Die Logik bei der Umsatzsteuer Sondervorauszahlung?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Ohne Fristverlängerung müsstest du deine Januar Voranmeldung bei monatlichem Voranmeldungszeitraum bis spätestens zum 10.02 übermitteln + bezahlen. Mit der Frist verschiebt sich das natürlich alles um einen Monat -> der Staat bekommt erst im März "sein" Geld.. das 1/11 wird dann mit der Voranmeldung Dezember verrechnet 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du sollst deine Umsatzsteuer monatlich am 10. des Folgemonats anmelden und abführen. Das wären bei 10.000,- pro Jahr ca. 833,- pro Monat.

Um deine USt.-Zahllast korrekt zu ermitteln, anzumelden und abzuführen hast du nur 10 Tage Zeit. Das ist arg knapp für viele Kaufleute.

Mit einer Dauerfristverlängerung hättest du einen Monat mehr Zeit, deine USt.-Schuld zu ermitteln. Allerdings würde dadurch auch deine Zahlung einen Monat später kommen. Dieses Geld würde dem Fiskus also einen Monat lang fehlen. Das Finanzamt ist aber nicht dein Kreditinstitut.

Darum musst du dir die Dauerfristverlängerung mit der 1/11-Vorauszahlung "erkaufen". Nicht wirklich erkaufen, sondern die um einen Monat aufgeschobene erste USt-Zahlung sollst du durch ein Pfand kompensieren.

Vernünftig erschiene hier 1/12. Das Finanzamt nimmt aber lieber 1/11 (der Grund im nächsten Absatz). Das wären aber - bei einer Vorjahreszahllast von 10.000,- nur 909,- und nicht 1.000,-

Und nun rechne mal:

 1/11 = 909,-

Januar bis November = 11x 833,- = 9.163,-

Dezember zählen wir nicht, weil der erst im Februar des Folgejahres gezahlt wird und darüberhinaus das 1/11 Guthaben verrechnet wird.

Somit hast du über einen Zeitraum von 12 Monaten eine finanzielle Belastung von 10.072,- während du ohne Dauerfristverlängerung eine Belastung von 10.000,- gehabt hättest. Dafür hast du aber einen vollen Monat mehr Zeit, deine UVA zu machen.

Passt ziemlich gut.



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von hardcoder
08.02.2017, 02:31

Ok, verstehe...

Ja genau, bis zum 10.2 muß ich die Umst VZ für Dez 2016 getätigt haben. Jetzt mal eine andere Frage, da du dich wohl auskennst.

Würde es zu einem Problem führen wenn ich die zu zahlende Umsatzsteuer für Dez 16 um das Guthaben aus der bereits gezahlten Sondervorauszahlung (aus Anfang 2016) senke? Würde sich dann ja alles ausgleichen (und am Ende bei der Umst Erklärung plusminus 0 rauskommen), oder würde das Finanzamt hier rumzicken (bzw geht soetwas in Ordnung)?

0

Ich kenn das auch, die Umsatzsteuer wird fiktiv berechnet nach üblichen Vergleichsunternehmen . Weil der Staat Geld braucht und nicht so viel am Jahres ende auf einmal ,was viele Unternehmer nicht berücksichtigen, zu zahlen.

Mit freundlichem Gruß

Blry1914

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Logik?

wir selbständigen sind der verlängerte Arm des Finanzamtes. Wir fungieren als „Geldeintreiber“ . Wir „sammeln“ die Umsatzsteuer ein, bündeln sie,  führen sie ab, das Finanzamt prüft und verrechnet.

Cleveres Outsourcing!

Zumindest ist das meine These…

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Mojoi
08.02.2017, 12:22

Die meisten Finanzer stimmen deiner These voll und ganz zu.

Gerade in der Umsatzsteuer ist ein erheblicher Prüfungsaufwand auf die Unternehmer übertragen worden.

0

nun das Finanzamt stuft dich ein, nach deinen letzten Umsätzen, danach zahlt man Steuer. Da nun aber das Jahr zählt und danach versteuert wird und man nicht weiß, ob man mehr oder weniger verdient wie das letzte Jahr, kassieren die erstmal Kohle. Man kann aber auch sofort die Vorrauszahlungen mindern und eine Neuberechnung beantragen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von wurzlsepp668
08.02.2017, 07:34

nope ....

für die Umsatzsteuer-Sonder-VZ ist Bemessungsgrundlage die geleisteten Vorauszahlungen des Vorjahres.

das Finanzamt KANN somit die Sonder-VZ nicht herabsetzen

1

Eine Sondervorauszahlung gibt es nicht. Es gibt die vorgelagerte und die nachgelagerte Umsatzsteuer.

Der Unterschied ist der, bei der vorgelagerten Steuer ist die Erklärung mit der Rechnungstellung fällig. Das ist das übliche Verfahren. Kleinunternehmen können die nachgelagerte Versteuerung beantragen, da ist erst mit dem Eingang des Rechnungsbetrag die Umsatzsteuer zu erklären.

Bei der vorgelagerten Steuer kann aber auch der Zahlungsausfall berücksichtigt werden, sofern alle rechtlichen Schritte durchgeführt worden sind.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von wurzlsepp668
08.02.2017, 17:31

"Eine Sondervorauszahlung gibt es nicht. Es gibt die vorgelagerte und die nachgelagerte Umsatzsteuer."

und der erste Satz schon falsch ....

§ 18 Abs. 6 UStG:

(6) Zur Vermeidung von Härten kann das Bundesministerium der Finanzen mit Zustimmung des Bundesrates durch Rechtsverordnung die Fristen für die Voranmeldungen und Vorauszahlungen um einen Monat verlängern und das
Verfahren näher bestimmen. Dabei kann angeordnet werden, dass der Unternehmer eine Sondervorauszahlung auf die Steuer für das Kalenderjahr zu entrichten hat.

2. ein Kleinunternehmer beantragt garantiert nicht die nachgelagerte Besteuerung (= Istbesteuerung), da ein Kleinunternehmer KEINE Umsatzsteuer ausweist ...

3. erklär mir bitte, wie du bei der vorgelagerten Steuer den Zahlungsausfall berücksichtigen willst

1

Was möchtest Du wissen?