Dieselmotor, Umweltfreundlichkeit?

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9 Antworten

Salue Jens

Es gibt zwei Gründe:

1) NOx (Stickoxyde): Diese entstehen bei einer sehr heissen Verbrennung. Dieselmotoren haben eine höhere Verdichtung (konstruktionsbedingt), sind damit zwar effizienter, haben aber deshalb einen hohen NOx Ausstoss.

Damit die Verbrennung etwas weniger heiss wird, führt man der Ansaugluft ein nicht brennbares neutrales Gas bei (EGR, Emission Gas Recirculation, Abgasrückführung).

2) Partikel: Der dickflüssigere Dieseltreibstoff wird nie komplett verbrannt, es entstehen Russpartikel. Früher hatten Diesel einen Einspritzdruck von ca. 240 bar, heute mit den Common-Rail Einspritzanlagen wird dieser mit bis zu 3000 bar eingespritzt und wird so besser zerstäubt.

Die immer noch vorhandenen (etwas grösseren Partikel) werden durch einen Partikelfilter aufgefangen. Allerdings würde sich dieser mit der Zeit zustopfen.

Man muss also diesen Filter regelmässig abbrennen, was aber eine sehr hohe Temperatur am Filter bedingt.

Um das Abbrennen zu erleichtern, wird bei den meisten Herstellern ein Trick verwendet. Man spritzt Harnstoff ein, der die Verbrennungstemperatur von Russ senkt.

Andere Hersteller haben dazu eine spezielle Einspritzdüse, die direkt beim Filter regelmässig für ein Abbrennen sorgt.

Das grosse Problem bei den Partikeln ist, dass die übrig bleibenden so klein sind, dass sie der Filter nicht auffangen kann (Nano-Partikel).

Diese gelangen in die Lunge und können direkt in die Blutbahn gelangen.

Die Langzeitfolgen kennt man leider noch nicht.

Diese Partikel werden nach den heutigen Abgasvorschriften auch bei Benzinmotoren ermittelt. Tatsächlich haben einige Benzinmotoren (vor allem mit einer Benzin-Direkteinspritzung) ebenfalls recht hohe Werte.

Dieselmotoren sind alles andere als umweltfreundlich. Von den Abgasen her ist die beste Lösung im Moment das Vollhybridsystem von Toyota. Bei dem nicht "ausgequetschten" Benzinmotor mit seinem Atkinson-Arbeitszyklus entstehen von Grund auf weniger Abgase.

Leider spricht die Werbung (und die Autotests) immer nur vom geringeren Verbrauch der Vollhybridmodelle. Das Konstruktionsziel des Toyota Prius waren aber niedrige Abgase.

Es grüsst Dich

Tellensohn

 

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Kommentar von SpitfireMKIIFan
31.07.2016, 15:42

Zweitaktmotoren haben hinsichtlich des NOx-Ausstoßes aufgrund geringerer Verbrennungstemperaturen ebenfalls noch Vorteile.

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Kommentar von checkpointarea
31.07.2016, 15:48

Du hast da einiges durcheinandergeworfen. So wird Harnstoff beispielsweise nicht zum Abbrand von Ruß eingespritzt, sondern zur Stickoxidreduktion mithilfe eines SCR - Katalysators. Frühe Rußfiltersysteme (von Peugeot, später auch Ford) spritzen in der Tat ein Additiv, welches die Abbrandtemperatur senkt, ein. Derlei Systeme werden aktuell aber nicht mehr verbaut.

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Das würde ich gar nicht behaupten, aber da unsere gesamte Wirtschaft vom Transport abhängt und der mit Diesel funktioniert wird der Dieselkraftstoff weniger besteuert.

Da es dem Staat unangenehm ist dass der Privatmensch auch von diesem Steuervorteil profitiert wird der Diesel, wo es nur geht, schlecht geredet. Warum wohl wurden Umweltzonen zur Feinstaubreduktion eingerichtet die praktisch nur Diesel betreffen obwohl moderne Benziner ein Vielfaches mehr als Diesel an Feinstaub ausstossen?

