Die heutige Medizin: Kommerz oder Ethik?

Was für ein "Projekt"?

Das ist mein Hauptthema für das DSD II.

5 Antworten

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Tja, die Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Wahrscheinlich kommt es wie immer auf den Standpunkt an. Denn immerhin gibt es bei der Beantwortung dieser Frage mehrere Möglichkeiten, die ganze Sache zu betrachten.

Erstens: die Mediziner. Die Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern sind Angestellte und bekommen ihr Gehalt unabhängig davon, was sie dem Krankenhaus an Umsatz bescheren. Sie können (und müssen gemäß ihrem Berufskodex) jeden Patienten unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, und so weiter gleich behandeln und unterliegen dabei schon einem ethischen Kodex. Natürlich gibt es auch Ärzte, die Patienten privat behandeln, in Privatkliniken oder bei privater Abrechnung in der Praxis. Hierbei sieht es dann schon anders aus, da die Ärzte natürlich ein direktes Interesse daran haben, Patienten irgendwelche Dinge auf zu schwatzen oder möglichst lange zu behandeln, um immer mehr in Rechnung stellen zu können. Hier ist also die Versuchung größer, dem Kommerz-Gedanken zu erliegen und die Ethik hinten anzustellen, als das in der Klinik so ist. Ich denke, dass es hier weniger vom System, sondern mehr von der Persönlichkeit des jeweiligen Arztes abhängt, ob er bei ethisch und moralisch vertretbar im Verhalten bleibt, oder ob er zugunsten der Finanzen sein Verhalten zu Ungunsten des Patienten ändert.

An zweiter Stelle muss man die Geschäftsführungen der Krankenhäuser sehen. Viele Krankenhäuser sind inzwischen nichts anderes als Wirtschaftsbetriebe. Sie sind in privater Hand und ihr einziges Ziel ist es, Geld zu erwirtschaften. Der Unterschied ist, dass die Geschäftsführungen natürlich nicht direkt in die Behandlung der Patienten eingebunden sind. Jedoch stellen Sie den Rahmen für die Mediziner zur Verfügung, was wiederum deren Arbeit entweder erleichtert oder erschwert, je nach Ausstattung. Ich habe sowohl im privaten Krankenhäusern als auch in kommunalen Kliniken gearbeitet (die in der Regel keine großen Gewinne machen, weil sie die sofort wieder reinvestieren müssen) und muss sagen, dass in der Regel die personelle Ausstattung in den kommunalen Häusern besser ist, sie technische Asustattung ist gleich. Was Personalbedarf, Ausstattung und so weiter angeht, sind natürlich auch wirtschaftlich orientierte Kliniken zu gewissen Standards verpflichtet. Beispielsweise gilt auf jeder Intensivstation in Deutschland, das auf 2,5 Patienten eine Pflegekraft kommen muss. Zumindest war das vor Herrn Spahns grossartiger Idee, in der Corona-Krise diese Grenze aufzuweichen so. Und mit großartig meine ich natürlich beschissen. Die Ironie geht ja leider immer leicht unter. Dennoch sparen Kliniken unter Konzernleitung sehr gerne an allem möglichen, zögern Beschaffungen hinaus (nicht weil das Geld nicht da wäre, sondern weil man das Geld einfach nicht ausgeben möchte) und besetzen freigewordene Stellen erst sehr spät nach. Man darf also ruhig sagen, dass von Seiten der Geschäftsführung Medizin nichts anderes als ein Geschäft ist und Krankenhäuser damit kommerziell ausgelegt sind.

Zusammenfassend kann man aber denke ich sagen, dass Kommerz Ethik nicht ausschließt. Man kann auch mit Krankenhäusern Gewinn machen, in denen Patienten ethisch korrekt behandelt werden. Wichtig ist, dass man eine gewisse Balance aufrechterhält: die Geschäftsführung muss das notwendige Personal und die notwendige Technik vorhalten, um es den Medizinern zu erlauben, ihre Arbeit ethisch korrekt zu erledigen. Sie muss allerdings auch nicht mehr machen und kann darüber hinaus eben versuchen, darüber hinaus die Gewinne ab zu schöpfen. Das gleiche gilt für niedergelassene Ärzte.

Ich denke, dass der Kommerz die Grundlage für eine weitreichende Verfügbarkeit von Medikamenten ist (Massenproduktion). Allerdings finde ich dass die Ethik übergeordnet sein muss, da dies der Anreiz ist, den Menschen zu helfen. Und ja wahrscheinlich gibt es Auch Ärzte etc. die den Profit vielleicht höher stellen als die Ethik aber ich will das nicht pauschalisieren

Nun die moderne Medizin ist nicht wirklich mein Fachgebiet, aber ich kann Ihnen sagen das esoterische Medizin oder Homöopathische Medizin zum größten Teil auf dem Placebo-Effekt zurückzuführen ist!

Wenn wir aber einen Blick auf die kommerzielle Medizin werfen fällt mir sofort auf, dass die Pharma-Industrie nicht mehr wirklichen Wert auf Menschlichkeit legt sondern nur noch auf Profit und auf den bestmöglichen Weg diese „heilende“ Medizin bei Menschen zu testen!

Mittlerweile ist Medizin nicht nur noch zum heilen da, sondern auch wird auch meistens nur noch um Geld einzunehmen verwendet. Außerdem werden älterliche Patienten meistens als dumm abgestempelt und meistens müssen die dann die „Blödsinnigkeiten“ der Medizin schlucken.

Fazit: Medizin ist ein sehr kritisches Thema geworden. Außerdem ist sie auch sehr umfangreich geworden!

Woher ich das weiß:Hobby

Meiner Meinung nach ist die Ethik in der Medizin fast verschwunden und es geht ja fast nur noch um kommerziellen Erfolg! Ich verallgemeinere das nicht, aber ich sage, dass wohl die meisten Ärzte nur noch aus solchen Gründen handeln

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Die Medizin (Krankenhäuser, Praxen etc.) muss Profit erwirtschaften, also Kommerz.

Den Medizinern will ich aber nicht absprechen aus Ethik zu handeln.

Ich find die Frage etwas heuchlerisch.

Danke für die Antwort! Wie meinen Sie das?

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