die rolle der frau in den verschiedenen religionen

9 Antworten

Die Frau ist im Islam mit weitgehenden rechten ausgestattet und ist dem Mann gleichgestellt. Im Christentum und im Judentum ist die Frau für die meisten Sünden schuldig (Erbsünde, Vertreibung aus dem Paradies), deshalb galt sie insbesondere während der Periode als unrein.

Erst die Emanzipation hat diesen Zustand in den letzten 40 Jahren verändert, allerdings tritt die katholische Kirche noch heute vehement für die Unterdrückung der Frau ein.

Insgesamt gilt bei dem Thema, dass Religion und Kultur nicht verwechselt werden sollten. Nicht die christliche Religion, sondern die Emanzipation hat die Position der Frau in Europa verbessert. Nicht der Islam unterdrückt Frauen, sondern irgendwelche Machos, die versuchen, sich eine Legitmation für eine Unterdrückung aus der Religion zu suchen.

Lest unabhängig in den Büchern (Tora, Bibel, Qur´an) und bildet euch daraus eine Meinung.

Zu dem Buddhismus und dem Hinduismus kann ich leider nichts sagen.

Auch was Du hier schreibst stimmt nicht. Lies DU erst mal die Bibel und den Qur´an unabhängig. Wenn Du Fragen dazu hast oder Beweise willst schreiben wir besser per PN. Weil es immer irgendwelche hasserfüllten Idioten gibt. Egal wo. Und das gehört hier nicht her.

0

Die inferiore Lage von Frauen war lange vor der Entstehung von Hochreligionen ein Konsens der Menschheit, deshalb ist das in den großen Religionen zunächst auch nicht anders gewesen, teilweise sogar gegen die persönlichen Ansichten von Stiftern. Ob es je eine matriarchale Gesellschaftsform gegeben hat, ist sehr zweifelhaft. Wahrscheinlich haben sich sehr frühe Gesellschaften schon so entwickelt.

Einzelne Religionen bewerten die öffentliche Rolle von Frauen sehr unterschiedlich, was aber auch wieder davon abhängig ist, um welche Zeit es geht. Das Bild ist sogar innerhalb von Religionen selten einheitlich. Man kann z. B. davon ausgehen, daß der Buddha selbst Frauen die gleichen Fähigkeiten zur Erleuchtung zu kommen zusprach wie den Männern. Aber bereits die nächste und übernächste Generation seiner Schüler nahm diesen Ansatz wieder zurück. So gelten in vielen buddhistischen Schulen Frauen heute noch als nicht erleuchtungsfähig. Selbst innerhalb einzelner Schulen gibt es dazu verschiedene Ansichten. Wenn Du Dir das Judentum genauer ansiehst, wirst Du feststellen können, daß in der Antike die jüdische Frau mehr Freiheiten genoß als ihre griechische oder römische Geschlechtsgenossin. Eine Jüdin hatte einen rechtlich abgesicherten Status, der dem des Mannes nicht gleich war, aber immerhin soziales Leben ermöglichte. Die römische und griechische (eine freigeborene Frau, keine Sklavin) hatte kaum die Möglichkeit, das Haus eigenständig zu verlassen. Die frühen Christinnen nahmen sich offenbar noch mehr Freiheiten heraus, was in ihrem Umfeld nicht gut ankam. Das kann man zumindest aus den Ermahnungen schließen, die Paulus den Gemeinden im hellenistischen Umfeld gab. Lies mal die Briefe von Paulus in der Bibel, dann fällt Dir das schnell auf. Auch die Christinnen wurden von ihrem logischerweise ganz und gar nicht feministischen Umfeld schnell wieder eingeholt. Etwas ähnliches ist meines Wissens im Islam geschehen. Im vorderen Orient gab es eine Vielzahl von Kulturen, die nebeneinander existierten. Die Frau Mohammeds war Geschäftsfrau und sie war scheinbar auch sehr gelehrt. Es war vielleicht ganz logisch, daß Frauen im Islam einen fest umgrenzten rechtlichen Raum bekamen. Dennoch sind die Rechte von Frauen kleiner als die der Männer (z. B. im Erbrecht) und ihr Spielraum in der Gesellschaft ist beschränkt, während Männer sich im Großen und Ganzen frei bewegen können. Aber auch innerhalb des Islam gibt es dazu viele verschiedene Ansichten und Du wirst vielleicht noch Antwort von Muslimen bekommen, die das näher darstellen können. Im heutigen Judentum gibt es - wie im Christentum - genauso ganz verschiedene Ansichten. Es gibt jüdische Traditionen, die die Frauen sehr auf das Eheleben und die Familie beschränken und es gibt ganz andere Traditionen, in denen Frauen auch Rabbinerinnen werden können. Nur im Hinduismus hat sich wenig getan, trotz der Rolle Indira Gandhis. In den gebildeten und weltläufigen Schichten Indiens ist das kein großes Problem, aber für die Mehrheit der Hindus ist die Frau nach wie vor ein inferiores Wesen.

Wenn Du Dich detaillierter mit den einzelnen Religionen beschäftigst, wirst Du die Details selbst herausfinden können. Was ich geschrieben habe, ist nur ein erster Ansatz. Es führt kein Weg an der persönlichen Auseinandersetzung vorbei, wenn Du der Realität in den verschiedenen Religionen wirklich gerecht werden willst. Das ist natürlich ein Stück Arbeit... Gruß, q.