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Dies hat mehrere Gründe:

- Ungeregelte Gemischzufuhr

Das Verhältnis von Kraftstoff zu Luft variiert je nach Drehzahl und Lastzustand, hierdurch gehen die Stickoxide, die Partikelemissionen und die Kohlenwasserstoffwerte irgendwann durch die Decke. Gegen die Stickoxide gibt es zwar sehr effektive Systeme (SCR - Katalysatoren mit Harnstoffeinspritzung), jedoch ist die benötigte Menge an Harnstoff sehr hoch, das Abgas aber trotzdem nicht so arm an Stickoxiden wie beim Benziner. Die Partikel hat man mittlerweile mit einem Rußfilter gut im Griff, jedoch hält dieser nicht ewig und muss irgendwann aufgrund Verstopfung (Asche) getauscht werden

- Inhomogene Gemischbildung

Dieselmotoren sind Selbstzünder, sie spritzen kurz davor und während der Verbrennung ein, eine Vorlaufzeit gibt es nicht. Dadurch ist die Gemischbildung schlecht, es entsteht viel Ruß, auch Stickoxide bilden sich. Die Bekämpfung beider Stoffe ist teilweise aufwendig, bei höherer Last ist die Emission von Stickoxid sehr häufig deutlich höher als beim Benzinmotor.

Ein weiteres Abgasproblem: Verrußung der Abgasreinigung. Bei Dieselmotoren, die häufig auf kurzen Strecken genutzt werden, findet, besonders dann, wenn eine sparsame, der Rußbildung aufgrund einer Gemischanfettung förderliche Fahrweise an den Tag gelegt wird, eine Verrußung des Katalysators statt. Hierdurch wird die Reinigungsleistung, zumindest zeitweise, deutlich eingeschränkt, die Emission an Kohlenwasserstoffen (erkennbar am beißenden Dieselabgasgeruch) steigt an.

Bei überwiegender Nutzung in niederen Lastbereichen und im permanenten Betrieb sind Dieselmotoren aber sinnvoll, weil sie deutlich weniger Kraftstoff konsumieren als Benzinmotoren.


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Weil Diesel eben Rußpartikel enthält, die trotz Filter anteilig in die Luft gelangen und Benzin nicht. (Was nicht heißt, dass Benzin keine Schafstoffe enthält.)

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Diesel ist gewissermaßen "minderwertiger" als Benzin (deswegen auch billiger). Es enthält mehr Schadstoffe, die dann bei der Verbrennung an die Umwelt abgegeben werden.

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Kommentar von franneck1989
31.07.2016, 13:49

Inwiefern ist Diesel minderwertiger? Es hat z.B. einen höheren Energiegehalt als Benzin. Und mehr Schadstoffe hat Diesel auch nicht

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Kommentar von machhehniker
31.07.2016, 16:15

Unsinn! Diesel ist billiger weil es nicht gleich besteuert wird. Wo gleich besteuert wird, zB in USA, ist Diesel teurer als Benzin.

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Diesel hat mehr Feinstaub, wenn man nach dem Gewicht geht (wird so gezählt). Geht man aber nach der Anzahl, haben moderne Benzinmotoren 30-mal mehr Feinstaubausstoß, da er kleiner ist, und i.d R somit auch gefährlicher. Aber Hauptsache einen Sündenbock finden, den man aus der Innenstadt aussperren darf.

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Es liegt an den Stickoxiden.

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Diesel stoßen durch ihren geringeren Verbrauch zwar weniger CO2 aus, aber da es sich um einen sehr fetten und öligen Treibstoff handelt hast du:

1. Viel Feinstaub (Krebserregend undso xD)

2. Viele Stickoxide und auch Kohlenmonoxid (Nervengifte/Erstickungsgift)

Der ganze Feinstaub kommt aber nur raus, wenn der Katalysator nicht warm ist oder kaputt ist. Gegen Stickoxide undso kannse nix machen, dort ist das Verhältnis halt höher zum CO2 als Beim Benziner

MFG

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Kommentar von ronnyarmin
31.07.2016, 12:53

Feinstaub stoßen aus direkteinspritzende Benziner aus, also praktisch alle Benziner der letzten Jahre. Es wird nur nicht gemessen.

Feinstaub hat nichts mit dem Katalysator zu tun

Gegen Stickoxide kannste schon was machen: Harnstoff in den Auspuff einspritzen.

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