Die Schöpfung der Welt und des Menschen?

... komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Es gibt viele Schöpfungsgeschichten. Auch wenn man die Bibel liest, wird einem auffallen, dass es zwei verschiedene Schöpfungsgeschichten dort gibt. Wahrscheinlich waren zwei verschiedene Autoren daran beteiligt, der "Jahwist" (weil er "jhv" benutzt) und der "Elohist" (weil er elohim benutzt, dies wird mit "Gott" übersetzt, ist aber ein hebräischer Plural). Beide stehen im Buch Genesis.

Auch andere Religionen kennen Schöpfungsgeschichten.
Die Hopi (Indianer im heutigen Arizona) berichten von einer Schöpfungsgeschichte, die auch verschiedene "Welten" kennt und eine "Flut" (die der "Sintflut" recht verblüffend entspricht). Tiere spielen darin besondere Rollen, nicht nur eine (sprechende) Spinne, sondern auch Ameisen. Ameisen hatten dem Menschen in den harten Zeiten dabei geholfen, zu überleben (daher haben sie die "schlanken Taillen", da sie mit den Menschen Nahrung geteilt hatten).

In der finnischen Religion ist die Welt (sinnigerweise) aus dem Ei einer Tauchente entstanden (und das ist auch das, was man im skandinavischen Norden miterlebt: Land, Seen, und Vögel, mehr brauchte die Schöpfung dort nicht). Dies ist in der "Kalevala" beschrieben, dem finnischen Nationalepos. Das Totenreich ist ein See, auf dem ein einsamer Schwan seine Kreise zieht ("Tuonela on kuolleiden valtakunta"), der Schwan ist "Tounelan joutsen", der Schwan von Tuonela). In Finnland besteht der Glauben an kleine Wesen (die wir als "Heinzelmännchen" kennen) und an Besonderheiten des Nordlichtes (wenn der Fuchs mit seinem Schwanz den Schnee in die Luft schleudert, entstehen sie). Das finnische Wort für Nordlichter "revontulia" ist verbunden mit "repo" (Fuchs). "tulia" hat etwas zu tun mit "kommen". Die Nordlichter "kommen vom Fuchs".

https://fi.wikipedia.org/wiki/Revontulet#/media/File:Polarlicht_2.jpg

In der nordgermanischen Religion ist die Welt ein Gegensatz aus Feuer und Eis (Muspellsheim und Niflheim). "Ginnungagap" trennte diese Welten, eine Spalte, die seit Anbeginn bestand (und ist es Zufall, das geradewegs durch Island hindurch eine geologische Verwerfung geht?) Island ist "Feuer und Eis", Vulkanismus und Kälte. Die Götter ordneten lediglich die Gestirne, und hauchten den Bäumen (Ask och Embla) Leben ein, so dass aus ihnen Menschen wurden. Diese Vorstellung kennt seit Anbeginn die Zwerge und die Riesen. Bis heute wird Island von Elfen bewohnt, auf die es Rücksicht zu nehmen gilt. Ein alter schwedischer Brauch besagt, dass man dem "Tomte" einen Teller mit "Gröt" (Grütze) hinstellen sollte, damit er einem wohlgesinnt ist. Ansonsten droht Unbill.

In der keltischen Vorstellung ist die Welt ebenfalls besiedelt von Wesen, die unsere Welt betreten können. "Caithfidh sé gur ruag sídhéog." sagt man heute noch manchmal in irischem Gälisch, "da müssen die Sidheog (Elfen) im Spiel sein". Irland ist nach deren Vorstellung schon vor der Besiedlung durch Kelten Heimat zahlreicher Wesen gewesen, die eine hohe Vielfalt haben. An bestimmten Tagen (z.B. Samhain) wird die Barriere zur anderen Welt durchstoßen. Bis heute herrscht in christlichen Kreisen die Angst vor, dass keltische Vorstellungen bei "Halloween" eine Rolle spielen.

Natürlich gibt es wahrscheinlich kein "Ungeheuer" von Loch Ness. Aber dennoch beschleicht einen immer dieser Gedanke, dass unter der keltischen Erde etwas "lauert", was gar nicht mal böse sein muss, aber doch zumindest etwas Fremdes, was unsere Faszination bis heute hat. Und das keltische Fremde ist nichts per se "Böses", aber etwas Ursprüngliches (und Gutes), das die Natur in ihrem eigenen Wesen einfängt und repräsentiert.

