Diktiergeräte in der Uni- verboten oder erlaubt?

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4 Antworten

"Verwendung von Tonträgern in Lehrveranstaltungen:

Die Verwendung von Tonträgern in Lehrveranstaltungen wie Vorlseungen oder bei Exkursionen, zum Aufzeichnen der Vorträge ist grundsätzlich nur gestattet, wenn der Redende zustimmt. Ansonsten verstoßen Sie gegen § 53 Abs. 7 UrhG und machen sich strafbar.

Auszug von § 53, Abs 7 UrhG:

(7) Die Aufnahme öffentlicher Vorträge, Aufführungen oder Vorführungen eines Werkes auf Bild- oder Tonträger, (...) sind stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig."

So gefunden auf der Seite des Geographischen Instituts der Uni Bonn: http://www.giub.uni-bonn.de/lehre/lehre/Tontraeger.html

Ich halte die teilweise vollzogene Rechtsprechung für völligen Blödsinn, weil sich ein Professor bzw. eine eine Vorlesung haltende Lehrkraft im Beschäftigungsverhältnis einer zumeist öffentlichen Institution befindet. Demzufolge hat diese Lehrkraft keinen Anspruch auf Schutz des persönlich gesprochenen Wortes, weil Vorlesungen öffentlich sind und zumeist an öffentlichen Hochschulen bzw. Universitäten stattfinden und das, was dort gesagt wird, kein schützenswertes geheimes Werk im rechtliche Sinne darstellen würde.

Wenn es der Lehrkraft nicht gefällt, daß sie aufgezeichnet wird, könnte sie ja kündigen oder sich der Veranstaltung auch fernhalten, da sie sich im Dienste der Einrichtung befindet und die Studenten die Kunden-Clientel repräsentieren..

Man ist als eingeschriebener Student Teil einer akademischen Einrichtung und hat somit das Recht, die Lehrveranstaltungen zu besuchen. Wenn ein Student der Auffassung ist, er könnte das dort Gesagte für die persönlichen Referenzen und als Lernhilfe später einmal benötigen, so gibt es keinen plausiblen Grund, dem Mitglied der Lehreinrichtung dies zu verweigern, da das öffentlich gesprochene Wort in der Vorlesung keine Informationen enthält, die als besonders schützenswert gelten könnten und die Lehrkraft mit der Mitgliedschaft an der akademischen Einrichtung auch keinen Anspruch auf persönlichen Wortschutz inne hat, solange sie sich öffentlich äußert, was im Falle einer Vorlesung nunmal der Fall ist. Wenn die betreffende Person das beanspruchen möchte, sollte sie ins eigene Zimmer gehen und dort einen Privatvortrag halten.

Es macht praktisch gesehen doch keinen Unterschied, ob man sich das dort Wiedergegebene persönlich anhört und im Kopf verinnerlicht oder ob man als Teil der Hochschule eine Aufnahme anfertigt und diese als Lernhilfe nachträglich nutzt. Man hat als Student das Recht, die Lehrveranstaltung und das dort gesprochene Wort zu verfolgen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob man die Inhalte aufnimmt oder in Form der persönlichen Anwesenheit verinnerlicht. Man hat in jedem Fall das Recht, den Lehrstoff zu konsumieren und zu verarbeiten in jeglicher Form, die keinen kommerziellen bzw. gewerblichen Interessen zugute kommen könnte.

Solange die Studenten nicht nur das Diktiergerät in den Hörsaal stellen und es nach der Vorlesung wieder abholen, scheint mir wenig dagegen einzuwenden zu sein.

Schliesslich könnten sie ja auch die Vorlesung mitstenographieren - wo wäre da der Unterschied?

Vermutlich dürfte die gewerbliche Aufzeichnung (Skripten wortgetreu verfassen und verkaufen) nicht zulässig sein.

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