Die Schweiz führt einen Mindestlohn von 17€ ein - sollten wir in Deutschland ebenfalls den Mindestlohn erhöhen?

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Das Ergebnis basiert auf 8 Abstimmungen

Ich bin dagegen 50%
Ich bin für ein Mindestlohn von 12€ 50%

11 Antworten

Ich bin für ein Mindestlohn von 12€

Wenn brauchte es einen Mindestlohn von 14€.
Allerdings wird den Deutschland erst einführen wenn Ostern, Pfingsten und Weihnachten auf einen Tag fallen.

Nach der Rentnformel ergäbe sich:
14€ * 172 * 0,6 * 0,46 = Rente/brutto 664€

Genau da lauert das Problem, mit der Konsequenz im Alter gar noch GruSi (Hartz IV) beantragen zu müssen.
Erkennbar unternimmt die Politik nichts um das Desaster zu beheben.
Die SPD ohnehin nicht, die sind schließlich mit der Agenda 2010 der Verursacher des Debakels, die CDU will nicht.

Ich bin dagegen

Ein Schweizer, der nur den Mindestlohn bekommt, verdient bei einem 175h Monat gerade mal 3500 Franken. Dabei liegt das Durchschnittsgehalt in der Schweiz bei 6100 Franken.

Wenn man es mal hier in Deutschland betrachtet, ist es vom Verhältnis her genau so. Jemand der 175h pro Monat arbeitet und nur den Mindestlohn bekommt, verdient 1547€, wobei das Durchschnittsgehalt bei 3500€ liegt.

Insgesamt verdienen die Schweizer aber trotzdem mehr! Singles ohne Kinder zahlen gerade mal 22% Steuern und geben etwa 300 Franken für die Krankenversicherung aus.

Die Lebensmittel kosten dort 20% mehr als hier in Deutschland. Die Mieten kosten durchschnittlich 1300 Franken.

Man kann sich also ausrechnen, wie viel ein Schweizer noch übrig hat, wenn der 3500 Franken verdient.

Bei einem Gehalt von 3500 CHF gehen 770 CHF Steuern ab und 300 CHF für die Krankenversicherung. Für weitere Versicherungen werden noch mal 200 CHF abgezogen. Es bleibt ein Nettogehalt von 2230 CHF übrig.

Von den 2230 CHF Netto zahlt man 1300 CHF für Miete und 300 CHF für Nebenkosten. Es bleiben nur 630 CHF für Lebensmittel, etc. übrig.

Hier in Deutschland gibt man etwa 250€ für Lebensmittel aus. Da man in der Schweiz 20% mehr ausgibt, gibt man dort umgerechnet 300 Euro aus, was in etwa 350 Franken entspricht.

Es bleiben also noch 280 Franken (240€) für sonstige Ausgaben übrig.

Ein Auto war jetzt nicht in der Rechnung dabei, aber dafür würde man etwa 750 Franken ausgeben.

Im großen und ganzen sind die Schweizer aber trotzdem viel reicher, denn ich habe ja jetzt nur mit dem Mindestlohn gerechnet. Jemand der dort durchschnittlich verdient, also 6100 Franken, dem bleiben Netto noch 4250 Franken übrig!

Wenn der durchschnittliche Bürger dort 4250 Franken zur freien Verfügung hat, ist man quasi reich. Man könnte sich locker eine Wohnung für 1300 CHF und ein Auto für 750 CHF pro Monat leisten und hätte dann noch mehr als 2000 Franken für alles andere übrig.

Ich bin grundsätzlich FÜR einen Mindestlohn UND für eine bedingungslose Grundsicherung von monatlich mindestens 1050€.

Um der Altersarmut zu entgehen wäre aber ein Mindestlohn von derzeit 15€ nötig. Wenn man 15€ Mindestlohn bekommen würde, hätte man mit der Grundsicherung zusammen 3675€ was in etwa dem Durchschnittseinkommen entspricht.

Ich habe jetzt aber extra dagegen abgestimmt, da 12€ zu wenig wären! In der Antwortmöglichkeit hätte auch dabei sein können 'mehr als 12€'.

Ich bin für ein Mindestlohn von 12€

Ich bin für einen Mindestlohn von 12 € - man lebt schließlich nur einmal und möchte diese kurze Lebenszeit nicht bedrängt-bedrückt erleben.

Wer schafft all den Reichtum einer Nation? Es sind dies die Werktätigen! Was ist hingegen Kapital? Geronnene Arbeit !

Ich bin dagegen

Mindestlöhne muss man immer im Kontext sehen.

20 Franken pro Stunde mögen für einen Deutschen viel klingen, sind aber auch in der Schweiz eher wenig. Wer "nur" so viel verdient, gehört trotzdem zu den working poor.

Ob es in Deutschland einen Mindestlohn von mindestens 12 € braucht, mag ich nicht beurteilen. Je nach Branche kann es die aus Arbeitnehmersicht ungewollte Automatisierung noch stärker beschleunigen.

Damit sind wir bei Frage 2: Ich bin dagegen. Die meisten Fragestellungen sind viel zu komplex, um sie einfach mit "Ja" oder "Nein" beantworten zu können. Ich fürchte dass immer nur der Eigennutz bei der Beurteilung gesehen wird und nicht das große Ganze. Hinzu kommt, knallhart gesagt, die Tatsache dass ich einem Großteil meiner Mitbürger nicht zutraue, solche komplexen Themen zu hinterdenken. 