Allen diesen Vorstellungen ist gemein, dass sie die Natur repräsentieren, sei es die Vorstellungen der Hebräer, ein kleines Insekt, einen finnischen See, die Natur Islands in ihren Gegensätzen, oder die wilde Landschaft Schottlands.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hi,- grundlegender Fehler: Es gibt nicht DIE Schöpfungsgeschichte. Es gibt ungefähr soviele wie es Kulturen auf dieser Welt gibt. Der einfache Hintergrund ist zweigeteilt: zum einen bewegt den Menschen seit er begonnen hat komplexer zu denken das Fragebündel: "Woher", "Wohin", "Warum" als Fragen nach seinen eigenen Grundlagen. Zum zweiten hat sich parallel bis heute ein Typus Mensch entwickelt, der recht schnell verstanden hat, dass es ihm Macht und damit auch Privilegien einbringt wenn er den Rest davon überzeugen könnte, dass er eine Antwort darauf hätte - so quasie als Privilegiert-Erleuchteter mit hervorgehobenem Wissen und einer Sonderbeziehung zum "Überirdischen". Ihre Geschichten hierzu müssen nur plausibel erscheinen und emotional bewegend sein. Dann ist es völlig egal ob Schamane oder Priester - ob Mond, Wetter, Wasser, Feuer, Baum, Altar der "transtendentale" Kristallisationspunkt ist oder ob Hörner, spitze Hüte oder Mitras auf dem Kopf thronen. So gesehen sind sich Religion und Politik auch heute noch sehr verwandt. Und jeder dieser Gurus erzählt uns seine Geschichte. Bei der Politik gibt es nur einen scheinbaren Vorteil: In manchen Systemen kann man zwischen verschiedenen Gurus wählen. :-D

Gruß

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gibt viele Schöpfungsgeschichten, fast so viele wie Religionen.

Die Schöpfungsgeschichten waren erste Versuche zu erklären, wo alles her kommt. Es waren die ersten und auch die schlechtesten Versuche, denn es sind nur Fantasiegebilde.
Götter mussten als Erklärung her halten, aber sie geben wie wir heute wissen nur den Anschein einer Erklärung. Die Schöpfungsgeschichten sind allesamt unbelegt und gegen jedes beliebige Fantasiegebilde austauschbar. Sie sind das Ergebnis von Wissensdurst und gleichzeitigem Unwissen. Das ist heute nicht anders, nur Ungebildete glauben noch an Schöpfungsgeschichten. Der Rest hat die Widersprüche und Lücken längst erkannt und kennt bessere Erklärungen.

Wenn Menschen wissen wollen woher alles kommt, aber fast nichts über die Welt wissen in der sie leben, dann sehen sie entweder ein dass sie nicht alles erklären können, oder es kommen Fantasiegebilde wie die Schöpfungsgeschichten dabei heraus.

Erst zur Zeit der Aufklärung machte man sich ernsthaft Gedanken über den Ursprung der Welt und allem auf und außerhalb von ihr, die Wissenschaft begann sich zu entwickeln. Sie hatte anfangs noch nicht viel mit der Wissenschaft gemeinsam, die wir heute kennen. Vieles war noch reine Spekulation, aber eben schon bedeutend besser als erfundene Schöpfungsgeschichten.

Auch heute gibt es noch Menschen, die aus Unwissen an Schöpfungsgeschichten glauben. Dazu haben sie das Recht, denn das Grundgesetz sichert jedem die Freiheit zu, an jeden noch so absurden Blödsinn zu glauben, ja selbst an Götter. Es ist ja auch nicht schlimm, wenn manche Menschen die falsche Antwort für richtig halten. Dann liegen sie eben falsch, wen juckt's? Wenn sie allerdings Einfluss auf die Meinung anderer Menschen haben und diesen nutzen (als Eltern, Politiker oder bekannte Person, deren Wort Gewicht hat), dann ist es für die Gesellschaft schädlich wenn sie falsch liegen und diesen Glauben weiter verbreiten, denn er verhindert dass echtes Wissen in die Köpfe gelangt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Schöpfungsgeschichte ist älter als der gesamte Rest des Alten Testamentes. Es gibt Anhaltspunkte, dass die Geschichte ursprünglich aus Mesopotamien stammt, und in abgeänderter Form in die Bibelgeschichten eingefügt wurde.

