"Die Welt ist kein Machwerk und die Tiere kein Fabrikat zu unserm Gebrauch." was ist diebedeutung dieser aussage und wie steht Schopenhauer zu tieren?

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3 Antworten

Für Schopenhauer waren die Tiere Brüder des Menschen. Weiteres (mit ausführlichen Quellenangaben) zum Verhältnis von Mensch und Tier aus der Sicht Schopenhauers:

> http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Tiere/tiere.html

Ein zentrales Thema in Schopenhauers Philosophie ist die Mitleidsethik, die sich - für Schopenhauer selbstverständlich - auch auf Tiere bezieht. So schließt seine Ethik auch Tierethik mit ein, die für andere Philosophen seiner Zeit kein Thema war und bis heute leider nur ein Randthema geblieben ist:

> https://tierethiktierrechte.wordpress.com/2011/04/14/tierethik-philosophie-arthur-schopenhauer-11002577/

Dementsprechend war er auch, so kann man ohne Übertreibung feststellen, ein früher Tierversuchsgegner:

> http://www.tierrechte-tv.de/Themen/Schopenhauer-Tierversuchsgegne/schopenhauer-tierversuchsgegne.html

Im übrigen gehörte Schopenhauer zu den ersten Mitgliedern des 1841 gegründeten Frankfurter Tierschutzvereins:

> http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Tierschutz/tierschutz.html

Nun noch zum Thema "Fleischessen": Als Veganer halte ich es für bedauerlich, dass Schopenhauer kein Veganer war. Andererseits meine ich, dass es leicht ist, heute, also in einer Zeit, in welcher - ganz anders als vor 200 Jahren - die vegane bzw. vegatarische Lebensweise kein Problem ist, Schopenhauer mangelnde Konsequenz vorzuwerfen.

Das ändert nichts daran, dass Schopenhauer wohl der erste weltbekannte Philosoph der Neuzeit war, der für Tiere nicht nur Erbarmen, sondern Gerechtigkeit forderte und daher aus meiner Sicht als Tierrechtler zu den Wegbereitern der heutigen Tierrechtsbewegung gehört. Schopenhauer erhob seine Forderung nach Gerechtigkeit für Tiere auch im Zuammenhang mit seiner Kritik am Christentum. Das ist durchaus verständlich, denn mit seiner Tierethik - wie überhaupt mit seiner Philosophie - steht er zwar den "indischen" Weltanschauungen (Buddhismus, Jainismus, Hinduismus) nahe, nicht jedoch den bei uns vorherrschenden Religionen.

Schopenhauer hat Tiere in verwandelter Form als Schnitzel und Steaks gern gegessen und dazu seine eigene Philosophie im Schrank stehen lassen. Der erste Satz richtet sich gegen die GENESIS (Altes Testamant), in der genau das behauptet und von Juden, Christen und Moslems bis heute geglaubt wird.

Mitleid ist laut Schopenhauer "die alleinige echte moralische Triebfeder". Es ist, wie er ausführlich begründete, die Grundlage der Ethik. Die Mitleidsethik, in die Schopenhauer auch die Tiere einbezieht, ist ein zentrales Thema seiner Philosophie. Seine "Preisschrift über die Grundlage der Moral" ist meiner Meinung nach bis heute die beste Begründung für Ethik, und zwar, wie ich immer wieder in Diskussionen feststellen konnte, auch für Tierethik. Im übrigen möchte ich dazu noch auf folgende weiterführende Beiträge verweisen:

> https://schopenhauerphilosophie.wordpress.com/2009/05/13/arthur-schopenhauer-mitleidsethik-6108361/

> http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Mitleid/mitleid.html

Der letztgenannte Beitrag enthält zum Thema "Mitleid / Mitleidsethik" ausführliche Quellenangaben, die sich nicht nur auf die o. g. "Preisschrift", sondern auch auf andere Werke Schopenhauers beziehen.

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