Die wirtschafliche Lage in der DDR im Jahre 1961 (Während des Mauerbaus)

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10 Antworten

das größte problem der ostzone hatten die westzonen geschaffen, die mit der einführung der D-mark die "eigentliche teilung" deutschlands zementiert hatten: international wurde dieses geld als von den westlichen siegermächten garantiertes zahlungsmittel, als vollwertig mit anderem geld betrachtet, während die mark der ddr (ostmark) als minderwertiges geld quasi abgehakt wurde (das ist nichts und taugt nichts) die noch offenen grenzen hatten zur folge, dass westberliner- und bundesbürger mit ihrer starken mark die in der ostzone stark subventionierten produkte zu "spottpreisen" kaufen konnten und so die wirtschaftliche lage der ddr-bürger deutlich verschlechterten. einen echten wechselkurs von ostmark zu d-mark gab es nicht, was dazu führte, dass die ddr faktisch ausgeplündert wurde. ein weiteres problem der ddr war, dass sie mit ihrer währung international nicht wirklich handlungsfähig war, so gab es reichlich viele umgehungsgeschäfte mit anderen ostblockstaaten, die natürlich zusätzliches geld kosteten beispiel: dringend in der ddr benötigte werkzeugmaschinen wurden offiziell von der tcheschischen republik in der brd bestellt und bezahlt, aber nur pro forma nach tschechien geliefert, während sie tatsächlich in die ddr geliefert wurden.

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ALLE Leute wollten nicht gehen, z.B solche wie ich.

Als im August 1961 die Mauer gebaut wurde, war ich 19 Jahre alt. 1960 hatte ich mir nach meinen Abi auf dem Kudamm in Berlin mit Freunden "La dolce vita" (Fellini) im Kino angesehen, danach die Stadt und mich bis zum Mauerbau noch einige Male mit Freunden in Berlin, einschließlich Westberlin, getroffen. Nicht einmal ist mir der Gedanke gekommen die DDR zu verlassen. Im September 1961, also 1 Monat nach dem Mauerbau, habe ich ein Studium aufgenommen und mit mir viele tausende anderer junger Leute. Die große Stadt in der DDR, in der ich studierte, war knackvoll von Studenten, die ein Bleiben der "Auswanderung" vorgezogen haben. Und in jedem Jahr während meines Studium bis 1965 kamen Tausende hinzu, so auch in anderen Universitätsstädten der DDR.

Man sollte nicht nur die eine Seite betrachten und nicht immer wieder das Abwandern der Menschen aus der DDR zitieren, um damit den Eindruck zu vermitteln, dass es keinen gab, dem die DDR nicht Heimat war, in jeder Beziehung. Wer geblieben war, gehörte keineswegs zu den Priviligierten oder war gar Parteimitglied.

Jeder hat seine Erlebnisse, jeder seine eigenen Schlussfolgerungen und somit seinen Standpunkt.

Was ich nicht verstehe: Weshalb hier auf GF noch immer, nach Sieg des Westens und Niedergang des Ostens, so scharf und undifferenziert gegen die DDR gewettert wird.

Ich habe gern dort gelebt. Dazu erübrigt sich jeder Kommentar.

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Ich denke mal, dass ein Hauptgrund der Massenflucht auf alte Nazipropaganda zurückzuführen ist: "Der Russe" hatte nichts anderes im Sinn, als deutsche Frauen zu vergewaltigen und sich die fortschrittliche Technologie Deutschlands unter den Nagel zu reissen. Auch die Bevölkerung der Ostzone\\\\DDR war so kurz nach Kriegsende noch mit den alten Naziparolen "verseucht". Alles russische war erstmal per se von Übel.

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Im Osten D. wurde nach dem Krieg auf Veranlassung der Sowj. Besatzungsmacht ein völlig nach dem Sowj. System ein Wirtschaftssystem u. auf allen Lebensbereichen nach sowj. Muster installiert. Die Menschen gehorchten der Besatzungsmacht, waren jedoch nicht mit der völligen,totalen Umkrempelung des gesamten lebens in der Mehrzahl nicht einverstanden, konnten es aber nicht verhindern ,geschweige abwählen,weil es keine freien Wahlen gab. Außerdem lehnte die bevö. die Teilung D. ab. Enteignung der gesamten wirtschaft ,handwerker, Industrie handel alle wurde staatlich sog. Volkseigentum. 1960 waren auch noch alle Bauern in die LPG=Kolchose getrieben. =Verstärkung der Flucht dieser ganzen Leistungsträger. Dazu kam ormundung;Stasibespitzelung, keine frei Meinungsäußerung usw. Dagegen der Wohlstand im westen, dort keine enteignung u. freie wahle. Habe alles selbst erlebt.u. kann die Flüchtenden verstehen.Wer lebt schon gern i,m Mangelu Unfreiheit. Es gibt noch seh r viel mehr zu sagen

