Die würde des Menschen ist unantastbar. Welche Ideologie steckt dahinter? Christentum, Humanismus oder Liberalismus?

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10 Antworten

Trotz häufiger Wiederholung bleibt es eine Lüge, dass das Christentum irgendetwas zu den Menschenrechten beigetragen habe.

Die Menschenrechte stammen aus dem Humanismus der Aufklärung und wurden durch Freimaurer gegen den heftigen Widerstand der christlichen Vertreter durchgesetzt.

Noch 1885 verwirft Papst Leo XIII sie Idee von Menschenrechten und Rede-/Denkfreiheit in einer Encyclika massiv. 

Inzwischen ist es jedoch so, dass sich sogar der Vatikan öffentlich nicht mehr von den Menschenrechten distanziert, nachdem der Widerstand dagegen kläglich gescheitert ist und seither tut die Kirche so, als stammten sie von ihr oder aus dem Christentum. Das ist eine bodenlose Frechheit und Geschichtsklitterung.

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Christlich geprägte Anthropologie

Das Christentum interpretiert die alttestamentliche Rede vom Menschen als Ebenbild Gottes und von seiner Vorrangstellung unter Gottes Geschöpfen traditionell dahingehend, dass seine Würde gottgegeben und nicht verlierbar ist. Sie komme jedem Menschen als solchem zu und sei mithin unabhängig von Lebensumständen oder Verhalten.

https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrde#Wortherkunft_und_-geschichte

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Kommentar von Hamburger02
16.12.2015, 19:40

Wobei im chrtistlichen Kontext, speziell im katholischen, Menschenwürde etwas anderes meint als die Grundlage von Menschenrechten.

Die RKK sieht die Würde immer noch gottgegeben an (Ebenbild Gottes) und nicht als etwas, dass aus dem Menschsein an sich resultiert. Daher vertritt sie auch weiterhin das Dogma, das göttliche Recht (ius divinum naturale) stünde über menschgemachten Gesetzen, worin sie sich nicht vom IS unterscheidet. Gegen das Recht des Menschen über sich selbst zu bestimmen argumentieren die Päpste mit dem Naturrecht, dem sich der Kirche nach die Menschen unterzuordnen haben. Genau mit der Begründung verweigert der Vatikan als einer der wenigen Staaten der Welt die Unterzeichnung der Menschenrechtskonvention der UN.

Und nur nebenbei: Was genau unter dem ius divinum naturale zu verstehen ist, legt natürlich der Vatikan fest. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

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Hallo LEngelchen98,

zunächst: Ich bin ein überzeugter Christ.

Was sich in den Menschenrechten wiederspiegelt sind folgenden biblischen Grundgedanken:

1. Mose 1:27 . . .Und Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn; . . .

Das wurde gemäß der Bibel als erstes mit auf den Weg gegeben.

Der Gott der Bibel hat Würde. So auch der Mensch in seinem Ebenbild. 

Dann wurde dem Menschen noch etwas mitgegeben, sozusagen "in die Wiege gelegt", und das betrifft jeden Menschen, egal welchen Glauben er hat oder wo er auf der Welt lebt:

Recht und Nächstenliebe betreffen ebenfalls die Würde:

Römer 2:14 Denn wenn immer Menschen von den Nationen, die ohne Gesetz sind, von Natur aus die Dinge des Gesetzes tun, so sind diese Menschen, obwohl sie ohne Gesetz sind, sich selbst ein Gesetz. 15 Sie zeigen ja, daß ihnen der Inhalt des Gesetzes ins Herz geschrieben ist, wobei ihr Gewissen mitzeugt und sie inmitten ihrer eigenen Gedanken angeklagt oder auch entschuldigt werden. 

(Das Manche ihr Gewissen bewusst tot schlagen hat damit nichts zu tun).

Der "innere Richter" spricht Recht, gerade auch was die Nächstenliebe anbelangt:

Römer 13:9 . . .Denn das [geschriebene Recht]: „Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht morden, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren“ und was immer für ein Gebot es sonst noch gibt, ist in diesem Wort zusammengefaßt, nämlich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ 10 Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu; daher ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

Der "Nächste" ist jeder!.

Jeder, mit dem so umgegangen wird, der wird mit "würdevoll" behandelt.

Beste Grüße

JensPeter

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Ganz klar der Humanismus und die Aufklärung, vor dem Hintergrund der christlichen Botschaft. Denn es gibt keine humanistische Aufklärung ohne das Christentum.