Ich kann dir nur etwas über die Rolle der Frau in der Bibel berichten. Vielleicht hilft es dir ja. Viele denken, das die Frau in der Bibel herabgesetzt würde. Sowohl im hebräischen, als auch im griechischen Teil (altes/neues Testament) käme die Frauen im allgemeinen schlecht weg. Stimmt das?

Wichtig ist es natürlich erstmal zu betrachten, wie Frauen im allgemeinen in biblischer Zeit behandelt wurden. In manchen Zivilisationen des Altertums, die eine Muttergöttin verehrten, wurden die Frauen als Symbol der Fruchtbarkeit geehrt. Hohes Ansehen genossen sie z. B. in Babylonien und Ägypten. Andernorts erging es ihnen weniger gut. Im damaligen Assyrien z. B. konnte ein Mann seine Frau ohne weiteres entlassen. Wurde sie ihm untreu, stand es ihm frei, sie zu töten. Außerhalb des Hauses musste sie einen Schleier tragen. Auch im römischen Reich und in Griechenland hatten Frauen Einschränkungen. Z. B. hatten nur wohlhabende Frauen eine gewisse Maß an Freiheit und das Recht sich zu bilden (viele davon waren Kurtisanen). Im "Theologischen Begriffslexikon zum Neuen Testament" ist zu lesen: "Die Frau... ist, im Unterschied zu ihrer Einstufung in der übrigen orientalischen (Religions-)Welt, [in den hebräischen Schriften] als Person (Ruth!) und als Partnerin des Mannes anerkannt." Ein Beispiel wäre, was der Prophet Maleachi im letzten Buch der hebräischen Schriften sagt: "An der Ehefrau deiner Jugend möge niemand treulos handeln." (Maleachi 2:14, 15)

Gott erschuf die Frau als Gegenstück, als eine "Gehilfin" oder eine Ergänzung zum Mann.
"Auch segnete Gott sie und Gott sprach zu ihnen: 'Seid fruchtbar und werdet viele und füllt die Erde und unterwerft sie euch und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt.'" (1. Mose 1:25, 28; 2:18, 21-23) Zu beachten ist, dass "sie" diese Aufgabe erhielten - beide, der Mann und die Frau. Ihre Zusammenarbeit beschränkte sich nicht auf das Füllen der Erde. Sie schloss auch das Unterwerfen der Erde ein und die Ausübung der rechten Herrschaft über alle niederen Geschöpfe. Dies erforderte intellektuelle und geistige Fähigkeiten. Diese im Einklang mit Gottes Willen zu entwickeln war sowohl dem Mann als auch der Frau möglich, denn sie verfügten über die nötigen Voraussetzungen.

Sich die Erde zu unterwerfen würde natürlich körperliche Kraft erfordern. Gott erschuf zuerst Adam, danach Eva. Sie wurde "aus dem Mann" erschaffen, "um des Mannes willen" und offensichtlich mit weniger Körperkraft als der Mann. Beiden war eine andere Rolle zugedacht. Jeder hatte andere Talente. Zweifellos hatte Adam, bevor Eva erschaffen wurde, in seinem Leben bereits viele Erfahrungen gesammelt. Gott hatte ihn während dieser Zeit auch Anweisungen gegeben. Diese Anweisungen musste Adam seiner Frau mitteilen, sodass er als Wortführer Gottes handelte. Seine Aufgabe war es in allen Angelegenheiten, die die Anbetung betrafen, sowie bei allen gottgemäßen Tätigkeiten, die der Erfüllung ihres Auftrages dienten, die Führung zu übernehmen. Wenn Kinder zur Welt kämen, wäre er das Haupt der Familie. Dies ist nicht als Benachteiligung der Frau gedacht. Vielmehr hätte sie jemand, der sie bei der Unterweisung der Kinder hätte stützen können. Gemäß göttlicher Ordnung hatte sich Adam gegenüber Gott zu verantworten. Eva stand unter der Anleitung Adams und alle Kinder würden der Leitung ihrer Eltern unterstehen und die Tiere waren wiederum dem Menschen unterworfen. Mann und Frau hatten ihre entsprechende Rolle zu erfüllen und jeder konnte dadurch ein glückliches und ausgefülltes Leben führen.

Dies zeigt sich auch in den Regelungen der Israeliten. Unter mosaischen Gesetz sollten Frauen 'innig geliebt' werden (5. Mose 13:6). Die Würde der Frauen in geschlechtlicher Hinsicht war zu achten und keine Frau durfte sexuell belästigt werden (3. Mose 18:8-19). Männer und Frauen waren vor dem Gesetz gleich, wenn sie des Ehebruchs, der Blutschande oder der Sodomie für schuldig befunden wurden (3. Mose 18:6, 23; 20:10-12) Das fünfte Gebot verlangt, dass Vater und Mutter gleichermaßen geehrt wurden (2. Mose 20:12)

Die gleichen Grundsätze findest du auch in den griechischen Schriften. Paulus nimmt häufig Bezug auf die Rolle von Mann und Frau. Im Brief an die Epheser sagt er z. B. "[Ihr] Männer, liebt eure Frauen weiterhin, so wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich für sie dahingegeben hat...". Er predigte Aufopferung und gegenseitige Rücksichtnahme. Dies sollte gegenüber der eigenen Frau besonders zutreffen.

Was möchtest Du wissen?