Die richtigen Namen und Adjektive?

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4 Antworten

Teil 1:

Samantha ist "brav" und schüchtern, dazu selbstbewusst und zielstrebig.

Wie geht das? "Brave" sind angepasst, sie wären auf sich allein gestellt wohl eher unsicher und agieren eher nicht aus einem zielstrebigen Kopf heraus - denn sie brauchen oft andere Leute, die ihnen Richtungen vorgeben oder denen sie folgen können. Zielstrebigkeit hat aber den Mut zum Alleingang. Schüchterne warten ab, nehmen die Dinge nicht unbedingt selbst in die Hand, sondern sind sich zumeist chronisch unsicher, wohin mit sich selbst in dieser oder jener Situation - und sie nehmen die Entscheidungen und Führung Anderer an, anstatt selbst voraus zu gehen - und dies notfalls auch noch allein und auf eigene Faust.

Aber: Du könntest mit ihr natürlich auch das machen, was ich weiter unten für Quinn vorschlage. Zwinge sie in eine Lage, in der sie allein ist, unter Druck gerät und niemand da ist, um ihr Verantwortung abzunehmen. Und dann lass sie ins kalte Wasser springen - und Schritte machen, die sie sich im Grund gar nicht zugetraut hätte. Solche Wendungen machen die Sache spannend und sie bieten sich auch an, um daran ganz verschiedene Beziehungsgeschichten zu entwickeln.

Die Frauen wirken spätestens, wenn man die Beschreibung der Miriam liest, etwas sehr klischeebehaftet. Das erinnert ein wenig wie die weniger gelungenen USA-Filme und Serien, in denen immer eine Frau die sexy-naive mimt, die nächste depressiv und eine ernste Spaßbremse ist, die dritte intellektuell daher kommt und dazu wahlweise attraktiv oder auch unattraktiv ist und eine zurückhaltende Frau, die nicht weiß, wie attraktiv sie ist - was sie wiederum noch attraktiver macht....

Oder wie Männergruppen nicht selten zusammen gestellt sind: Ein Intellektueller Weltfremder, der sich in der Praxis nicht auskennt und überall fehl am Platz ist, ein Rauhbein, das viel trinkt und raucht und das später erstaunliche Führungsquslitäten und soziale Verantwortung beweisen wird, ein gutausehender Held, der erst gar keine Lust hat, ins Abenteuer überhaupt mit einzusteigen, da der die Scheidung von seiner Frau durchmacht und sich in einer Lebenskrise befindet - und der dann aber (insbesondere gegenüber der Zurückhaltenden Attraktiven) eine mega Performance hinlegt. Dass hier ein vierter im Bunde sich weitgehend dadurch auszeichnet, dass er dunkelhäutig oder Asiate ist, ebenfalls attraktiv ist und alle Sxtion einfach nur geschmeidig mitmacht, um dabei zu assistieren, versteht sich von selbst.

Wenn Du Deine Charaktere so plakativ und klischeehaft anlegst, werden sie auch irgendwie im Rahmen dieser Klischees agieren - und dann wird das Ganze eher ein Versuch eines Teenagers, der in einem Alter ist, in dem er künstlich geschaffene Klischees noch 1:1 für reales Leben hält.

Die Hauptperson heißt Quinn Marley, zu ihr finde ich irgendwie nichts passendes, aber das ist jetzt mal nicht so wichtig...:(

Doch, das ist sogar einer der wichtigsten Punkte - und einer, der sehr früh bereits mit Details ausgestattet sein sollte! Wenn Du Deine Geschichte, die Handlung aufbaust, muss Dir dieser Charakter lebendig vor Augen stehen, Du musst ihn handeln, denken und fühlen sehen könnten, in jeder neuen kleinen Szene, die Du erfindest. Sein Charakter kann sich im Verlauf und über weitere Einfälle, die sich beim Schreiben ergeben, immer noch weiter entwickeln, aber: Ein funktionierendes Grundgesrüst sollte für ihn bereits feststehen.

Wie könnte man da anfangen? Deine Hauptfigur sollte Eigenschaften und Wesenszüge haben, die sie letztlich das erreichen lässt, was Du für das Ende der Geschichte vorsiehst. Es muss aber Hindernisse, Umstände, Schwierigkeiten geben, die Quinn zunächst anecken lassen, die ihn ausbremsen, ihn in Schwierigkeiten bringen, ihn blockieren. Wenn er von Anfang an für alles supi präpariert und "wie geschaffen" ist, wird es klischeehaft und kitschig - und auch langweilig, da Verlauf und Ende voraussehbar werden.

