Die Nationalsozialisten waren nicht wirklich Sozialisten oder?

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7 Antworten

unser Lehrer hat uns mal erklärt, der Name der NSDAP sei so gewählt, daß er alle (also vor allem Rechte und Linke) anspreche, da er Teile von beiden enthalte.

Also:

National - das sollte die Rechten und die in der Mitte ansprechen

sozial - das war vor allem für die Linken und die in der Mitte

deutsch - das war wieder eher für die Rechten und die in der Mitte

Arbeiter - das war wieder eher für die Linken und die Mitte.

Also ich denke, das mit dem sozialistisch war eher eine Art "Etikettenschwindel" um die Wähler zu täuschen und gemäßigter zu erscheinen. Nach der Machtergreifung war es dann egal, was die Wähler dachten.

Sehr gute und plausible Erklärung.

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Auch „Sozialismus“ und „Kommunismus“ waren doch in der politischen Realität aller fraglichen Staaten bzw. Epochen nichts als Etikettenschwindel!

Was man also z. B. für den Sozialismus des „anderen“ Dtschld (das ja wegassimiliert wurde) nur als Gleichmacherei bezeichnen kann – keineswegs aber als jenen Sozialismus, den ein paar schlaue Leute mit Gerechtigkeitssinn ersonnen hatten – das wurde auch im Dritten Reich gepflegt gebügelt, bis alle ordentlich strammstanden.

Auch z. B. die gegenseitige Anschwärzung (sowohl, um gleich zu machen, als auch, um bloße Regeltreue zu erzwingen) war praktisch identisch! Wen interessiert denn da, ob sie sich „Rote“ oder „Braue“ nannten?

Und in der Tat hatte die zunehmende Regulation und Egalisierung von Alltag und unterschiedlichen Klassen sozialistische Ansätze. Aber gewiss: Per philosophischer Definition waren sie KEINE Sozialisten.

Also konkret zu Deiner Frage: Herr Hit-ler hatte durchaus geplant, verschiedene rentable und relevante Konzerne zu verstaatlichen. ABER: Erst, NACHDEM er seine Kriege gewonnen haben würde. Denn für seine Kriege brauchte er das Kapital!!!
Glaubt irgendeiner, jener Führer hätte sich gescheut, die Krupps oder andere zu entsorgen, wenn er sie nicht mehr brauchte? Glaubt irgendeiner, der hätte sich gescheut, jene Posten dann mit SS-Größen zu besetzen, die die Organisation der Konzerne übernommen hätten? Darüber nämlich hätte er die Konzerne wirklich kontrollieren können!!!

Und so möchte ich noch einmal zu den Definitionen kommen: Gern bezeichnet man den Nationalsozialismus auch als Faschismus. Es war aber keiner! Also: nicht wirklich. Sollte es einer gewesen sein, bloß weil er faschistoide Züge hatte oder weil sich der selbst so gepriesene Führer gern mit Herrn Mussolini zeigte? Den die Rotznase aus Österreich (die sich selbst zum Deutschen definiert und dann seine Heimat „heim“ ins Reich geholt hat) nichts als an der Nase herumgeführt hat? Solange, bis Mussolini ihn in einen verhängnisvollen Wüstenkrieg hineinzog – was aus vor allem zwei Gründen gelang:

Zum einen hatte der Führer sich einen Vorteil von den Achsenmächten, also von dem Bündnis Dtschld-Italien-Japan erhofft. Also stand der Führer zur Bündnistreue. Zum anderen nährte der Krieg in Afrika Begehren und Aussicht, über Nordafrika nach Palästina in einer Zangenbewegung vorrücken zu können, um dem Judentum den Garaus zu machen.


Der Nationalsozialismus war ein Totalitarismus, wie dieses auch der sowjetische Sozialismus einer war. Letzterer z. B. mustergültig: unter Stalin!

Einige geläufige Definitionen, mit denen der Nationalsozialismus in Alltag, Medien und Geschichtsschreibung gern deformiert wird, passen nicht so ganz zu dem, was das Dritte Reich wirklich war!

Huflattich hat natürlich nicht recht, wenn er behauptet, der Nationalsozialismus sei per Definition sehr wohl ein Sozialismus gewesen. Aber das trifft nur deshalb NICHT zu, weil auch die real existierenden Sozialismen der Definition nicht standgehalten haben. Tatsächlich aber hat Huflattich sehr wohl recht! Schaut Euch nur einmal genau an, was und welche Staaten und welche Systeme (gesellschaftlich und in der politischen und geschichtlichen Reflexion) als sozialistisch angesehen und anerkannt sind.

Ich fasse es nur knapp zusammen: Der Nationalsozialismus wird als System und Gesellschaftsordnung weitreichend verkannt und darin mithin banalisiert und verharmlost! Nun gut: "verharmlost" scheint hier so ganz fehlplaziert, denn der Nationalsozialismus wird so gern plakativ verteufelt – und darin seiner tatsächlichen Realität auf fatale Weise entzogen.

sie sahen sich selbst als für die Gemeinschaft da seiend - also in diesem Sinn "sozialistisch", was nichts mit den Sozialdemokraten zu tun hat. 

Es gibt durchaus die Meinung, dass die Nazis links gewesen sind: http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-zur-steinbach-debatte-wie-links-war-die-nsdap-,1472602,11584232.html

Warum unterstützten sie dann Kapitalismus?

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@Wolf7799

Ich sage ja nicht, dass das logisch ist und sie sich wirklich sinnvoll für die arbeitende Bevölkerung eingesetzt haben.  - So wie ich das verstanden habe, kritisierten sie, dass die Sozialisten/Kommunisten auf der einen Seite die Kapitalisten auf der anderen Seite bekämpften anstatt gemeinsam für das Wohl aller zu arbeiten. 

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