Die Sonne, der hellste Stern?

7 Antworten

Von der Erde aus ist die Sonne natürlich der hellste Stern. Wenn man die Erde als realen Beobachtungsort festlegt, kann man für alle Sterne eine scheinbare Helligkeit angeben. Das hilft, wenn man nachts Sterne beobachtet.

Aber man möchte ja auch wissen, wie die Sterne relativ zueinander leuchten, und für dieses Gedankenexperiment stellt man alle Sterne in einer Entfernung von 10parsec auf und gibt dann erst die absolute Helligkeit an. Und da steht die Sonne dann relativ weit hinten in der Liste.

Die wahrgenommene Helligkeit eines Sterns ist abhängig von seiner Leuchtkraft und seiner Entfernung. Wir sehen ihn also nur in seiner relativen Helligkeit, mit mag oder einem hochgestelltem m bezeichnet. Je kleiner die Zahl, desto heller ist das Gestirn. Die hellsten Sterne am Himmel haben die relative Helligkeit oder auch Größenklasse 0, Sterne, die 2,52 fach schwächer leuchten, die Größenklasse 1 mag, bei einer weiteren Abschwächung um den Faktor 2,52 wird die Zahl immer um eins größer. Fünf Größenklassen Unterschied machen so einen Helligkeitsunterschied von 100fach aus.

Sterne der Größenklasse 6 mag können mit bloßem Auge bei dunklem Himmel gerade noch gesehen werden. Mit dem Fernglas kommt man etwa auf 9 mag, mit Teleskopen je nach Öffnung im Amateurbereich zwischen 11 und 15 mag. Großteleskope können bei langer Belichtung fast 30 mag herauskitzeln.

Sehr helle Himmelskörper haben Helligkeitswerte im Minusbereich. So hat Sirius im Großen Hund -1,4 mag, Jupiter kann auf fast -3 kommen, Venus auf -4, der Vollmond erreicht -11 und die Sonne -26.

Um nun die Helligkeit der Sterne ohne Berücksichtigung der Entfernung miteinander vergleichen zu können, hat man die absolute Helligkeit (Mag) eingeführt. Sie ist die Helligkeit, die ein Stern hätte, wenn er in einer Entfernung von 32,6 Lichtjahren von uns stünde. Diese krumme Zahl ist gar nicht so krumm, wie sie aussieht. Es sind genau 10 Parsec. Der Astronom rechnet in Parsec (3,26 LJ), nicht Lichtjahren. Und an absoluter Helligkeit kommt die Sonne gerade mal auf 4,8 Mag, ist also sehr mickrig. Ein Stern, so hell wie die Sonne, wäre in einer Entfernung von 55 Lichtjahren nicht mehr mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Deneb im Schwan, einer der hellsten Sterne am Nordhimmel, sehen wir noch deutlich und strahlend hell in einer Distanz von ca. 2000 Lichtjahren. Daran sehen wir also, wie klein unsere Sonne wirklich ist. Und das ist auch gut so, für uns. Wäre sie deutlich heller, dann wäre sie schon längst erloschen, und wir brauchten uns keine Gedanken mehr um sie und uns zu machen.

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