Dienstzeugnis - versteckte, negative Beurteilung erkennen?

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7 Antworten

Zu 1.: Aussagen und einzelne Formulierungen können keine realistische Beurteilung zulassen. Um ein Zeugnis beurteilen zu können, braucht man den ganzen Text. Aussagekräftig sind oft Dinge die im Zeugnis nicht genannt sind. Man kann im Netzt schon einige Beurteilungen finden. Das sind aber nur einzelne Punkte die kein ganzes Bild abgeben.

Zu 2.: Selbstverständlich kann man ein Zeugnis prüfen lassen. Wenn es einen Betriebsrat gibt, kann man dort mal nachfragen. Als Gewerkschaftsmitglied und/oder einer Rechtsschutzversicherung prüft das auch ein Anwalt (oder man bezahlt diesen selber).

Zu 3. Bei "Bedarf" gibt es kein neues Zeugnis. Du hast aber nach § 109 Gewerbeordnung Anspruch auf eine Zeugnisberichtigung wenn z.B. die vorgeschriebene Form nicht eingehalten wurde, wenn der AG das Zeugnis nicht wahrheitsgemäß und wohlwollend formuliert hat oder auch wenn einiges im Zeugnis fehlt. Anspruch auf die Schlußformel (Dank, Bedauern und gute Wünsche) besteht nach einem Urteil des BAG allerdings nicht. Das Zeugnis muss aber auch der Wahrheit entsprechen. Es gibt auch AG die dem AN ein so "tolles" Zeugnis ausstellen, dass für manche neuen AG der Eindruck entstehen kann, der AN sollte "weggelobt" werden.

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Kommentar von Miniquietsch
09.06.2014, 12:35

Vielen Dank für die Antwort. Das hört sich für mich so an, als könnte ein neuer AG ein Dienstzeugnis in jedem Fall als kompromitierend oder negativ deuten.

Ich kenn mich da leider gar nicht aus, und entschuldige mich vorab schon mal, falls ich dumme Fragen stelle. Muss man ein Dienstzeugnis annehmen bzw. beim nächsten AG vorlegen? Es wäre sehr nett, wenn du mir das noch beantworten könntest. Danke. :)

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  1. das komtm zum einen aufs ganze zeugnis im zusammenhang an, als auch auf steigerungen und formulierungen. zB. "hat sich um ein sicheres und korrektes auftreten bemüht" und" "ihr auftreten war sicher und korrekt" ersteres ist dann nicht so gut wie letzteres.oder "hat die ihr übertragenen aufgaben stets zu unserer vollsten zufriedenheit erledigt" und "vollen zufriedenheit". das erste ist damit das beste was man schreiben kann, das zweite ist eine note darunter. (ohne stets ist es noch eine note darunter) diese ganzen sachen kannst du aber auch nachgooglen. da gibt soviele seiten und tabellen zu.
  2. ja das geht, weiß aber nicht genau wo.
  3. ja kann man, der arbeitnehmer hat das recht auf euin wahres und wohlwollendes zeugnis. wohlwollend im sinne von: mehr auf die stärken konzentriert als auf die schwächen. aber lupenrein? naja. ein zeugnis mit der benotung 1 wirst du wohl kaum bekommen, wenn du eins "erzwingst". du kannst auf ein "gutes" zeugnis bestehen, und der AG muss beweisen, was einer "guten" bewertung entgegensteht.
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1) Man muss das ganze Zeugnis im Zusammenhang sehen.

2) Ja, macht jeder Arbeitsrechtanwalt gerne gegen Rechnung.

3) Ja, nützt einem aber nicht. Auch schlechte Leistung spricht sich rum...

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Ja er darf nix rein schreiben was du nicht möchtest. Die zeugnissprache ist etwas schwierig auch Sachen die sich erst positiv anhören können negativ sein z.b Herr ..... War stets pünktlich... negativ Pünktlichkeit IST selbstverständlich es muss drinne stehen "wir bedauern sehr das Herr .... uns auf eigenen Wunsch verlässt." Heißt sonst wir sind froh das er weg ist...

Prüfen kann man sicherlich auch gib mal bei google Prüfung Arbeitszeugnis ein

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zu 1: kann man Googeln.
zu2: ja bei einer Gewerkschaft/Betriebs oder Personalrat oder einem Anwalt
zu3: ja dazu hast du das Recht. deshalb so was wie bei Punkt 2 genannt Prüfen lassen. die geben dir dann Tipps oder Regeln das für dich.

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