Wie ist die Meinung der Christen über das Judentum?

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14 Antworten

So wie du das beschrieben hast, ist das mehr oder weniger zutreffend. Die ersten Christen waren Juden und sie waren der Meinung, dass mit Jesus das Gesetz erfüllt würde, dass er derjenige sei, von dem in den heiligen Schriften gesprochen wurde. Später, als das Christentum von Griechen und Römern übernommen wurde, hat man das natürlich etwas anders akzentuiert.

Lies z.B. auch den Artikel beim Deutschlandradio nach: http://goo.gl/bbKima

  • Erst mit der rabbinischen Synode von Jabne, Anfang des 2. Jahrhunderts, und durch das Konzil von Nizäa 325 begannen sich Judentum und Christentum deutlich voneinander abzugrenzen.


Jahrtausendelang war das Christentum eindeutig der Meinung, dass Judentum "falsch" ist, deshalb gab es immer wieder Epochen, wo die Christen versuchten, die Juden mit brutalen Zwangsmassnahmen zum Christentum zu konvertieren.

Eine bekannte solche Epoche war Deutschland in der Zeit der Kreuzzüge (11.-12. Jahrhundert), wo tausende von Juden niedergemetzelt wurden, weil sie sich nicht taufen lassen wollten.

Ein anderes Beispiel ist das "Alhambra-Edikt" von Isabelle der Katholischen in Spanien, 1492, wo die Juden vor die Wahl gestellt wurden, Spanien zu verlassen oder zum Christentum überzutreten. Alle Juden, die sich zu einem Stichtag noch in Spanien befanden, wurden vor die Wahl gestellt, sich taufen zu lassen oder umgebracht zu werden... Die Juden, die sich nur zum schein taufen liessen und ihr Judentum im Geheimen weiter praktizierten, wurden von der Inquisition brutal verfolgt (und oft auf dem Scheiterhaufen verbrannt). Später galt dies auch für Portugal und gewisse spanische Kolonien.

Erst nach dem Holocaust hat die katholische Kirche ihre Rhetorik etwas verändert und spricht nicht mehr von "verräterischen" Juden und so. Trotzdem setzt die Katholische Kirche implizit weiterhin voraus, dass die Juden "im Irrtum" sind, weil sie den christlichen Glauben nicht annehmen.

Luther war ebenfalls sehr enttäuscht, als er die Juden nicht überzeugen konnte, sich zu seiner Form des Christentums zu bekehren... Auch er war der Meinung, dass Christentum "richtig" und Judentum "falsch" ist.

Also summa summarum würde ich sagen, dass die überwiegende Überzeugung des Christentums ist, dass der jüdische Glaube "falsch" ist, nur traut man sich das heute nicht so laut zu sagen, vor allem wegen des Holocaust. (die christliche Judenfeindschaft hat den Boden bereitet für den Antisemitismus, der als grösster Exzess zum Holocaust geführt hat, deshalb ist man heute unter Christen etwas zurückhaltender (und wird auch nicht so gerne an die eigene Geschichte erinnert)).

Die Juden, sind das auserwählte Volk Gottes auf der Erde. Ihre Segnungen sind irdisch (erdbezogen). Gott hat sich ihnen zugeneigt, weil er sie liebt. 5. Mose 7,7.8  Auch Jesus Christus kam aus dem Volk der Juden.

Die Christen sind das himmlische Volk Gottes. Jeder Gläubige (übrigens auch die, die sich aus den Juden zum christlichen Glauben bekehren [sie gehören dann zum himmlischen Volk Gottes] hat seine Heimat im Himmel. Ihre Segnungen sind himmlischer Art. Epheser 1 ab Vers 3

"Denn er hat aus beiden (Juden und Christen [durch den Tod des Herrn Jesus, der für alle gestorben ist] eins gemacht und abgebrochen hat die Zwischenwand der Umzäunung." Epheser 2,15

Somit ist keine "Hemmschwelle" zwischen gläubigen Juden und gläubigen Christen. 

Womit du bestätigst, dass sich Juden deiner Meinung nach zum Christentum bekehren müssen, um "in den Himmel" zu kommen, was zu den bekannten Auswüchsen, Zwangskonversionen und Morden von Christen an Juden (z.B. Deutschland um 1066, Spanien um 1492, etc.) geführt hat.

Ich freue mich, dass du das so offen kundtust, denn es stützt meine These, dass sich daran seit 1066 oder 1492 gar nichts geändert hat, nur dass die Christen es heute selten so offen zugeben wie du...

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