"Aber die Griechen!!" Ja. "Und die Römer erst!!!" Ok. Hat sich jemand mal vorgestellt, wie es für Kranke, Gebrechliche, Verkrüppelte war, im antiken Griechenland oder im antiken Rom zu leben? Die Antike kannte vielleicht Ärzte, aber keine Krankenhäuser. Hospitäler in unserem Verständnis sind eine christliche Erfindung.

Die Aufklärung beginnt da, wo die Rollen von Schöpfer und Geschöpf auf den Kopf gestellt werden. Diese "Rochade" (Martin Mosebach) hat nur das Christentum vollzogen. Es ist sein Alleinstellungsmerkmal, wenn man so will.

Das Christentum war seit seinem Entstehen "Aufklärung", "Atheismus": die Entmystifizierung der Natur, der Einsatz für Kranke, Arme, Benachteiligte... Die Bullen des Vatikans, in denen Indianer ohne Wenn und Aber zu Menschen, zu Ebenbildern Gottes erklärt wurden (zu denen sie von den spanischen Eroberern nicht gezählt wurden) ... Die katholische Hochschule von Salamanca hat ab dem 16. Jahrhundert wegweisende Arbeiten in der Naturrechtslehre und in der Nationalökonomie hervorgebracht. Die Abolitionbewegung in Nordamerika, das waren Crhiristne Von der Arbeit Nikolaus von Cues, Thomas von Aquin oder Albertus Magnus ganz zu schweigen. 

Es ist lächerlich, diese Einflüsse auf unseren Begriff der Menschenwürde wegdiskutieren zu wollen.


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Kommentar von RobinsonCruesoe
16.12.2015, 19:31

"Die Abolitionbewegung in Nordamerika, das waren Crhiristne"...sorry, "Christen" sollte es heissen...

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Kommentar von JensPeter
16.12.2015, 23:56

Stimmt!

Die Evolutionstheorie sagt das der stärkere überlebt. Das hat leider sehr viel mit der "Herrenrasse" im III Reich zu tun. Dort zeigte sich auf das Schlimmste welche Auswirkungen solche Denkweisen haben.

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Aufklärung, würde ich sagen... Das gehört zur Menschenrechtserklärung, und die ist ein Produkt der Aufklärung (nicht der Religion)

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Nicht alles ist Ideologie, wenn man nicht weiß, wie es einzuordnen ist.Der Begriff, im Lateinischen dignitas, geht zurück auf die Philosophie der Stoiker, einer sehr einflußreichen Geistesströmung im Römsichen Reich.Das Christentum mit Augustinus von Hippo hat diese antike Idee christianisiert, denn jetzt heißt es, dass der Mensch das Ebenbild Gottes sei.


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Am ehesten wohl Humanismus. Aber die Übergänge sind fließend.

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Kommentar von ArchEnema
16.12.2015, 16:35

Um das nochmal zu präzisieren: Prinzipiell kann man Menschenwürde aus jeder dieser drei "Ideologien" herleiten.

Alleine der Begriff selbst, insbesondere im genannten Satz!, passt zeitlich und bezüglich seiner Verwendung (hier im Grundgesetz) eben nicht zu einer direkten Herleitung aus dem Christentum.

Die politisch-juristische Verwendung spricht für den Liberalismus, der nackte Begriff "Menschenwürde" als solcher für den Humanismus (geistige Strömung).

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Humanismus und Liberalismus.
Kant hat damit angefangen.

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Kommentar von LEngelchen98
16.12.2015, 15:45

mit welcher Begründung Humanismus und Liberalismus ?

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Kommentar von Kanatar
16.12.2015, 15:48

Kant war nunmal Humanist und in gewisser Weise ein Libertärer. er begründet das mit der Vernunftfähigkeit des Menschen und auch die Vernunft ist ein zentraler Bestandteil des Humanismus. "Handle so, dass du die Menschen sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst." - Kant - Das Zitat ist dafür wichtig

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Unser ewige Schöpfer hat das nie behauptet (Joh.17,17).

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So viel ich weiß kommt dies aus der Bibel, also aus dem Christentum, da der Mensch Gottes Ebenbild ist und dies gibt ihm eine Würde die ihm nicht weggenommen werden kann und die er auch nicht ablegen kann. 

LG

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