Die Folgen der Rodung des tropischen Regenwaldes, wie beschreiben?

 - (Schule, Erdkunde, Folgen)

4 Antworten

Hi.

Nur Bild: Die Nährstoffe sind in ner dünnen Humusschicht, die von den Wurzel der bestehenden Vegetation gehalten wird. Die Beschirmung der Bäume sorgt für ein Bestandesinnenklima, das 10 Grad unter dem Bestandesaußenklima liegt (kennst Du vll bei uns auch: im Wald ist es im Sommer immer kühler), außerdem herrscht unter Schirm große Luftfeuchtigkeit (wie bei uns im Wald. Mir fehlt eine Außenangabe für rF, die wäre wichtig, hat der Maler vergessen). Zu Boden fallende tote Pflanzenmasse wird zersetzt und die Nährstoffe werden direkt aufgenommen oder nur ganz kurz in der dünnen Humusschicht gespeichert.

Jetzt gab es nen Kahlschlag oder nen Windwurf oder sonst ne Katastrophe und das Innenklima ist nicht mehr. Jetzt verdunstet viel mehr, weil es heißer und lufttrockener ist. Wenn es gerade nicht regnet (also außer Nachmittag und Abend, weil klassischer Regenwand in den Tropen vorkommt) trocknet die Humusschicht, wenn es schüttet wird die durch Oberflächenabfluss abgetragen. Nährstoffe, die noch im Rest sind versickern im Boden und können nicht mehr genutzt werden.

Ende vom Lied: keine Humusschicht mehr, keine Nährstoffe, keine Wasserspeicherkapazität, da kann nix mehr wachsen.

Eher das Problem: Regenwald ist meist auf uralten Böden, die tief verkarstet sind. Die liefern keine Nährstoffe mehr, so wie junge Böden. Regenwald muss also die Nährstoffe nutzen, die im toten organischen Material (Blätter, tote Bäume, etc.) sind, muss sie recyclen, weil nix Neues mehr nachkommt (bei uns kommen die Nährstoffe z.B. aus dem Boden, weil die Böden noch jung sind und noch welche haben). Sobald ein Nährstoff frei wird, muss er direkt aufgenommen werden, weil wenn er unter den Wurzeln ist, dann fließt er durch den verkarsteten Boden sofort ab. Deswegen sind die meisten Regenwaldpflanzen auch Flachwurzler, die nen breiten Teller ausbilden. Ist die Vegetation mal weg oder rundrum tot, dann können die Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden und sind unwiederbringlich futsch (von dem Standort). Und ohne Nährstoffe kann nix mehr wachsen, außer vll wirklich anspruchslosem Zeug wie Adlerfarn. Das mit dem Wasser stimmt schon auch, ist aber vergleichsweise unwichtig in den Tropen - da schüttet es ja dauernd. Und Humus ist nix als stark zersetzte Pflanzenleichen. Lass nen Baumstamm 10 Jahre+ liegen und der wird auch Humus.

Passiert gerne, wenn der Mensch Palmölplantagen anlegt. Die halten n paar Jahre, weil dann die Nährstoffe weg sind. Aber macht ja nix, dann fällt man den benachbarten Regenwald halt und legt da ne Neue an. Die Alte wird für (menschliche Verhältnisse) immer Ödland sein. Ist aber egal, weil man braucht ja Palmöl, ist ja billig. Muss man z.B. in E10-Sprit reinkippen, "um die Umwelt zu schützen", so wie in Deutschland *würg*

Der Regenwald ist ein geschlossenes System, und sobald du etwas aus diesem System entfernst funktioniert es nicht mehr.

Stell dir vor, du hast an deinem Computer keine Maus, damit fehlt dir ein Teil des Systems und du kannst auf das System nicht zugreifen.

Schauen wir uns doch Bild 1 an:

du siehst, wie das System des Regenwaldes gut funktioniert. Die Sterbenden Bäume und die Exkremente der Tiere dem Wald die Nährstoffe liefern, das Regenwasser fällt auf die Blätter und gelangt so zum Waldboden. Das System ist also in sich geschlossen.

Und so kannst du dir das Weiterleiten :)

Der Regenwaldboden bietet erstaunlich wenig Nährstoff und ist nur so fruchtbar weil stetig neue Biomasse von den Bäumen nachkommt. Wenn die Bäume weg sind, wird auch der Boden schnell seine Fruchtbarkeit verlieren, weil zusätzlich zu der fehlenden Biomasse auch noch der Regen ungehindert die Nährstoffe aus dem Boden spült. Dieser wird ohnehin übermässig stark abgetragen, was zu weitere Erosion führt und im schlimmsten Fall in einer Katastrophe wie in Brasilien enden kann, wo ein Erdrutsch ganze Dörfer ausgelöscht hat (hier war noch ein Abklingbecken einer Minengesellschaft im Spiel, aber Bäume haben die sicherlich auch gefällt.)

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