Es wäre z.B. möglich, ihn Eigenschaften zeigen zu lassen, die zunächst gar nicht so aussehen, als sei er der Situation, in die er Schritt für Schritt geraten wird, irgendwie gut gewachsen. Dann nämlich könnte man ihn im Verlauf einen Lernprozess machen lassen, bei dem er den Leser dann gegen Ende mächtig überrascht, da er sich weiter entwickelt hat. Überlege und notiere Dir, was er Schritt für Schritt erleben und worauf die Geschichte hinaus laufen soll - und dann gib ihm einen Chrarakter, der gar nicht so wirklich gut brauchbar ist, um dieses Abenteuer zu einem guten Ende zu bringen. Plane dabei fortwährende Interaktion zwischen der Haupt- und den Nebenfiguren, damit Deine Charaktere nicht alle einzeln und für sich durch die Szenen laufen.

Du  machst Dir offentichtlich sehr intensive Gedanken auch zu den Details und scheinst Dir richtig Mühe geben zu wollen, um etwas Gutes und Stimmiges zustande zu bringen, das merkt man absolut, sonst würdest Du hier ja nicht fragen...

Wie willst Du als Deutsche (und so jung und unerfahren, wie ich vermute) aber dann die USA in allen Details "bedienen" - und dabei ausgerechnet Chicago?

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Kommentar von MissMarplesGown
10.01.2016, 02:52

Eine Geschichte wird lebendig und "spürbar", wenn die Schreiberin
genau weiß, wovon sie erzählt, wenn sie aus Erfahrung schöpft. Wenn man seine ersten Schreibversuche macht, ist es wesentlich cleverer, zunächst Orte, Gegenden, Umstände und Szenerien zu wählen, die man selbst sehr gut im Detail kennt - oder bei denen man höchstens für ganz spezifische Details dann mal recherchieren muss.

Es ist aber ein Unterschied, ob Du einen Besuch in einer Bibliothek machst, um die Atmosphäre und die Abläufe dort genau aufzunehmen und sie beschreiben zu können oder 4 gezielte Antworten auf Fragen zu üblichen Vorgängen auf einer Deutschen
Polizeistation stellst  - oder ob Du eine nächtliche Fahrt mit einem
Taxi durch Chicago samt einem Abstieg in einem kleinen, billigen Hotel, dazu ein Essen unten in der Bar plus ortstypische Gäste beschreibst - plus dort übliche Zahlungsweise, Trinkgeld, Blick aus dem Zimmerfenster, Autos, Beobachtungen auf der Straße, Häuserfronten, Nebenstraßen und Winkel etc.

Wie es sich in Chicago lebt, Temperament, Stimmung, Mentalität der Leute, kultureller Mix, Historie, Musik, Bars, Restaurants, Kriminalität, Wohn- und Straßenverhältnisse, Regeln, Werte
und Normen etc. - das kannst Du nicht mal eben googeln.

Jeder Ort hat auch seine ureigene und individuelle "Aura" - und in diese ist eine Geschichte immer eingebettet, die örtlichen Gegebenheiten und das Drumrum beeinflussen die Stimmung des Ganzen massiv. Beispiel: Eine Liebesgeschichte würde nach einem Flugzeugabsturz im Dschungel ganz andere Stimmungen entfalten und daher auch einen anderen Charakter erhalten als z.B. um 1939 mitten in Paris - oder in Russland auf dem Land um 1800 - oder in der Lüneburger Heide zwischen norddeutschen Schafen, Bienen und gemütlichen Gasthöfen, in denen es Bratkartoffeln und Fisch gibt - in den 1990igern.

Du siehst: Die Umgebung prägt die Story, sie gibt ihr sozusagen die Filmmusik. Du kennst sicher den Effekt, den eine ganz bestimmte Filmmusik einer Szene bringen kann, wie dann die Spannung steigt, Emotionen gebildet werden, wie alles fühlbar lebendig wird und man darüber "einsteigen" kann. Beim Schreiben ist ein guter Teil der gedachten "Filmmusik" die mitlaufende Beschreibung des Ambientes, der Umgebung, in der sich Deine Helden bewegen.