Und noch ein Fakt dazu: In der Schweiz werden viele Volksentscheide durch finanzstarke Lobbygruppen mehr oder weniger stark beeinflusst. 

Zu Frage 3: Die Frage geht komplett am Thema vorbei. Im Vergleich ist die Schweiz deutlich wirtschaftsliberaler als Deutschland. Das fängt bei Arbeitnehmerrechten an (die deutlich weniger ausgeprägt sind, z.B. beim Kündigungsschutz) und hört beim Sozialsystem auf.

Ich bin für ein Mindestlohn von 12€

12€ sind zu weniger, es müssten schon 18€ pro Stunde gesetzlicher flächendeckender Mindestlohn, die dann auch an den Preisen für Wohnung und Nahrungsmittel angepasst werden. 

so "wirtschaftsliberal" ist diese "BRD" nicht, weil wenn Die wirklich so liberal wäre, dürften sich die Arbeiter auch mal ganz "wirtschaftsliberal" einen gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn aussuchen. 

Die Bänkster kriegen von merkel milliarden geschenkt, dann sollte ein gesetzlicher flächendeckender Mindestlohn in dieser Höhe auch möglich sein. 

Mindestlohn von 12€? Da sollten bei den Lebenshaltungskosten schon mindestens 15€ drin sein. Jeder der was anderes sagt ist ein dreckiger Kapitalist und Teil des Systems das die Bürger nur ausbeuten will!

Bundesweite Volksentscheide? Aber sofort! Oder langt es euch alle 4 Jahre Mal passiv mitreden zu dürfen? Leider wird das mit CDU/CSU nie was, dazu hat Merkel in Interviews den Bürgern schon öfter die Mündigkeit abgesprochen!

Ich bin dagegen

Das Karussell müsste sich zur Abwechslung mal andersherum drehen.

Statt Mindestlohn brauchen wir einen Maximallohn. 

Oder konkreter betrachtet das eine nicht ohne das andere...

Dann würde sich die Schere zwischen arm und reich mal wieder etwas schließen weil man die Geldmassen "notgedrungen" anders verteilt... ;)

Generell wäre es nicht schlecht, wenn in der Politik auch mal echte Vernunft angewendet wird.

Aber solange unbescheidene Menschen das Sagen haben wird das wohl nix.

warehouse14

Ich bin dagegen

Keine Ahnung, wie hoch dieser Mindestlohn in dieser Schweizer Region ist, der 2011 beschlossen wurde per Volksentscheid. Übrigens wurde am gleichen tag in 2 anderen Schweizer Kantonen dieser Mindestlohn mit knapper Mehrheit abgelehnt.

w014 wiederum wurde ein landesweites Volksbegehren der Schweizer Gewerkschaften auf einen Mindestlohn von ca. 18, 50 Euro mit 3/4 Mehrheit abgelehnt.

Leistungsschwache können nicht erwarten, dass sie über Mindestlöhne künstlich mehr Geld erhalten. Das würde nur die Inflation drastisch anheizen. Am Ende würde sich das Preis-Lohn-Niveau einfach auf dem realen derzeitigen Status Quo wieder einpendeln - nur eben auf einem höheren Preisniveau.

Volksentscheide nach Schweizer Vorbild braucht niemand. 

Nein.

soissesPDF 07.08.2017, 20:33

Hinten ist die Ente fett, gell.
Am langen Ende, bei der Rente musst schauen, welches Ergebnis dort herauskommt.
Nicht das was Du für Leistungsschwach hälst ist Bestandteil der Gleichung, sondern Armut im Alter.

0
atzef 07.08.2017, 21:01
@soissesPDF

Keine Ahnung von welcher Mathematik du da schwadronierst.

Würde der Mindestlohn um knapp 33 % auf einen Schlag angehoben, löst das Kettenreaktionen aus. Das erhöht entsprechend die Kosten der Unternehmen. Manche können die tragen, andere nicht. Einige würden dadurch in den Ruin getrieben, andere reagieren mit entsprechenden Preisaufschlägen. Die treffen alle und setzen die Lohn-Preisspirale in Gang. 

Die wiederum nicht im luftleeren Raum, sondern in einer Umgebung voller globaler Konkurrenz.

"Mehr, mehr, mehr...!" zu schreien, ist solange leicht, solange man sich nicht um die unausweichlichen Folgen Gedanken machen muss.

Was herauskommt, gerade auch für die sozial Schwachen, wenn man Realwirtschaft durch ideologisierten Voluntarismus ersetzt, haben in der Vergangenheit die real gescheiterten sozialistischen Systeme demonstriert und wird uns gerde wieder in Venezuela vorgeführt... 

2
Ich bin für ein Mindestlohn von 12€

Ja, wäre eigentlich schon gerechter...

Falscher Titel!

Nicht die Schweiz, sondern der Kanton Neuenburg:
https://www.nzz.ch/schweiz/bundesgericht-ab-jetzt-gilt-ein-mindestlohn-im-kanton-neuenburg-ld.1309250

Im Rest der Schweiz gilt immer noch der Volksentscheid über die Mindestlohninitiative von 2014

 https://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssische_Volksinitiative_%C2%ABF%C3%BCr_den_Schutz_fairer_L%C3%B6hne_(Mindestlohn-Initiative)%C2%BB

Sie wurde von allen Ständen verworfen und mit 76,3 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt.

Ich bin für ein Mindestlohn von 12€

meine antwort ist jetzt leider doppelt, diese antwort bitte löschen und die Andere stehen lassen. 

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