Die Rolle der SS-Californian

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4 Antworten

Die Sache mit der SS-Californian ist wirklich etwas seltsam. Es gab einige Überlebende, die später zu Protokoll gaben, ein Licht, das definitiv von einem anderen Schiff gekommen sein musste, in gar keiner so großen Entfernung gesichtet zu haben. Die Frage, warum das Schiff nicht zu Hilfe kam, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Ich habe in einem Buch von einer Historikern gelesen, dass das mit der Art der Notrufe, die die Titanic regelmäßig funkte, zusammenhing. Damals gab es zwei marktführende Funker-Unternehmen, die im nautischen Bereich eingesetzt wurden. Zum einen war das die Marconi-Gesellschaft, die auf der Titanic durch einen jungen Funker im Funkraum vertreten war, und zum anderen die deutsche Telefunken-Gesellschaft. Auf einem Kongress wurde, wenn ich mich da jetzt recht entsinne, damals zum ersten Mal der allgemeine Hilferuf SOS, dem Hilfe mit höhster Priorität zu gewährleisten ist, eingeführt. Dieser sollte allgemein für alle Funkgesellschaften verbindlich gelten. Die Marconi-Gesellschaft jedoch hielt an ihrem noch veralteten CQD-Ruf fest und nutzten nicht den SOS-Ruf. Von der Titanic wurden also nur CQD-Rufe gesendet. Man vermutet nun, dass das andere Schiff den CQD-Ruf so interpretierte, dass er keine so sehr große Priorität hat und vielleicht nur ein technisches Problem vorliegt. Denn sie gingen ja davon aus, dass in einem echten Notfall der Funker auch SOS funken würde und haben deshalb den Umweg nicht extra in Kauf genommen, sondern haben ihren Weg fortgesetzt. Ich gebe allerdings keine Gewähr auf die Informationen. Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das Buch gelesen hab und kann deshalb nicht mehr garantieren, dass ich das auch alles fehlerfrei wiedergebe. Aber so blieb es mir jedenfalls im Gedächtnis :) Auch wenn es trotzdem etwas schwammig klingt und Fragen offen lässt ...

Ich hab gerade eben nochmal einen kleinen Artikel gelesen, der ähnliches beinhaltet. Beim Lesen fiel mir noch eine weitere Sache auf, die ich auch in dem Buch gelesen hatte. Die SS Californian hatte vor der Kollision der Titanic mit dem Eisberg bereits mehrere Warnungen an die Titanic abgegeben. Das Funksignal aber war so stark, dass es das Kommunikationssystem der Titanic komplett überdeckte. Deshalb schrieb der Marconi-Funker verärgert zurück "Shut up. Shut up. I am busy". Mit diesen Worten beendeten die Funker der Californian den Funkverkehr und stellten das Funksystem über Nacht ab (ebenfalls ein wenig verärgert, dass die Titanic so undankbar und genervt reagierte). Der Captain ordnete für die Nacht den Stopp der Maschinen an, da es wegen zu viel Eis zu gefährlich wäre, weiterzufahren.

Hier der Link zum Quellartikel:

http://jasonponic.hubpages.com/hub/The-SS-Californian-The-Ship-That-Ignored-Titanics-Distress-Calls

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Man hatte tatsächlich von der untergehenden Titanic aus Lichter in geschätzen 4-6 Meilen gesichtet, die jedoch verschwanden. Die California selbst war zu dem Zeitpunkt aber ca. 20 Meilen entfernt. Die Hilferufe der Titanic empfing sie nicht, da der einzige Funker bereits Feierabend hatte, die Notraketen wurden als normales Feuerwerk interpretiert.

Zu dem näher liegenden Schiff hatte ich mal einen Bericht gelesen, es würde sich dabei um einen Kutter handeln, dessen Besatzung illegal Robben fischte. Funkgeräte hatten sie nicht, und die Notraketen deuteten sie als Warnungen der Küstenwache, wodurch sie abdrehten.

Alles, was ich bis jetzt darüber gelesen, gehört oder gesehen habe, lässt diese Frage offen. Soweit ich weiß, ist es nicht geklärt..

Der gesamte Mythos Titanic liegt sprichwörtlich im Dunkel. Mitte April gegen Mitternacht sind alle Katzen grau, man sieht allenfalls Lichter von Schiffen. Um Mitternacht wird im Allgemeinen keine Funkwache mehr gehalten, heute sieht das anders aus. Die Titanic hatte damals die stärkste Morsefunkanlage ihrer Zeit, andere Schiffe nicht. Damals und bis heute wird alles daran gesetzt, die Wahrheit zu verbergen. Mitte April gibt es in diesem Seegebiet keine Eisberge, und schon hatte man das Märchen von einem zweijährigen Eisberg aus dem Hut gezogen. Gletscher im westlichen Grönland und Baffin kalben im Hochsommer wenn der Untergrund durch Schmelzwasser geschmiert wird. Dann kreuzen die Eisberge Anfang Juli die dortigen Schfffahrtsrouten. Ich habe da mal in einer Nacht 42 Stück im Radar erlebt. Die Titanic ist zerbrochen. Die beiden Hälften hat man so auch gefunden, keine Schramme von einem Eisberg!

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