Die vier Siegel des Dharma

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4 Antworten

Wie es erklärt wird, hängt sicher auch von der Lehrrichtung bzw buddhistischen Tradition ab, der man angehört.

An dieser Stelle ein paar mögliche Versionen, zu denen dann vielleicht noch andere Mitglieder hier erhellende Antworten bringen werden:

"Alle Erscheinungen existieren nur in gegenseitiger Abhängigkeit voneinander"

"Wo kein Betrachter, da kein Objekt der Betrachtung"

"Alle Erscheinungen sind nur eine Projektion deines Geistes"

"Alle Erscheinungen sind nur einzelne Manifestationen eines großen ganzen unfassbaren Nichts und nicht verschieden voneinander"

Vielleicht hat das etwas geholfen - ich setze da wie gesagt auf die Beiträge weiterer Kommentatoren, die evtl sogar exakte Quellen angeben können.

Achso, alls es von Interesse ist: Ich selbst favorisiere die erste Aussage. :-)

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@Enzylexikon

Ich würde hier nur noch den historischen Kontext vermissen, der Buddha hat anatta ja auch konkret als Gegenidee zum brahmanischen "Atman" gesehen und daraus auch den Begriff geformt.

Das kommt in der GFS bestimmt gut. Was ist eine GFS?

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@ThorstenBorsten

Ich glaube das heißt soviel wie ''Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen'' oder so :) Das ist wie ein Referat, bloß dass der Vortrag mindestens 15 Minuten lang gehen muss und wie eine Klassenarbeit zählt. Und danke für die Antworten :-)

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Vielen Dank für den Stern :-)

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Es bedeutet, dass alles ohne Selbst ist. Was ist Selbst? Als Selbst bezeichet man den Persönlichkeitskern, den Bezugspunkt "Ich" zum Beispiel. Es ist das, was plant und entscheidet. Oder das, was kontrolliert und auf den Tisch haut, wenn ihm was nicht passt. Besser gesagt, das wovon eine Handlung ausgeht (Quelle der Initiative). Aber dieses Selbst ist eben nicht real. Es ist eine Hilfskonstruktion. In Wirklichkeit existiert es nicht. Es ist ein Konzept (vorgestellt, ausgedacht). Ein Konzept wie zum Beispiel "Die Achse des Bösen" - hat der letzte amerikanische Präsident mal gesagt.

Oh, ist immernoch etwas verwirrend, aber jetzt bin ich zumindest mal ein Stück weiter, danke :-)

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@Nullfast

Vieles was wir uns Denken gründet sich auf die Idee von einem eigenständigen, bezug-gebendem und handlungsauslösendem SELBST. Dieses SELBST ist nur eine Zusammenballung aus Eindrücken und Interpretationen. Es hat keinerlei Substanz. Daher sind auch alle hierauf gründenden Ideen ziemlich substanzlos.

Man kann das mit dem Verstand nur oberflächlich verstehen. Deshalb meditiert der Buddhist, um dies in sich selbst zu erfahren und dadurch zu verinnerlichen. Das nennt man dann im Buddhismus Weisheit. Man kann sich diese Weisheit aber nicht durch Bücherlesen oder durch Lehrgespräche aneignen. Einzig die unmittelbare eigene Erkenntnis, die meistens nur mit Meditation erlangt wird, bringt diese besondere Art der Weisheit hervor.

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Der Buddha selbst benutzte zwei Beispiele: Einen (damaligen) Wagen und einen Tisch. Nehmen wir den Tisch. Denke Dir einen Tisch, den Du kennst. Das ist Dein Tisch. Wenn Du ihn als ein "Etwas" definieren würdest, würdest Du sagen, daß es einfach Dein Tisch ist.

Nun nehmen wir mal die Beine des Tisches ab. Ist Dein Tisch noch ein Tisch? - Nehmen wir auch die Tischplatte vom Rahmen. Ist es immer noch Dein Tisch oder EIN Tisch? - Nun nehmen wir auch den Rahmen auseinander. Vor Dir liegen ein paar Holzteile, ein paar Schrauben vielleicht, ein paar andere Kleinteile. Ist das ein Tisch? Was ist das WESEN eines Tisches? Daß er aus einem schlichten Haufen Holz besteht? Nein. Es ist einfach ein Haufen Holz. Das Wesen TISCH, das ihn zu einem Tisch macht, gibt es nicht. Da ist nirgends eine "Persönlichkeit" oder ein "Ich", das "Tisch" bedeutet.

So erklärte der Buddha seinen Schülern und Zuhörern, daß es ein unabhängiges Wesen einer Sache oder eines Lebewesens nicht gibt. Wenn man die Dinge oder die Wesen gleichsam auseinandernimmt, kann man nirgendwo das "Selbst" oder eine Art Wesenssubstanz finden. Das ist selbst beim Menschen so.

Um die Wahrheit dieser Erkenntnis tief in sich zu empfinden und darüber Klarheit zu gewinnen, üben sich Buddhisten in solchen Betrachtungen und meditieren darüber. So können sie inne werden, daß die Welt der Erscheinungen - also das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können - nicht so ist, wie sie uns erscheint. Sie ist in Wirklichkeit ganz und gar ohne etwas, das ein unabhängiges Wesen sein könnte, ein Ich oder ein Selbst. Gruß, q.

Kurz gefasst und umgekehrt betrachtet würde ich sagen:: Der Erleber und die Erscheinungen sind immer abhängig voneinander

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