Wählst Du hierzu Orte, die Du nie gesehen und deren Einfluss Du
nie gespürt und kennen gelernt hast, eine fremde Gesellschaft und
Kultur, dann wird Deine "Filmmusik" nur in kleinen Fetzen zur Szene
hörbar, sie bleibt lückenhaft, unpassend, oberflächlich und beliebig, da Du Dir hier ja etwas ausdenken musst, was aber im Grunde mit einem Chicago nichts zu tun haben wird.

Der Ort des Geschehens gestaltet das so wichtige "Klima", die Ausstrahlung dessen, worüber man da lesen wird. Daher ist dies nicht zu vernachlässigen und kann nicht mal eben aus purer Fantasie zusammengeschustert werden.

Ich lese auf GF durchweg nur junge Mädchen, die ihre eigenen Geschichten, die sie schreiben möchten, konsequent in die USA verfrachten. Warum ist das so?

Ist es so "in", alles US-Amerikanisch sein zu lassen - als ob nur dort die wirklich guten Geschichten erzählt werden? Oder meint man sich anhand der vielen USA.Filme und -Serien in diesem Land
gut genug auszukennen, seine "Realitiät" zu begreifen? Ist es "out",
eine Geschichte im eigenen Land stattfinden zu lassen?

Der enorme Vorteil wäre: Man würde sich auskennen und eine Atmosphäre, einen kulturellen und gesellschaftlichen Rahmen beschreiben, den man selbst sehr gut kennt und seit Kindheit verinnerlicht hat. Was man nicht kennt, lässt sich auch gar nicht gut beschreiben. Und es gibt nicht Fataleres, als ein real vorhandenes Land, eine Stadt, eine Gegend völlig neu zu erfinden, da die Wahrheit ist: Man weiß nichts darüber und ist nicht gut in der Lage, Informationen über die wesentlichen Punkte zu erlangen, die ein "Chicago" als Haupt-Handlungsort aber erst lebendig und glaubwürdig machen würden.

Vielleicht hilft Dir dies ein wenig: Viele US-Amerikaner schwärmen für "das alte Europa". Sie selbst nehmen Europa als etwas Besonderes wahr, allein bereits aufgrund der alten Geschichte, gegen die die USA "nur" mit 300 Jahren Einwanderung (ebenfalls aus Europa!) und zügig vernichteten Naturvölkern aufwarten kann, während unsere "jüngste" Europäische Geschichte sich abe bereits
über 2400 Jahre erstreckt.

In den USA gibt es keine Schlösser und Burgen, keine mittelalterlichen Orte und Stadtkerne, keine direkte und fortlaufende Ahnengeschichte jetziger Bewohner, die über viele Jahrhunderte zurück reichen würde. Viele Amerikaner fasziniert dieser uralte Kontinent mit all seinen historischen Spuren und den über Jahrhunderte gewachsenen Städten absolut. Dies ist eine Atmosphäre, die wir, da wir hier leben, womöglich nur schwer erfassen könnten - durch die Augen der Besucher, die von anderen Kontinenten nach Europa kommen, wird dies aber wieder greifbar.

Ich würde mir das mit den USA und Chicago gut überlegen.

3

Die Namen finde ich sehr gelungen, besser als die, die mir beim Schreiben einfallen! ;) Vor und Nachname passen gut zusammen! Abgesehen von Quinn Marley, aber das weißt du ja eh schon!
Ein kleiner Tipp, den ich dir geben kann, ist folgender:
Jeder Charakter sollte auch negative Züge haben. Kein Mensch hat ausschließlich positive Eigenschaften. Das solltest du berücksichtigen! ;)

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Alle sind gut meiner Meinung nach. Nur für den Alexander wäre ein anderer Name gut.

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Kommentar von mymueller
10.01.2016, 11:27

Danke, aber meinst du anderer Vorname oder Nachname? Kannst du mir sagen wie du ihn nennen würdest? :)

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Kommentar von nachgefragt22
10.01.2016, 12:24

Ich finde den Nachnamen nicht schlech, aber der passt nicht zum Vornamen.

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Kommentar von nachgefragt22
10.01.2016, 12:24

Ich würde Isaac als Vornamen nennen

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Kommentar von mymueller
10.01.2016, 12:31

Mir geht es eigentlich nur darum, ihn dann Alex nennen zu können:), genauso wie bei Samantha: ich nenne sie dann Sam, denn eigentlich finde ich Samantha keinen schönen Namen, ich möchte nur die Abkürzung haben...:)

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Ich finde alle gut. Allerdings würde ich Lindsey mit A schreiben also Lindsay. Passt besser, ist frecher und klingt besser zum Nachnamen.

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