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Kommentar von Huckebein
24.01.2013, 23:49

Gut, dass es außer dir noch andere Zeitzeugen gibt, die nicht auf dem Stand von 1945 stehen geblieben sind. :) und sich zumindest ansatzweise weiterentwickelt haben. Wenn du die DDR so reflektierst, wie sich das hier liest (wenn auch mit Schwierigkeiten), dann frage ich mich, warum du nicht abgehauen bist, um den Wohlstand im Westen zu genießen...

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alle Leute

Es wollten viele fliehen und viele haben's gemacht. Aber bei weitem nicht alle - sonst wär die DDR ja leer gewesen.

Mein Vater zum Beispiel hat in einem Dorf 900 m von der Grenze entfernt gewohnt - direkt im Sperrgebiet. Er hat auch hin und wieder Flüchtlinge bei Nacht und Nebel auf Schleichwegen über die Grenze geführt, hatte also jede Menge Gelegenheiten. Aber er selbst oder seine Familie wäre nie auf die Idee gekommen, rüberzugehen.

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Im Frühjahr 1961 verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der DDR rapide, die Versorgungsproblem nahmen zu - und die Zahl der Flüchtlinge wuchs von Tag zu Tag. Zehntausende flüchteten jeden Monat aus der DDR - das Land blutete aus, das Ende der DDR schien nahe. Rund 2,7 Mio. Menschen hatten zwischen 1949 und 1961 die DDR und Ost-Berlin in Richtung Westen verlassen. Darunter waren vor allem gut ausgebildete junge Arbeiter und Akademiker. Allein im Juli 1961 verließen 30.000 Menschen die DDR. Der einzige noch offene Fluchtweg führte nach West-Berlin. Zu dem Arbeitskräftemangel kam auch der Abfluss von Waren aller Art und der illegale Geldumtausch, der die Währung schwächte. Täglich passierten rund eine halbe Million Menschen in beide Richtungen die Sektorengrenzen in Berlin.

http://www.lpb-bw.de/mauerbau.html

Der Artikel gibt das recht komplett wieder, wie man das in der DDR verkaufte, zeigt Dir das Video mit Material aus dem DDR-Archiv...:-)

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Kommentar von smalltumbler
24.01.2013, 18:46

Hast Du nicht neulich gegen diese Fakten, die Du hier aufführst, argumentiert??

Alle diese Belege sind doch Grund genug gewesen, die Grenzen dicht zu machen? Oder hättest Du das als verantwortlicher Politiker der DDR nicht getan?

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Ja, die Schule hat wieder angefangen und die Referatstehemen haben sich auch nicht verändert. Schau mal hier im gutefrage.net, da wirst Du sicher fündig. Diese Frage kommt auch in jedem Jahr wieder und ist hier schon sehr datailliert beantwortet worden. Ja, und wikipedia und google haben auch sehr viele Informationen dazu.

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In den letzten Wochen ist diese Frage hier in unterschiedlichsten Versionen immer wieder gestellt und beantwortet worden.

Mach dir die Mühe und suche üben rechts unter LOGOUT mit dem Begriff "Mauerbau", und du findest massenhaft Antworten dazu. Du kannst auch andere Stichpunkte zum Thema DDR eingeben. Auch dazu erhältst du Antworten, mehr als dir lieb sein kann.

Viel Spaß beim Suchen!

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Kommentar von smalltumbler
22.01.2013, 21:45

huckebein - immer wieder Hochachtung für Deine Mühen! Diese Frage ist dermaßen von der Bild-Zeitung geprägt, dass einem nur schlecht werden kann!

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wieso alle Leute gehen wollten?>

Ich wiederhole: lernt man diesen Quark hier in den Schulen??

Das ist eine Beleidigung für ca. 16,5 Mio. ehemalige DDR-Bürger!

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In der DDR gab es den Sozialismus, die Zentralverwaltungswirtschaft und die Stasi... Da ist es naheliegend, in den Westen flüchten zu wollen...

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Kommentar von iWood
22.01.2013, 20:44

Danke für deine Antwort, zu diesen Stichwörtern werde ich mich ein wenig informieren und gucken ob ich etwas Konsturktives für meine Facharbeit raussuchen kann :))

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