Diebstahl vom Firmenkonto

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1 Antwort

Machst du eine EÜR? Falls ja, kann der durch einen Diebstahl eingetretene Geldverlust nur dann als Betriebsausgabe berücksichtigt werden, wenn der betriebliche Zusammenhang anhand konkreter und objektiv greifbarer Anhaltspunkte festgestellt ist (BFH vom 28.11.1991, BStBl. 1992 II S.343). Anhand dieser Feststellung würde ich damit den Abzug nicht gewähren.

Alternativ nächstes Mal besser aufpassen.

akira79 29.06.2014, 17:10

Das Geld wurde doch vom Firmenkonto entwendet und nicht vom Privatkonto, spielt das dann keine Rolle? Ich frage nur so aus Neugier :)

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Eulenhasser 29.06.2014, 19:49
@akira79

Das mit dem Firmenkonto habe ich völlig überlesen; ich muss meine Antwort verbessern!

"Geldverluste können zu Betriebsausgaben führen, wenn das schadenstiftende Ereignis dem betrieblichen Bereich entstammt." (BFH a.a.O.) Anmerkung: In dem Urteil geht es um einen Fall "echten" Diebstahls von Bargeld. Deswegen ist der Fall nur bedingt anwendbar.

"Geldverluste durch Diebstahl, Unterschlagung usw. können bei Steuerpflichtigen, die ihren Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln, nur dann als Betriebsausgaben berücksichtigt werden, wenn die vorherige Zugehörigkeit der verlorenen Geldbeträge zum Betriebsvermögen in eindeutiger, den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechender Weise klargestellt ist." (BFH vom 25.01.1962) Aber auch hier geht es um " echten" Diebstahl.

Darunter fällt zum Beispiel eine geschlossene Kassenführung mit einer klaren Trennung zwischen betrieblichen und privaten Geldzugängen, die dazu dient nachzuweisen, ob das Geld auch Betriebsvermögen ist. Wenn das Konto wirklich nur ausschließlich betrieblich genutzt wird, kann das als Anhaltspunkt hierfür dienen. Wenn das Geld tatsächlich Betriebsvermögen war und keine Versicherungsentschädigung etc. gezahlt wurde, kann der Verlust mE sehr wohl steuerlich berücksichtigt werden. Allerdings gibt es bisher, soweit ich weiß, kein Urteil zu solchen Phishing-Fällen.

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Traveller24 29.06.2014, 19:25

Da halt ich dagegen. Der Verlust muss zwar betrieblich beding sein, dass ist aber dann gegeben, wenn der Gegenstand eindeutig dem Betriebsvermögen zuzuordnen ist. Wenn also dieses Geld eindeutig Firmengeld gewesen ist, dann ist das der Diebstahl als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Problematisch ist das immer dann, wen bei Freiberuflern/Selbständigen Bargeld gestohlen wird. Dann wird oft gestritten, ob das Firmengeld oder Privates Geld war. Wenn es sich aber um ein eindeutiges und reines Firmenkonto handelt, dann ist das betrieblicher Aufwand.

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