot/grün mit der Einführung des Gesundheitsfonds erreichen. Zum einen wollten sie doch die GKVs zu wirtschaftlicherem Handeln zwingen und mehr Markt herstellen und andererseits krankheitsgrad verursachungsgerechter die Beiträge verteilen und aufgelaufene Milliarden Schulden einiger Kassen – voran der AOKs – verschwinden sehen. Was ist nach Jahren vor allem das betriebswirtschaftliche Resümee? Wurden die GKVs belohnt bzw. gestärkt, die schon damals hohe Verwaltungskosten rationalisiert hatten und hat man umgekehrt große Schlamper zum Sparen gezwungen? Welche Nutzen-Ertragsrelation hat die aufgebaute riesige Behörde erwirtschaftet und die gesamte damalige Reform. Ich würde mal mit dem Begriff Gesundheitsfond mir eine Stoffsammlung googelnd anlegen und dann gliedern etc.. 40Seiten kommen locker zusammen – viel Spass.

Der Gesundheitsfond ist Teil des Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung - und innerhalb dieser "Mauern" hab ich mich (vorerst) für die Gründe und Auswirkungen von Kassenfusionen entschieden. Der Gesundheitsfond ist ein Moloch, der für eine ganze Doktorarbeit reicht :-) Da trau ich mich ehrlich gesagt nicht ran, zumal ich erwarte, dass eine ehrliche und zupackende Neuregierung das ganze System sowieso kippen wird, da es keinerlei Lösungen für die Überalterung der Gesellschaft liefert. Zudem ist es dem Bürger nicht mehr zu vermitteln, warum Kassen zu gleichen Beitragshöhen gezwungen werden sollen. Warum sollte es dann noch AOK, Techniker, BKK, IKK usw. vom Namen her geben? Das könnte man dann gleich Sozialversicherung nennen und aus allem eins machen. Das aber zeigt das Beispiel DDR - wo es so war. Wo kein Wettbewerb, da kein Anreiz, wettbewerbsfähig zu bleiben => eine Kostenfalle also (vor allem für die Bürger).

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Aha.

Dann schreib am Besten eine Facharbeit über den betriebseigennützigen Umgang mit den Geldern der Beitragszahler beim Vorliegen eines Einnahmeüberschusses insbesondere zur weiteren Aufstockung der Vorstandsbezüge.

Darüber gibt es unzählige Diplomarbeiten. Außerdem - das aber nur am Rande, da ich hier keine politische Debatte möchte, sondern schnelle Hilfe - herrschte bis 2008/2009 ein Riesendefizit bei allen gesetzlichen Kassen aufgrund der gestiegenen Gesundheitsausgaben und Überalterung. Die Verwaltungskosten sind im Vergleich zu den Privatkrankenkassen um 2/3 niedriger. Glaub mir mal - die, die im öffentlichen Dienst überall in Deutschland heute schaffen, laufen alle aufm Zahnfleisch. Bei uns herrscht seit 2002 Einstellungsstopp. Wegen der Überlastung gehen immer mehr Angestellte, aber es kommen keine nach. Zur Finanzlage 2008/2009 noch ein Wort: es gab 3 Kasseninsolvenzen. Das spricht wohl Bände. Wenn man jetzt den soliden Überschuss an Versicherte weitergibt, ist das eine Milch-Mädchen-Rechnung. Oder hat hier irgendwer geglaubt, mit dieser Aussage wären alle Kassen schuldenfrei? Ich selbst arbeite seit 16 Jahren in der VOllstreckung. Ich kann nur sagen: die Einsicht der Beitragszahler, Forderungen zu begleichen, geht stetig abwärts. Und wer muss dafür grade stehen: DU, ICH, die gesamte Versichertengemeinschaft.

Nun denn... ich brauche ein Thema außerhalb der Krankenkassenverwaltung! Jemand eine Idee?

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@Soulsrocking

Dies ist eine tolle Standartaussage zu diesem Thema. Da du keine politische Debatte möchtest und dies hier auch nicht angebracht ist - lassen wir es. Dass es allerdings gewaltig schief läuft in Deutschland und sich Vorstände trotz deiner geschilderten fatalen finanziellen Situation der Krankenkassen immer mehr Gelder "einschieben" - passt fast nicht zusammen. Aber egal. Du hast Recht - die Anderen sind Schuld.

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@touchdown331

Keine Frage, dass Führungsebenen im öffentlichen Dienst eine grundsätzliche Schuld mittragen. Aber dies allein damit zu kompensieren, dass diese Damen und Herren den Geldtresor aufmachen und die Versicherten rückbeglücken, ändert nichts an der fatalen Gesamtgesundheitspolitik und unserem ganz persönlichen Verhalten mit den Kassensystemen. Wir haben hier sicherlich eine Gesamtheit an Problemen auf vielen Seiten zu betrachten. Wenn ich nur kompetent genug für die wissenschaftliche Ausarbeitung des von Dir angesprochenen Themas wäre, hätte ich bereits mein Thema für die Diplomarbeit. Aber, und da geb ich Dir eben nicht Recht: "ich habe kein Recht", denn mir fehlen auswertbare empirische Daten. Ich gebe nur meinen persönlichen Eindruck wider. Das kann man aber am Stammtisch erzählen, nicht dem Professor :-)

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