Die Todesstrafe - Wirkungsvolle Abschreckung oder sinnlose Grausamkeit?

11 Antworten

Ganz wichtiges Thema ist, dass eine Straftat niemals 100% bewiesen sein kann. Und daher können zu jedem Zeitpunkt Beweise auftauchen, die eine Unschuld beweisen. Dann muss die Strafe rückgängig gemacht werden können. (Mir ist bewusst, dass man schlecht z.b. 15 Jahre mit Geld oder ähnlichem ausgleichen kann, einen Tod kann man allerdings überhaupt nicht mehr rückgängig machen.)

Wenn die Todesstrafe wirksam wäre, gäbe es nicht so viele Morde ausgerechnet in Ländern mit Todestrafe. In Ländern ohne Todesstrafe gibt es eine geringere Mordquote.

Das zeigt, dass Kriminalität zum größten Teil gesellschaftlich bedingt ist. Kriminalitätsbekämpfung muss hier ansetzen.

Die Abschreckungswirkung von harten Strafen ist ein Illusion. Das zeigen kriminologische Studien und Untersuchungen immer wieder.

Weder noch, aber sinnlose Verschwendung von Organen mit denen man andere Menschenleben retten könnte.

Das Hauptargument gegen die Todesstrafe ist zumeist "Was ist, wenn ein Fehler passiert" und wenn man sich das amerikanische Justizsystem anschaut, würde ich sagen: Berechtigter Einwand.

Allerdings stellt sich mir die Frage: Was für einen Sinn hat es, gefährliche Individueen ein Leben lang auf Kosten der Steuerzahler wegzusperren? Es macht für mich keinen Sinn, einen Mehrfachmörder oder jemand, der Kinder vergewaltigt, wegzusperren und dafür Millionen an Euro auszugeben, um das Leben dieser Person aus einer moralisch fragwürdigen Position zu "bewahren." Was ist an so einem Leben "schützenswert"? In meinen Augen ist das eine gewaltige Ressourcenverschwendung von begrenzten Mitteln. Mittel, die man in Prävention, Opferhilfe und Bildung investieren könnte, um "weniger" böse Menschen in der Zukunft heranzuziehen. Wie viele Menschen könnte man davor bewahren, zu Mördern und Triebtätern zu werden, wenn sie rechtzeitig Hilfe bekämen? Wie viele Schulamokläufer davon abbringen, wenn wir ein besseres Schulsystem hätten, das gegen Mobbing und Missachtung vorgeht, weil genug gut ausgebildete Lehrer und Sozialarbeiter da sind?

Ich stehe voll hinter "jedes Leben ist kostbar" aber das Leben eines wirklich bösen Menschen aufkosten vieler anderer zu bewahren, ist in meinen Augen falsch.

Es ist anmaßend, sich einzubilden, dass man über die objektive Definition "des Bösen" verfügt. Niemand darf das Recht haben, einem anderen sein Leben abzusprechen.

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@Relaxxo

Sehe ich genauso. Wer eine Gefahr für die Gesellschaft ist, muss was das angeht dingfest gemacht werden, allerdings darf auch ein demokratisch legitimierter Staat nicht von seinem Macht in diesem Maße Gebrauch machen

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Was glaubst du was die ganze Juristerei dem Steuerzahler erst kostet würde, wenn es die Todesstrafe gäbe? Je sicherer du sein willst möglichst keinen Unschuldigen hinzurichten, desto teurer wird der Spaß. Da wird eine lebenslange Haft bzw. Sicherungsverwahrung schnell günstiger. Aber davon mal abgesehen, finde ich es ebenfalls ziemlich böse, Menschenleben aus Kostengründen beenden zu wollen.

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Wer die Todesstrafe befürwortet kann gerne in der Zeit zurückreisen. Und wer sie damit rechtfertigt, der Täter würde im Gefängnis nur Steuern kosten, dem ist gar nicht mehr zu helfen.

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