Die Deutsche Sprache wieso hat sie sich so entwickelt?

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7 Antworten

Die Verbreitung der heutigen hochdeutschen Standardsprache fällt in die Neuzeit (nach 1500), nicht ins Mittelalter. Also in die Zeit Luthers und später. Die Bibelübersetzung von Luther war einer der wichtigen Punkte bei der Verbreitung des Hochdeutschen. Natürlich hat sich diese Variante auch weiterentwickelt, aber das war der Start für eine allmähliche Verbreitung eines einheitlicheren Deutsch.

Natürlich war das deutschsprachige Gebiet im Mittelalter in viele verschiedene Dialekte unterteilt. Die heutigen Dialekte entstanden nicht durch die Aufspaltung des Hochdeutschen, vielmehr sind sie Reste der alten Varianten, die es schon seit der Ausbreitung der germanischen Stämme nach Süden gab [das ist auch der Grund dafür, dass sich in etlichen deutschen Dialekten Ähnlichkeiten zu "entfernteren" Sprachen wie Englisch oder Schwedisch erhalten haben, die das Hochdeutsche nicht mehr hat].
Viele deutsche Varianten sind stark abweichend aus diesen Gründen (Luxemburgisch, Schweizerdeutsch..).

Das Hochdeutsche überlagerte (von Mitteldeutschland her kommend z.B. Sachsen-Anhalt und Umgebung) die verschiedenen Dialekte, diese wurden verdrängt oder existieren bis heute neben dem Hochdeutschen.

Auch wenn heute Hannover als sauberes Hochdeutsch-Gebiet gilt: diese Variante stammt nicht von dort. Der Raum Hannover/Hameln/Weser gehörte früher zum niederdeutschen Dialektraum (kann man an alten Häusern noch sehen).

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Ich glaube, du hast eine verkehrte Vorstellung von der deutschen Sprache … oder überhaupt von Sprache. 

Also ich meine damit obwohl das Mittelalter einer der schlimmsten Zeitalter war 

War es nicht, und das Wort schlimm ist immer "subjektiv". "Mittelalter" umfasst weit mehr als eine Region und etwa 1000 Jahre Geschichte. Du kannst hier fast gar nichts verallgemeinern. 

die Leute kaum gebildet 

Das stimmt auch nicht. Zwar gingen viel weniger Leute zur Schule, aber deshalb waren sie nicht automatisch "ungebildet" (was auch immer das heißen soll). Wir haben seither sicher viele Fortschritte gemacht, aber es wäre auch seltsam, wenn dem nicht so wäre. 

Im Übrigen hat "Hochdeutsch" nichts mit Bildung zu tun, höchstens mit Prestige oder Status. 

hat jeder hoch deutsch gesprochen

Nein, denn das, was du wahrscheinlich unter "Hochdeutsch" verstehst, existierte damals noch gar nicht. Es wurden viele hochdeutsche Dialekte gesprochen (schau dir mal den Link an, den LolleFee dir kopiert hat). Übrigens hat sich Deutsch auch während der Zeit, die wir "Mittelalter" nennen, sehr verändert. Google z.B. mal nach Alt- und Mittelhochdeutsch. 

Du kannst ja auch mal hier reinschauen, um dir ein Bild der deutschen Sprache im 12. Jahrhundert zu machen: http://www.joachimschmid.ch/docs/DRdMinnesan.pdf

Heutzutage sind viele Wörter kaum noch in Gebrauch dafür wurden sie von einfacheren Worten ersetzt.

Was ist denn bitte ein "einfaches Wort"? Die deutschen Dialekte von heute unterscheiden sich sehr von denen des Mittelalters. Aber Deutsch ist vom Vokabular her sicher nicht "einfacher" geworden. Vielleicht kommt dir das nur so vor, weil du mittelhochdeutsche Dialekte nicht verstehst und sie daher als "komplexer" interpretierst?

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Kommentar von OlliBjoern
26.10.2016, 00:24

Danke. Immer interessant, mal wieder in so alte Texte reinzuschauen.

In den tîden van den jâre
dat dî dage werden lanc

Hier sieht man noch schön das Fehlen der hochdeutschen Lautverschiebung (und damit auch die Ähnlichkeit zu manchen schwedischen Wörtern).

tîd = tid = Zeit (t>z, i>ei Dipthong)
dag = dag = Tag (d>t)

Allerdings hat schon diese Variante des Deutschen die vorangestellten bestimmten Artikel (wie in "in den Zeiten" oder "die Tage"), dagegen z.B. tiderna, dagarna im heutigen Schwedisch.

 

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Zum einen verkennst Du die Sprachgeschichte des Deutschen. Der Wiki-Artikel könnte schon helfen: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Sprachgeschichte#Mittelhochdeutsch

Einheitlichkeit herrschte da ganz sicher nicht!

Zum anderen befindet sich Sprache immer im Wandel. Es gibt größere Tendenzen, die man rückwirkend dann zusammenfassen kann. Der größte Motor für Sprachwandel ist die Ökonomie - der Mensch ist eben faul und träge, also macht er es sich so einfach wie möglich. Deshalb heißt der Inbusschlüssel im Sprachgebrauch auch oft Imbusschlüssel, weil mb viel leichter ist als nb.

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Die Deutsche Sprache wie wir sie kennen ist ein Sammelsurium verschiedener Dialekte, die man in der Rennaisance versucht hat, eben eine Dachsprache daraus zu entwickeln (Bühnendeutsch)

Gewisse Wörter wurden ins Hochdeutsche genommen, manche verblieben in den Dialekten und diese werden nach uns nach zurückgedrängt. 

Ebenso wurden und werden manche Wörter aus politischen Gründen aus dem Sprachschatz gestrichen. Das war z.B. im Dritten Reich der Fall oder seit den 2000er Jahren.

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Das ist eine völlig realitätsferne Frage ... Ich habe eine Facharbeit darüber schreiben müssen und schon im Zusammenhang ist das schwer, aber einen Teil so einfach zu erklären ist unnötig und sinnlos.

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Wir sind geistlich nicht weiterentwickelt, nur die Wissenschaft ist mehr entwickelt und die Gesellschaft verändert.

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Die Hochsprachen wurden nur von wenigen Leuten gesprochen. Das gemeine Volk sprach einfacher. Schönes Beispiel ist da auch Latein. Das Lateinische kennt in Texten  weder  "ja" noch nein.

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Kommentar von kordely
26.10.2016, 16:04

Auf Latien ist das Wort nein: non. Es hat kein Ja.

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