Die Grenze meines Durchhaltevermögens ist längst überschritten?

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Support

Liebe/r Dreamaholic,

Deine Situation klingt besorgniserregend. Aber auch wenn es hier um einen guten Rat geht, ist es schwierig Dir einen zu geben, ohne Deine tatsächliche Situation genauer zu kennen. Sprich bitte zusätzlich mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson sein. Du kannst Dich zudem jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen. Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz).

Herzliche Grüße

Franzi vom gutefrage.net-Support

6 Antworten

Trotz häufig mehrjährigen Zögerns suchten drei Viertel der Befragten irgendwann professionelle Hilfe für ihre Probleme. Die Varianz war groß:
Ein knappes Drittel entschied sich innerhalb des ersten Jahres für eine
Psychotherapie, ein Fünftel wartete damit länger als 10 Jahre. Als Gründe für das lange Abwarten wurde häufig genannt, dass die Probleme nicht schwer genug gewesen seien oder dass man alleine mit ihnen fertig werden wollte. Die große Mehrheit berichtete, eine ambulante Psychotherapie gemacht zu haben.

Zu Beginn der Therapie hatten etwas mehr als drei Viertel der Befragten „große“ oder „sehr große“ seelische Probleme. Nach Abschluss der Therapie gaben dagegen 57 Prozent an, dass ihre seelischen Belastungen jetzt „gering“ bis „sehr gering“ seien. 29 Prozent berichteten noch über „mäßige“ seelische Belastungen.

Die Psychotherapie trug dazu bei, die bisherigen Probleme zu lindern und das positive Erleben zu erhöhen. So berichteten gut zwei Drittel der Umfrageteilnehmer am Ende der Therapie über mehr Lebensfreude, 63 Prozent über ein besseres Selbstwertgefühl und 61 Prozent über einen besseren Umgang mit alltäglichem Stress.

https://www.therapie.de/psyche/info/ratgeber/interviews/psychotherapie-lohnt-sich/

Soviel zu deiner Frage was ein Psychologe da tun kann. 65% aller Menschen die den Schritt zu einer Therapie gemacht haben berichten über mehr Lebensfreude nach Abschluss der Therapie. Die Frage ist nur, ob du zu den 20% gehörst, die länger als 10 Jahre warten, bevor sie etwas unternehmen. Ein Therapeut kann die Realität auch nicht ändern, aber er kann deine Art mit ihr umzugehen ändern.

Bevor man sagt, dass man nichts tun kann und ein Therapeut auch nicht helfen kann, sollte man es wenigstens ausprobiert haben. So klingt das alles nach einem bockigen Kind. Jetzt kannst du von mir aus zornig werden. Helfen wird dir das nicht, aber eine Therapie wird das mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit schon.

Dreamaholic 21.01.2017, 20:35

Wie sollen Psychologen gegen die Realität was unternehmen? Wenn ich nicht so tiefsinnig denken würde, dann hätte ich auch keine Probleme.. Dieses Leben ist zu hart für mich, ich halte soviel Stress nicht aus. Was sollen die da z.B. machen???

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Panazee 21.01.2017, 20:45
@Dreamaholic

Wie gesagt können die Therapeuten die Realität auch nicht ändern. Sie können aber die Art und Weise ändern wie du dich mit bestimmten Realitäten auseinander zu setzen. Man kann ja über alles mögliche nachdenken und bei manchen Themen habe ich auch ungute Gefühle wenn ich darüber nachdenke.

Ein Therapeut kann dir aber helfen nicht immer wieder negative Gedankenspiralen aufzubauen aus denen man dann nicht mehr heraus kommt. Wenn man mal in so einer Spirale drinnen ist, dann sieht man nur noch negatives und ist nicht mehr in der Lage positives zu sehen.

Man hat immer so viel Stress wie man ihn sich macht. Meine Freundin findet, dass eine meiner positivsten Eigenschaften ist, dass ich fast immer ruhig bleibe, auch wenn es gerade stressig ist. Es klingt jetzt doof und platt, aber ich lasse mich einfach nicht stressen, egal wie stressig das Umfeld gerade ist.

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Psychologen untersuchen dich und analysieren deine psychischen Störungen und Krankheiten, Therapeuten helfen dir dann diese zu überwinden oder zumindest zu ertragen.

Das sind die Experten, die studiert haben um diese Berufe ausüben zu können. Hier auf dem Forum wuselt so manches Zeug herum, aber Psychologen oder Psychotherapeuten hab ich hier noch keine getroffen.

Also wende dich bitte an Fachkräfte. Wenn dein Bein gebrochen ist, fragst du auch nich hier auf dem Forum wie du es am Besten selbst behandeln kannst, sondern gehst zu jemandem der solche Fälle zu seinem/ihrem Beruf gemacht hat.

Dreamaholic 21.01.2017, 20:27

meine familie darf davon nichts erfahren.. ich steck in einer zwickmühle

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Andrastor 21.01.2017, 20:28
@Dreamaholic

Dann lass dir über einen Lehrer deines Vertrauens einen Termin beim zuständigen Schulpsychologen vereinbaren. Das wäre ein guter erster Schritt und du kannst auch darum bitten das gegenüber deiner Familie geheim zu halten.

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Hallo Dreamaholic,

halte durch, denn es kann wirklich besser werden. Aber von alleine wird das wahrscheinlich nicht passieren.

An der Realität kannst du wenig ändern, das hast du ja bereits erkannt. Also bleibt nur die Möglichkeit, an dir selbst zu arbeiten. Das ist schwierig und kann ordentlich nach hinten losgehen, wenn du versuchst es "alleine durchzuziehen". Ein Arzt bzw. Psychotherapeut kann und sollte dir dabei helfen. 

Du bist alt genug um alleine zum Arzt/Therapeut zu gehen. Deine Eltern müssen davon zunächst auch nichts erfahren. Allerdings könnte es besser sein, damit sie dich unterstützen können oder sich wenigstens so zurückhalten, dass es dir nicht noch schlechter geht. Wenn deine Eltern später hinzugezogen werden, unterliegt der Arzt der Schweigepflicht und du entscheidest, was er den Eltern erzählt. Ansonsten musst du dir einfach deine Krankenkassenkarte schnappen und zum Arzt gehen. Am besten gleich am Montag.

Und ja, ein Psychologe kann da wirklich helfen. Er zeigt dir, wie du mit deinen Gedanken umgehen kannst. Du kannst lernen, anders zu denken. Wenn gar nichts funktioniert, verschreibt er dir ein Medikament. Es ist schlimmer, zu warten und sich weiter zu quälen, als sich in die Praxis zu begeben.

Was du machen kannst, bis du zum Arzt gehst, ist dich irgendwie abzulenken oder den Druck abzubauen. Geh raus und renn ohne Jacke um den Block, bis du nicht mehr kannst. Wenn du kreativ bist, schreib oder zeichne etwas. Trink eine Tasse Brennnessel-Tee, das ist beruhigend. Wenn gar nichts mehr geht, ruf einen Krankenwagen. Auch psychische Extremsituationen (und danach hört es sich sehr an) sind Notfälle. 

Alles Gute,

Ella

Therapie. Aber auf die müsstest du dich einlassen können...

Sprich mit deiner Familie und geh zu einem Psychologen. Das ist sehr ernst. Oder sprich mit Freunden oder jemandem dem du vertraust.Und ein Psychologe kann dir helfen.

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