Der Gott der Juden, Yahwe, war ursprünglich kein allmächtiger "Schöpfergott", sondern wahrscheinlich eine Art Beschützer nomadisch lebender Stämme. Nach und nach wurde die Bibelgeschichte dann immer komplexer, man baute den sumerischen Schöpfungsmythos mit ein und machte Yahwe kurzerhand zum alleinigen Erschaffer der Erde und des Menschen.

Der Schöpfungsbericht ist übrigens nicht die einzige Bibelgeschichte, deren Ursprung im heutigen Irak liegt: auch die Sintflut-Erzählung stammt von den Sumerern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Geschichte von der Schöpfung in der Bibel ist uralt. Wie alt, weiß ich nicht genau, aber 3000 Jahre mindestens. Es gibt aber auch noch andere Schöpfungsmythen anderer Völker.

Warum? Der Mensch hat immer das Bedürfnis nach Erklärungen. Und wenn er die wissenschaftliche Erklärung nicht kennt, dann denkt er sich halt eine andere Erklärung aus, die ihm schlüssig vorkommt.

Früher waren der Blitz, das Erdbeben, etc.. die Rache der Götter für menschliche Untaten. Heute erklärt man sich das anders. Aber Erklärungen für Phänomene will man haben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo Zandera13,

du hast hier eine Menge an Antworten. Bessere Hilfe bekommst du aber vermutlich noch, wenn du mal genau sagst:

- Welche Schöpfungsgeschichte genau meinst du?

- Welches Lied von der Schöpfungsgeschichte meinst du? Ist das ein nach der Schöpfungsgeschichte geschriebenes Lied oder bezeichnest du die Schöpfungsgeschichte selbst als Lied?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das Lied kenne ich nicht. Aber die Schöpfungsgeschichte gibt es, weil es damals noch keine Wissenschaft gab. Irgendwann hat mal einer angefangen, was zu erzählen und den hat man ernst genommen und seitdem wurde die Geschichte immer wieder erzählt - mit kleinen Änderungen (so wie das Spiel -Stille Post-). Viele Menschen halten immer noch an der Geschichte fest - warum auch immer. Denn die Wissenschaft weiß längst mehr.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JTKirk2000
20.09.2016, 19:06

Die ganzen Datierungen beruhen auf Vergleichsmodellen die genetischen Verwandtschaften zwischen den Arten zeigen zwar einen gewissen Zusammenhang auf, aber eben nicht mehr und schließlich, sofern Gott existiert und er die Schöpfung erschaffen hat, die wir Universum nennen, wovon die Erde ein Teil ist, dann kann er eben dies alles beeinflussen und alle Versuche, etwas zu ergründen, können durchaus Irrwege sein. Ich könnte noch einige Zitate aus der Bibel bringen, die den Unterschied und die Wirkung zwischen irdischer und göttlicher Weisheit aufzeigen, aber ich sehe es nicht als produktiv an, hier näher auf diese einzugehen.

0

Die Schöpfungsgeschichte gab es, weil der Mensch früher sich viele Dinge nicht erklären konnte. Leider halten sich diese Märchen bis heute

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

unter welchen Bedingungen ist es entstanden?

Wahrscheinlich haben sich die Menschen schon immer die Frage gestellt, wie sie selbst, wie alles, was sie von der Welt kannten, entstanden ist.

Und da es die heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse nicht gab, hat man zu Göttern gegriffen, die für alles und jedes herhalten mussten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von AaronMose3
20.09.2016, 19:15

hat man zu Göttern gegriffen, die für alles und jedes herhalten mussten.

Oder es gibt sie wirklich, und wir laufen auf dem Holzweg.

Wer weiß das schon ;)

0

Betreffs den Juden/Christentum:

Die Priesterkaste wollte Macht über das Nomadenvolk bekommen und Einkommen ohne richtig arbeiten zu müssen. Daher dachten sich die Priester Religionsmythen aus und empfahlen ständig ihre Wichtigkeit um nicht Gottes Strafen auf sich zu ziehen. Antiker Betrug halt den es in ähnlicher Form bis heute gibt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gibt ja nicht nur Eine. Es gibt dutzende. Und alle haben ihren Ursprung im Unvermögen des Menschen seinerzeit, seine Herkunft als ein Teil einer evolutionären Entwicklung zu erkennen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?